Von hier bis Köln

Wirtschaftswegenetz

Würde man die Legdener Wirtschaftswege schnurgerade aneinanderreihen, könnte man auf ihnen ziemlich genau bis zum Kölner Dom fahren: Stattliche 145 Kilometer Länge misst das Wirtschaftswegenetz im Gemeindegebiet. Der Sanierungsbedarf ist hoch, die Mittel sind knapp. Wo soll die Gemeinde da beginnen?

LEGDEN

, 07.12.2015, 18:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Von hier bis Köln

Wirtschaftswege werden nicht nur von Traktoren und Fahrradfahrern genutzt. Auch Gewerbe, Entsorgungsfahrzeuge und PKW-Durchgangsverkehr müssen bei der Klassifizierung der Wirtschaftswege berücksichtigt werden.

Vielleicht kann Christoph Hessel weiterhelfen. Der Legdener ist Mitarbeiter der Bezirksstelle für Argrastruktur der Landwirtschaftskammer. Und die hat es sich zur Aufgabe gemacht, Strategien für Städte und Gemeinden zu entwickeln, wie Wirtschaftswege sinnvoll in Schuss gehalten werden können. Für Ahaus, Rosendahl und Dülmen sei die Bezirkstelle bereits aktiv geworden, so Hessel.

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planen und Bauen hat Hessel das Konzept vorgestellt, wie die Wege mit dem gezielten Einsatz der beschränkten Geldmittel bedarfsgerecht und leistungsfähig erhalten werden - und das nicht nur für die Landwirtschaft. Hessel: "Die Wege im Außenbereich werden ja auch von Anwohner genutzt, von Schulbussen und der Müllabfuhr, von Gewerbetreibenden und von Erholungsuchenden." Aber das, je nach Weg, in sehr unterschiedlichem Ausmaß. Eine genaue Klassifizierung aller 209 Legdener und Asbecker Wegeabschnitte soll künftig bedarfsgerechte Entscheidungen ermöglichen. Nicht alle Wege müssten zwangsläufig mit einer Asphaltdecke ausgebaut sein. Bei Felderschließungen beispielsweise könnten deutlich kostengünstigere Lösungen mit wassergebundenen Fahrbahndecken ausreichen.

Wo sind Löcher zu stopfen?

Wie werden die Wege klassifiziert? Und wer entscheidet am Ende darüber? Hessel: "Wichtig ist die enge Abstimmung mit den Außenbereichsbewohnern." Bewährt habe sich eine enge Zusammenarbeit mit einem kleinen Kreis aus Vertretern den landwirtschaftlichen Ortsverbänden und den Verkehrsvereinen. Über deren Klassifizierungsvorschläge entscheide am Ende der Rat.

Der Ausschuss zeigte sich angetan von der vorgeschlagenen Strategie. "Wir gucken bislang ja immer nur, wo gerade Löcher zu stopfen sind", so der Ausschussvorsitzende Josef Scharlau (CDU). Gerd Heuser (UWG) sah in Hessels Vorschlägen "sehr gute Anregungen". Sigrid Goßling (SPD) nannte den Vortrag "sehr aufschlussreich".

Digitale Datenlage klären

Der Ausschuss gab das Konzept aber noch nicht in Auftrag, weil Hessel noch nicht die Kosten für die Dienstleistung beziffern konnte. Zunächst müsse die digitale Datenlage geklärt werden. Bürgermeister Friedhelm Kleweken zeigte sich optimistisch, dass es nicht zu teuer werden würde. "Die Nachbarkommunen konnten sich das ja auch leisten." Außerdem, so der Bürgermeister, winkten für die Konzepterstellung auch Fördermittel bis zu 50.000 Euro.

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