Die Rohre für die Erdgasleitungen liegen in Ledgen mittlerweile längst unter der Erde. Die Rekultivierung der landwirtschaftlichen Flächen lässt aber noch auf sich warten. © Markus Gehring
Erdgasleitungen

Zeelink-Rekultivierung: Landwirte können Flächen noch nicht bewirtschaften

Die Rohre der Zeelink liegen unter der Erde, das Erdgas strömt durch sie hindurch und eigentlich sollten Legdener Landwirte bereits wieder ihre Flächen bewirtschaften können. Eigentlich.

Der Sommer ist fast vorbei und damit sollten die Legdener Landwirte wieder in der Lage sein, ihre Flächen bewirtschaften zu können, die von dem Bau der Erdgasleitungen Zeelink, die durch die Open Grid Europe (OGE) betrieben wird, betroffen waren.

Die Erdgasleitungen ziehen sich durch Legden und Rosendahl. Insgesamt führen die Erdgasleitungen über 216 Kilometer von Würselen bei Aachen bis nach Legden. Die Rohre liegen in der Erde, auch in Legden.

Keine großartige Bewegung zu sehen

„Vor Ort sieht man aber keine großartige Bewegung was die Rekultivierung der landwirtschaftlichen Flächen angeht“, das stellt auch der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Legden, Christian Bomberg, fest. Einer der betroffenen Landwirte ist Ulrich Hessel. Er sagt im Gespräch mit der Redaktion: „Da läuft nichts. Man sieht mal Bagger, die Erde wegbringen, aber sonst passiert nicht viel“, so der Landwirt.

Er wisse von Nachbarn, die bei Zeelink angefragt haben, ob sie den abgetragenen Mergel haben können. Den hätten sie zwar haben können, aber dann müssten sie den Mergel auch selber einarbeiten. Das könne er nicht verstehen, so Ulrich Hessel, denn so müsse Zeelink den Mergel teuer wegschaffen lassen.

Weizen platt gemacht

Die Flächen von Ulrich Hessel liegen am Landhotel Hermanns Höhe in Richtung Holtwick auf der rechten Seite. Die von ihm betroffenen Flächen sind acht und zwölf Hektar groß.

Auf einer kleinen Ecke habe man im Sommer 2020 sogar noch Weizen stehen gehabt. „Es war nur eine kleine Ecke“, sagt Ulrich Hessel. Aber Zeelink habe keinen Tag länger warten können und der Weizen wurde platt gemacht. „Dabei sollte der am nächsten Tag gedroschen werden“, so Hessel. Dafür habe er dann einen Ausgleich vom Unternehmen bekommen.

Sieht der Landwirt jetzt auf seine Flächen, dann „liegt alles noch“. Die Flächen seien noch nicht begradigt, weil der Boden sich auch noch setzen müsse. „Aber eigentlich sollte alles in 2021 rekultiviert sein“, gibt Ulrich Hessel zu bedenken. „Zumindest sagte man uns das mal so.“

An so eine Äußerung kann sich auch ein anderer Landwirt aus Legden erinnern, der namentlich aber nicht genannt werden möchte. Auch er findet, dass es im Vergleich zu den Flächen in Rosendahl in Legden nicht viel besser aussieht.

„Bei mir sind sie gerade zugange“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion. Aber beendet seien die Arbeiten eben noch nicht. Dabei habe man von Zeelink den Landwirten gegenüber gesagt, dass die Flächen im Mai 2021 wieder fertig sein sollen, sodass die Landwirte sie wieder bewirtschaften können. Darauf warten die Landwirte auch weiterhin.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
Zur Autorenseite
Laura Schulz-Gahmen

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.