Mit Bauzaun wurde der eingefallene Garten abgesperrt. Der Gehweg wurde mit Stahlplatten gesichert. © Laura Schulz-Gahmen
Tagebruch im Garten

Trotz Tagebruch: Bohrung im Amprion-Tunnel läuft bereits wieder

Obwohl es in den vergangenen Tagen in Legden zu einem Tagebruch wegen des Amprion-Tunnels kam, laufen die Arbeiten im Tunnel bereits wieder.

In Legden wird für das Projekt Dörpen West – Niederrhein (EnLAG 5) in 14 Metern Tiefe der erste begehbare Energietunnel gebohrt. Die Arbeiten laufen seit April, am Montag und am Dienstag ist es in der Gemeinde Legden jedoch zu einem Tagebruch gekommen. Dieser ist auf einem Gehweg und in einem angrenzenden Garten aufgetreten.

Die Untersuchungen vom Mittwoch, 14. Juli, durch das Unternehmen Amprion und das bauausführende Unternehmen sowie die vorliegenden Daten der vorhergegangenen Bodenuntersuchungen deuten darauf hin, „dass es sich um einen lokal begrenzten Vorfall handelt“, heißt es am Donnerstagnachmittag in einer Pressemitteilung von Amprion. Auf Nachfrage der Redaktion erklärt Stefan Sennekamp: „Es handelt sich um eine seltene, lokale Abweichung der Bodenverhältnisse, die durch die vorherigen Sondierungen nicht erfasst wurde.“

Keine Hinweise auf Risiken

Die Untersuchungen an der Baustelle und der Einsturzstelle haben laut des Übertragungsnetzbetreibers keine Hinweise darauf gegeben, dass weitere Hohlräume im Boden vorhanden sind. „Außerdem können wir anhand der umfangreichen Baugrunduntersuchungen der vergangenen Jahre keine Hinweise auf derartige Risiken für das weitere Umfeld feststellen“, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Aus technischen Gründen wurde der Vortrieb am Donnerstagmorgen, 15. Juli, wieder angefahren. Heißt: „die Bohrung ist am Donnerstagmorgen wieder gestartet.“ Aber was bedeutet aus technischen Gründen?

Hälfte des Weges ist geschafft

Zum Anfahren des mittlerweile 750 m langen Rohrstrangs müssen erhebliche Reibungskräfte überwunden werden, die durch Verklebungen kontinuierlich anwachsen, sodass die erforderlichen Pressenkräfte nicht aufgebracht werden können.

„Je länger wir warten, umso schwerer wird es aus technischen Gründen, die Bohrungen wieder anzufahren“, schreibt Stefan Sennekamp auf Nachfrage der Redaktion. Zu spätes Anfahren mit sehr hohen Pressdrücken könnte zu Schäden an bereits durchfahrenen Stellen führen.

Sandige Unstetigkeitsstelle

Übertage sind alle Flächen gesichert. Die Oberflächen im Gefahrenbereich wurden mit Stahlplatten abgedeckt. Bauzäune wurden als weitere Maßnahme entlang der Bohrung aufgestellt. Die betroffene Straße bleibt weiter gesperrt. „Seitens der Bauüberwachung wurden in der Straße Messstellen eingerichtet, über die Bewegungen im Untergrund erfasst werden können“, heißt es von Amprion weiter.

Die Tunnelbohrmaschine konnte am Donnerstag um etwa zwei Meter vorgefahren werden. Nachbrüche sind bislang nicht aufgetreten. Wegen der Erhöhung des Stützdrucks kam es kurzzeitig zu einem Austritt von Stützflüssigkeit an die Oberfläche, was nicht überraschend sei. Gefördert wurde ein sandiger Boden, der gemäß Baugrundgutachten nicht zu erwarten war. Diese Tatsache stütze die Annahme, „dass wir eine im Baugrund vorhandene Unstetigkeitsstelle durchfahren haben“.

Bezirksregierung war vor Ort

Zuständig für das Pilotprojekt Untertunnelung ist nicht nur die Bezirksregierung Münster, sondern insgesamt sind es drei Ebenen. „Da es sich bei dem Tunnel um ein Pilotprojekt handelt und diese Bauweise neu ist, sind alle drei Ebenen, der Kreis, die Bezirksregierung und die Gemeinde, in ständigem Austausch mit dem Unternehmen Amprion“, sagt Kreispressesprecherin Ellen Bulten auf Anfrage der Redaktion.

Laut Informationen von Ellen Bulten war die Bezirksregierung am Donnerstag zusammen mit dem Unternehmen Amprion in Legden vor Ort. „Die Bezirksregierung hat bis jetzt den engsten Draht zum Unternehmen“, so Bulten weiter.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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