900 Zuschauer boten Kickern 2007 eine große Hallenstadtmeisterschafts-Bühne

dzRobert-Mathis-Cup

In den Jahren 2005 bis 2009 ging eine Hallenstadtmeisterschaft vor einer enormen Kulisse über die Bühne. Ein anderes der Turniere fand indes gar nicht statt.

Castrop-Rauxel

, 01.01.2020, 15:03 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Jahre 2005 bis 2009 der Castrop-Rauxeler Fußball-Hallenstadtmeisterschaft waren geprägt von einem ungewöhnlichen Spielort: 2007 wurde der Meister zum ersten und einzigen Mal in der Europahalle gekürt.

2005: Premieren-Sieg für den SV Yeni Genclik

Im Jahr seines Bezirksliga-Aufstiegs setzte sich der SV Yeni Genclik erstmals in seiner 15-jährigen Vereinsgeschichte die Krone des Hallen-Stadtmeisters auf. Im Finale entthronte Yeni den Titelverteidiger Spvg Schwerin (Bezirksliga) mit 6:4 (4:4/2:4) nach Verlängerung.

Dabei deuteten bis kurz vor dem Halbzeitpfiff beim Spielstand von 4:1 alle „Beweise“ darauf hin, dass Vorjahressieger Schwerin die Rolle des „Wiederholungstäters“ spielen würde. Als Yeni-Spielertrainer Ergin Ersoy nicht mehr die Start-Fünf auf dem Parkett hatte, nutzte Patrick Kühnle seine Freiräume zu zwei Toren binnen zwei Minuten zum 2:0 (4./5.). Auf das 3:0 (7.) von Murat Kanarya antwortete Ergin Ersoy mit dem 1:3 (8.), musste aber mit ansehen, wie Kapitän Faruk Turgut ein Eigentor zum 1:4 (10.) unterlief. Das 2:4 war eine Familien-Produktion. Ergin Ersoy bereitete für Bruder Erdem vor.

In der zweiten Halbzeit läutete Ergin Ersoy mit dem 3:4 die Wende ein. Faruk Turgut auf Vorlage von Bruder Mehmet glich zum 4:4 aus. In der Verlängerung trafen Faruk Turgut und Erdem Ersoy zum 6:4. Nach dem Schlusspfiff ließ sich der überragend auftrumpfende Yeni-Spielertrainer Ergin Ersoy, der als einziger Feldspieler von der ersten bis zur letzten Endspiel-Minute am Ball war, erschöpft, aber überglücklich von seinen Schützlingen feiern.

900 Zuschauer boten Kickern 2007 eine große Hallenstadtmeisterschafts-Bühne

2005 durfte der SV Yeni erstmals in seiner Vereinsgeschichte einen Hallen-Titel bejubeln. © Jens Lukas

2006: Frohlinde zieht mit Schwerin nach Titeln gleich

Der FC Frohlinde nutzte die Gunst der Stunde: Nachdem die favorisierten Bezirksligisten in der Zwischenrunde allesamt strauchelten, wurde sich der FCF (damals Kreisliga A) mit einem 2:1 (1:1) im Endspiel gegen den SuS Merklinde (Bezirksliga) zum fünften Mal Stadtmeister – und zog somit mit Rekord-Gewinner Spvg Schwerin gleich. Erem Alacali überwand beim 1:0 (3.) den langen SuS-Keeper Jan Nöthe mit einem geschickten. Kurz vor dem Seitenwechsel glich der aus Frohlinde stammende Nährig nach einem Konter für Merklinde zum 1:1 (8.) aus. Mit einem Weitschuss gelang Sebastian Kocur das 2:1 (15.) für Frohlinde.

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Frohlindes Kapitän Adam Kolenda nahm aus den Händen des Stadtsportverbands- Vorsitzenden Ulrich Romahn den Siegerpokal sowie 500 Euro entgegen. Ein kleiner Wermutstropfen fiel auf den Cup: Aytac Uzunoglu, der in der Vorrunde mit seinem Einsatz noch für das Weiterkommen des FCF gesorgt hatte, konnte am zweiten Turniertag nicht mitwirken: Er verließ - nachdem ihm seine Mitspieler bei der Siegerehrung noch den Cup in die Hände drückten - den FCF und ging zum damaligen Bezirksligisten SV Wacker Obercastrop (Bezirksliga). Bei dem Club ist er aktuell Landesliga-Trainer und Spitzenreiter.

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Der FC Frohlinde gewann 2006. © Jens Lukas

2007: Wacker siegt vor 900 Zuschauern in der Europahalle

Mit einem verdienten 5:3 (3:1) gegen den Landesligisten VfB Habinghorst gewann der Bezirksligist SV Wacker Obercastrop die in der Europahalle erstmals veranstaltete Hallenstadtmeisterschaft. Aufgezeichnet wurde alles von den Kameras des Dortmunder Fernsehkanals. VfB-Kapitän Gordon Schwarze hatte mit einer flammenden Rede seine Mitspieler auf das Match eingeschworen. Er selbst hatte in gutes Gefühl, weil er seine alten schwarzen „Tango-Treter“ trug, mit denen er mit dem VfR Rauxel 1996 erstmals Stadtmeister wurde. Am Ende war es allerdings Wacker-Kapitän Dennis Hasecke der aus den Händen des früheren Nationaltorwart Hans Tilkowski den Pokal in Empfang nahm. Sencer Özbek, frischer Neuzugang vom SV Dingen, traf zum 1:0, 2:0 und 3:0. Auf das 1:3 von Daniel Kristler antwortete Mehmet Turgut mit dem 4:1. Schwarze verkürzte auf 2:4. Maurice Ottberg konterte mit dem 5:2. Das 3:5 von Marc Olschewski kam zu spät.

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Es klingelte, klingelte und klingelte in der vom Kassierer des Turniergastgebers Spvg Schwerin aufgestellten Schatulle: Am Endspieltag passierten 900 Fans die Eingangstür. Am ersten Vorrunden-Spieltag sollen es 500 Zuschauer gewesen sein. Am 2. Weihnachtstag wurde die Zahl getoppt: 600. Das von den eifrigen Helfern der Spvg Schwerin verlegte Teppich-Geläuf zeigte ein eigenartiges „Eigenleben“ und schlug auf einigen der 40x20 Meter hohe Wellen. Auch den „blau-gelben“ Arbeitseinsatz während der Spiele wollte das Grün nicht belohnen und strafte den Einbau von etlichen Metern doppelseitigen Klebebandes mit klaffenden Lücken.

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WM-Torwart Hans Tilkowski (2.v.r.) überreichte Wacker-Kapitän Dennis Hasecke den Siegerpokal. © Jens Lukas

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2008: Schwerin löst den Krimi am Punkt

Bis ins Neunmeterschießen ging das Finale zwischen dem neuen Stadtmeister Spvg Schwerin und dem Landesliga-Klassenkameraden VfB Habinghorst. Die Blau-Gelben hatten am Ende mit 8:6 (4:4) die Nase vorn. Zunächst hatten Gordon Schwarze, Philipp Nährig, Björn Schmidt und Bahtiyar Ay den VfB mit 4:3 in Front gebracht. Die Treffer von Tomas Fojcik (2), Ioannis Tsodoulidis und Chris Kasprzak sorgten aber für ein 4:4. Im Neunmeterschießen traf Nährig und Schmidt nicht. Den Siegtreffer der Spvg markierte Lars Kattner.

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2009: Turnier fällt ins Wasser

Für das Jahr 2009 wurde keine Hallenstadtmeisterschaft ausgespielt. Der Grund dafür war, dass die Sporthalle der Willy-Brandt-Gesamtschule repariert werden musste und gesperrt war. Peter Wach, der damals zum SV Yeni Genclik gewechselt war, und mit dem Club Gastgeber sein sollte, fand keine Ersatz-Halle für den Wettbewerb.

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