Warum das Geschwister-Café in Hamburg eine beliebte Anlaufstelle für Legdener ist

dzGeschwister-Café

Mundpropaganda sorgt dafür, dass viele Legdener bei einem Hamburg-Besuch ins Geschwister-Café kommen. Nicht nur der spezielle Kaffee führt sie zu Katrin und Carolin Mennekes.

Legden

, 19.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Zwei Legdenerinnen in Hamburg: Katrin und Carolin Mennekes haben in Eppendorf ihr Geschwister-Café zum Erfolg geführt. Das hat sich herumgesprochen. Auch in Legden.

„Es ist total witzig“, sagt Katrin Mennekes (37), „es kommen wirklich viele Gäste aus Legden und Ahaus zu uns.“ Obwohl, so richtig verwunderlich ist es nicht. Schon vor eineinhalb Jahren, kurz nach der Eröffnung, haben zwei Legdener das Café besucht. Die Eltern Anne und Alfred Mennekes haben beim Umbau mitgeholfen und zu Silvester kamen damals auch Freunde aus der Heimat. Und alle haben zuhause davon erzählt. „Das Gästebuch füllt sich immer mehr“, sagt die Café-Besitzerin.

Es gibt so viele Cafés in Hamburg, so erzählt sie weiter. Wenn man sich nicht auskenne, könne es schon schwer werden, das Richtige zu finden. Da würden solche Empfehlungen gerne per Mundpropaganda weitergegeben. Für alle, die dann bei den Schwestern Pause machen, gibt es zum Kaffee oder dem Frühstück noch ein paar Tipps dazu.

Hamburg-Tipps für Gäste

Denn viele Gäste fragen, wo man denn so hingehen kann. „Ich frage dann, wollt ihr das Touri-Programm oder wollt ihr Orte, die toll, aber vielleicht nicht so gut angebunden sind.“

Und dann schickt sie Gäste zur Alster-Perle, einem ehemaligen Klohäuschen. „Dort hat man die schönste Sicht auf die Alster und auf einen tollen Sonnenuntergang“, so Katrin Mennekes. Oder zur Brücke 10 an den Landungsbrücken. „Da gibt es die besten Fischbrötchen. Und dafür muss man halt bis zur allerletzten Brücke gehen.“

Zu ihrem Café sind die beiden Schwestern eher zufällig gekommen. Katrin lebte bereits seit acht Jahren in Hamburg, Carolin ein halbes Jahr. Da wurde bei ihnen um die Ecke ein Laden frei. „Hier muss irgendjemand ein schönes Café eröffnen“ – so ihr Gedanke. Und dann haben sie es einfach selbst gemacht.

Betriebswirtschaftliches Know-how hat geholfen

Ein mutiger Schritt: Schließlich sind beide keine gelernten Gastronomen. Dafür bringen sie betriebswirtschaftliches Know-how mit. Katrin Mennekes arbeitet als Betriebswirtin für einen Lebensmittelkonzern, Carolin (26) studiert Betriebswirtschaft und beschäftigt sich dabei mit Marketing und Vertrieb.

Für die Café-Eröffnung haben sie sich beide längere Auszeiten genommen. Inzwischen sind sie vor allem abends und an dem Wochenende in ihrem Café und können ansonsten auf gute Mitarbeiter zählen.

Warum das Geschwister-Café in Hamburg eine beliebte Anlaufstelle für Legdener ist

Das Geschwister-Café in Hamburg. Rechts vorne im Bild ist Michael Bröker, ein Gast aus Legden, zu sehen. © privat

Beim Aufbau des Cafés konnten sie übrigens auf ihre Eltern zählen, auch wenn Mutter Anne anfangs skeptisch war. „Ohne unseren Vater gäbe es das Café nicht“, sagt Katrin Mennekes „Das ist eine echte Familiengeschichte.“ Der Bau der Theke, des Kühlhauses, Bänke oder ein neuer Boden – Alfred Mennekes hat viel Arbeit in das Projekt seiner Töchter gesteckt.

An der Geschwister-Scholl-Straße

Der Name stand schnell fest: Das Café liegt an Tarpenbeckstraße, Ecke Geschwister-Scholl-Straße. An diese beiden Widerstandskämpfer zu erinnern und gleichzeitig das Schwester-Thema aufzugreifen - das passte einfach.

Die beiden Schwestern trennen mehr als elf Jahre Altersunterschied. „Wir sind zwei Schwestern, die gegensätzlicher kaum sein könnten, vor allem, wenn es um Geschmack geht“, schreiben sie auf ihrer Facebook-Seite. „Genau das führte zu unserem Konzept“, erzählt Katrin Mennekes. Ihr Motto ist „Geschmäcker sind verschieden“.

Das könnt ihr nicht machen, haben ihnen Zweifler gesagt. „Aber wir sind halt so“, sagt sie. Und sie haben Erfolg. „Ich bin die Traditionellere, bin noch mit der Oma aufgewachsen. Carolin gehört zur Instagram-Generation und schaut danach, was modern und trendig ist“, beschreibt die 37-Jährige lächelnd.

Katerfrühstück mit einem Becher Brühe

Und so gibt es zum Frühstück das bei den Gästen gefragteste Katerfrühstück, so wie es Katrin Mennekes gerne isst, mit Brot, Rührei, Speck und einer Tasse Brühe. Oder aber die Acai-Smoothie-Bowl, Chia-Pudding oder Porridge, wie Carolin Mennekes es bevorzugt.

Warum das Geschwister-Café in Hamburg eine beliebte Anlaufstelle für Legdener ist

Das Katerfrühstück ist das gefragteste Frühstücksangebot und ganz nach dem Geschmack von Katrin Mennekes. © privat

Auch beim Mittagstisch stehen traditionelle und auch mal deftige und trendige Gerichte auf einer Karte. Nur beim Kuchen sind sich beide einig. „Der muss uns einfach schmecken.“ Die Gäste lieben vor allem den „Geschwister-Kuchen“.

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Die Acai-Smoothie-Bowl ist nach dem Geschmack von Carolin Mennekes. © privat

Das Rezept stammt von Mutter Anne Mennekes und besteht aus Eierwaffeln, Schmand und Sahne, rote Grütze, alles geschichtet, und obendrauf gebrannten Mandeln. „Das ist unser Kinderkuchen, mit dem wir groß geworden sind“. Weil ihr Café inzwischen immer gut besucht ist, kaufen sie allerdings auch Kuchen von einem Bäcker dazu.

Seewald-Kaffee kommt aus Legden

Der passende Kaffee zum Kuchen kommt auch aus Legen. „Seewald-Kaffee – der ist so lecker“, sagt Katrin Mennekes und erzählt, dass der Kaffeeröster ganz erstaunt war. „Er hätte nie gedacht, dass wir so viel Kaffee abnehmen.“ Irgendwann kam eine Gruppe Frauen auf ihrer Junggesellinnen-Tour ins Café. „Den Kaffee trinken wir zuhause auch“, erzählten sie erstaunt der Cafébesitzerin. Katrin Mennekes: „Sie kamen aus Stadtlohn.“

Nach eineinhalb Jahren Geschwister-Café sind beide Schwestern zufrieden, wie es läuft. Die nahe Uni-Klinik bringt viele Studenten zu ihnen, das nahe Seniorenstift ältere Gäste. Abends laden sie alle paar Wochen zur Livemusik in ihr Café ein. „Das sind ganz tolle Abende“, beschreibt Katrin Mennekes. Das wollen sie im Sommer vielleicht öfter machen. Und sie denken darüber nach, auch abends zu öffnen. Vielleicht. Denn so verschieden sie beide sind, da sind sie sich einig: „Es ist gut, wie es ist.“

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