Weil er das Gartentor offenließ, muss ein 19-Jähriger Legdener Sozialstunden ableisten

dzAmtsgericht

Ein Rhodesian Ridgeback, ein Mops und ein offenes Gartentor sind die Zutaten für einen Fall für das Ahauser Amtsgericht. Fahrlässige Körperverletzung war der Vorwurf.

Legden

, 11.02.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Angeklagte war sprachlos: „Jetzt muss ich also Sozialstunden ableisten, weil ich die Gartentür offen gelassen habe?“, fragte der 19-jährige Legdener am Ende der Verhandlung vor dem Amtsgericht. „Wenn Sie es so wollen, ja“, antwortete der Richter gelassen.

Der Richter hatte selbst zuerst an eine Einstellung des Verfahrens gedacht, folgte dann aber der Argumentation der Staatsanwaltschaft. Dazu mag beigetragen haben, dass sich der Jugendliche vehement gegen die Sozialstunden wehrte und lieber eine Geldstrafe bevorzugt hätte.

Auch der Vater will lieber eine Geldstrafe für den Sohn

Auch der Vater, der neben ihm am Anklagetisch Platz genommen hatte, bat um eine solche Geldstrafe für den Sohn, die er gerne übernehmen wolle. „Sie haben es nicht verbockt“, entgegnete aber der Richter.

Und der Staatsanwalt betonte in Richtung Angeklagtem: „Je mehr Sie sich gegen eine Arbeitsauflage sträuben, desto mehr finde ich es gut.“ 15 Stunden innerhalb von zwei Monaten, so war am Ende die Auflage. Das sei auch neben einem Vollzeitpraktikum durchaus machbar, so der Richter.

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Der Fall selbst ist eine Bagatelle. Ob er vor ein Amtsgericht gehört, kann man sich fragen. Der 19-Jährige hatte morgens das Gartentor geöffnet, damit der Rhodesian Ridgeback aufs angrenzende Feld konnte, um dort sein Geschäft zu verrichten. Später kam er von alleine wieder zurück. Das war wohl üblich bei der Legdener Familie.

Nachbar rettet seinen Mops

An diesem speziellen Tag traf der große Hund allerdings offensichtlich auf einen Mops. „Er ist kein böser Hund“, so der 19-Jährige über den Rhodesian Ridgeback, er wolle mit anderen Hunden nur spielen. Aber es gebe zwei Hunde, mit denen er sich nicht verstehe.

Was passiert war, erfuhr die Familie vom Nachbar. Der hatte, so gab der Vater vor Gericht das Gespräch wieder, seinen Mops retten wollen, ihn an der Leine hochgezogen, sich umgedreht und dabei das Knie verrenkt.

„Der Nachbar wollte uns was reinwürgen“, so die Vermutung des 19-Jährigen. Der Nachbar war damals zur Polizei und zum Ordnungsamt gegangen. Daraufhin hatte das Ordnungsamt bereits ein Bußgeld angeordnet. Der Vorfall tue ihnen leid, erklärte der Vater. Und der Sohn bestätigte, seit dem Vorfall würde der Hund nicht mehr frei laufend durchs Tor aufs Feld gelassen.

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