Legden wächst. Nach der aktuellen Prognose der Landesstatistiker von IT NRW soll es bis zum Jahr 2040 ein Plus von 2,2 Prozent geben bei der Einwohnerzahl. Legden wird aber auch älter.

Legden

, 05.08.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Grundsätzlich ist Friedhelm Kleweken der Bevölkerungsprognose eher skeptisch gegenüber eingestellt. „Keiner weiß, ob sie so eintrifft“, betont Legdens Bürgermeister. Aber wenn die Landesstatistiker von IT NRW damit Recht behalten, dass im Jahr 2040 ein Plus von 2,2 Prozent steht bei der Einwohnerzahl, dann würde er sich doch freuen. 7456 Einwohner werden für 2040 prognostiziert, im Jahr 2018 wurden laut IT NRW 7295 gezählt.

Vor einigen Tagen hat der Landesbetrieb IT NRW seinen Berechnungen veröffentlicht, für jede Kommune in Nordrhein-Westfalen. Dass überall bis zum Jahr 2040 der Anteil der 65- bis 80-Jährigen eklatant ansteigt, ist aber für niemanden eine Überraschung. Die geburtenstarken Jahrgänge aus den 60er-Jahren wirken sich aus in der Altersstruktur. Gerade in Legden ist diese Entwicklung nicht neu: Innerhalb des Regionale-Projekts „Älter werden im Zukunftsdorf“ haben sich die Verantwortlichen und Bewohner des Dahliendorfs einige Jahre intensiv mit der zukünftigen Altersstruktur der Bevölkerung beschäftigt.

„Wir betrachten das nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung.“
Bürgermeister Friedhelm Kleweken

Nach den Berechnungen von IT NRW gab es im Jahr 2018 insgesamt 819 Legdener und Asbecker im Alter zwischen 65 und 80, für das Jahr 2040 werden 1434 angenommen. Ein Plus von 75,1 Prozent im Vergleich der beiden Jahre. Auch die Zahl der über 80-Jährigen – 2018 waren es 377 – steigt laut Prognose auf 523 und damit um 38,7 Prozent an. Das sind die nackten Zahlen. Bürgermeister Kleweken betont im Gespräch mit der Redaktion, worauf es ankommt: „Es geht darum, die Menschen darauf vorzubereiten, einen Bewusstseinswandel zu erreichen.“

Kernaufgabe kommunalpolitischen Handelns

Dies werde eine Kernaufgabe kommunalpolitischen Handelns bleiben, „man wird nie fertig“, weiß Friedhelm Kleweken. Viel gemacht habe man in Legden allerdings: Es wurde intensiv am barrierefreien Ortskern gearbeitet und daran, die Gesundheitsversorgung im Ortskern zu konzentrieren. „Die Barrierefreiheit dient auch den Familien mit Kinderwagen“, sei immer ein gutes Argument gewesen. Denn die Ziele seien ja deckungsgleich mit denen für die Senioren und ihre Rollatoren. „Übers älter werden spricht man im Allgemeinen nicht so gerne und denkt vielleicht nicht so gern drüber nach“, hat der Bürgermeister aus all den Veranstaltungen und Aktionen rund um „Zukunftsdorf“ als Erfahrung mitgenommen.

Neben dem barrierefreien Ortskern sei es auch Aufgabe der Kommune darauf zu achten, dass es barrierefreie Wohnungen im Ortskern gibt, damit Senioren kurze Wege zur Kirche oder zum Arzt zu haben. Es gehe darum, älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, so lange wie möglich. Und auch das Bewusstsein bei den Einwohnern zu schärfen, bei einem Umbau des Eigenheims das eigene Alter zu berücksichtigen.

„Zukunftsdorf“ Legden wächst laut Prognose bis 2040 – die Bevölkerung altert aber auch

Ein Foto aus dem Jahr j2017: Auf „Heimattour durchs Zukunftsland“ war Ina Scharrenbach (l.) im vergangenen Sommer. Nach Legden brachte sie Bürgermeister Friedhelm Kleweken eine Plakette in den Dahliengarten mit, die die Teilnahme des Zukunftsdorfs an der Regionale bestätigt. © Foto: Ronny von Wangenheim

Die Gemeindeverantwortlichen haben aber auch die Jüngsten im Blick. Da verweist Friedhelm Kleweken auf die Prognose von vor zehn Jahren. Die sei zum Glück überhaupt nicht so eingetroffen: „Der Trend geht zum Zweit- und Drittkind“, sagt er erfreut. Die Geburtenrate sei als sinkend vorausgesagt worden, „und wir haben seit Jahren ein Plus.“ Darauf reagiere die Gemeinde mit dem Ausbau der Kindergärten, „und wir tun was für die Schulen.“

„Der Staat wird nicht alles regeln können.“

Laut aktueller Prognose sinkt die Zahl der unter Dreijährigen in Legden und Asbeck von 280 im Jahr 2018 bis zum Jahr 2040 auf 201, ein Minus von 28,2 Prozent. Minus 9,3 Prozent sind für die Drei- bis Sechsjährigen, plus 5,4 Prozent hingegen für die Sechs- bis Zehnjährigen errechnet worden.

Beim Blick auf die Gesamtzahlen und die Altersstruktur in der Bevölkerung sieht es Friedhelm Kleweken positiv, dass die „Zahl der jungen Alten gegenüber den älteren Alten überwiegt“. Darauf setzt er die Hoffnung, dass sich in der Bevölkerung vieles entwickelt aus christlicher Nächstenliebe heraus, was Hilfen untereinander angeht. Denn für ihn steht fest: „Der Staat wird nicht alles regeln können.“

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