Vogelgrippe rückt wieder näher: „Oberste Priorität haben unsere Tiere“

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Die Vogelgrippe war für eine Weile in Deutschland vom Bildschirm verschwunden. Jetzt ist sie wieder da und rückt auch näher an den Kreis Borken - sehr zur Sorge eines Legdener Landwirts.

Legden

, 16.11.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist Herbst und somit ist die Zugvogelsaison auf dem höchsten Punkt angelangt. Derzeit hört und sieht man vielerorts die Vogelschwärme an Kranichen und Wildgänsen, die sich auf den Weg in wärmere Gefilde machen.

Doch das ist nicht nur schön, sondern für einige auch besorgniserregend, denn Wildvögel verbreiten wieder das vor ein paar Jahren schon für Geflügelhalter zum Problem gewordene Virus der Vogelgrippe.

Das Friedrich Löffler Institut stuft das Risiko eines Eintrags von H5-Viren nach Deutschland im Laufe des Herbstzuges als hoch ein. Aber was bedeutet das für Landwirte in der Region?

Wildvögel sind ein großes Problem

In mehreren an Nordrhein Westfalen angrenzenden Bundesländern gilt derzeit bereits eine Stallpflicht für Geflügelhalter. Auch in Bad Bentheim in Niedersachen und in den umliegenden Regionen herrscht wegen der Vogelgrippe eine Stallpflicht. Und das ist gar nicht mal mehr so weit weg vom Kreis Borken.

Christian Bomberg, Ortslandwirt in Legden, sieht die größte Gefahr ebenfalls in den Zugvögeln. „Wildvögel sind ein großes Problem, das kann schnell passiert sein“, sagt der Landwirt.

Weiden schnell kontaminiert

Aber die Zugvögel sind doch in der Luft und nicht am Boden bei den Tieren der Landwirte. Wo ist also die Gefahr? „Das ist ganz einfach, aus der Luft können Weiden schnell kontaminiert werden“, erklärt Christian Bomberg. Gemeint ist damit, dass die Tiere aus der Luft auf die Weiden koten und somit ganze Tierbestände mit der Vogelgrippe infizieren können.

Die Vogelgrippe ist eine Tierseuche, die schnell hohe Verluste in die Bestände bringen kann. Das gilt es also zu verhindern für die Landwirte. Bisher gilt in Nordrhein Westfalen allerdings noch keine Stallpflicht. „Aber wenn sie kommt, dann kommt sie“, dann müssen sich alle daran halten und ihre Tiere, die eigentlich in Freilandhaltung leben, im Stall lassen.

„Die oberste Priorität haben unsere Tiere“

Und was hätte es für Konsequenzen für die Landwirte, wenn die Ställe zu blieben? „Wir wollen das Geflügel draußen haben und Freilandhaltung ist ja auch gewünscht, aber wenn die Stallpflicht kommt, dann kommen Sanktionen für die Landwirte, weil sie die Auflagen für Freilandhaltung nicht mehr erfüllen können und dürfen“, sagt Christian Bomberg.

Das bedeutet, dass die Landwirte nicht mehr die Kategorie Freiland- oder Biohaltung erfüllen und für ihre Eier und Tiere weniger Geld bekommen. „Aber die oberste Priorität haben nun einmal unsere Tiere“, sagt Christian Bomberg.

Damit die Tiere draußen vor der Vogelgrippe geschützt sind, empfiehlt er die Futter- und Wasserstätten abzudecken, sodass Wildvögel nicht hinein koten können oder die komplette Fütterung in den Stall zu verlegen. „Danach können sie ja wieder nach draußen.“

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