Die Mitarbeiter in den Gastronomiebetrieben der Tobit.Labs sollen zukünftig nur noch Jobs bekommen, wenn sie vollständig geimpft sind. Wann diese Regelung greift, ist laut Tobias Groten aber noch nicht klar. (Symbolbild) © Louis Hansel on Unsplash
Gastronomie

Tobit.Labs verpflichten Service-Mitarbeiter zur Corona-Impfung

Eine offizielle Impfpflicht gibt es nicht. Die Tobit.Labs machen für ihr Personal in der Gastronomie trotzdem eine klare Ansage: Arbeiten darf dort künftig nur, wer komplett geimpft ist.

In den Bars und Restaurants der Tobit.Labs in Ahaus sollen bald nur noch Personen arbeiten, die komplett geimpft sind. Das hat Tobias Groten, Gründer und Chef der Tobit.Labs, am Freitag auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt.

In einer Mitteilung an die Mitarbeiter in der Gastronomie der Tobit.Labs gab es vor wenigen Tagen eine klare Ansage: „Eure Gesundheit und die unserer Kunden und Gäste steht für uns an oberster Stelle. Deshalb bekommen in Kürze und bis auf Weiteres nur noch die Personen Jobangebote, die vollständig geimpft sind“, heißt es in der Nachricht an die Mitarbeiter.

Einzelne Jobs werden digital vergeben

Zum Hintergrund: Die einzelnen Jobs in den Gastronomiebetrieben der Tobit.Labs werden digital vergeben. Per App wird beispielsweise freigeschaltet, wieviele Kellner oder wieviel Thekenpersonal für einen Betrieb an einem Tag benötigt werden. Diejenigen, die sich registriert haben, bekommen diese Jobs angezeigt und können sich darauf bewerben.

Dabei handelt es sich um dieselbe App, mit der man sich auch für einen Schnelltest registrieren kann. In dieser App kann der Nutzer auch seinen aktuellen Impfstatus hinterlegen. Wer das nicht tut, bekommt also in Zukunft schlicht keine Jobs in der Gastronomie des Unternehmens angezeigt – und kann sich nicht darauf bewerben.

Zeitpunkt für Umsetzung ist im Moment noch offen

Wann es soweit ist, lässt Tobias Groten im Moment noch offen: „Die Nachricht hat zunächst keinerlei Auswirkungen auf irgendwas, sondern ist nur eine Ankündigung“, erklärt er. Er sieht es als gut gemeinten Rat. „Wir wollen den Gastroleuten den Tipp geben, dass sie sich impfen lassen“, sagt er. Das Unternehmen schaue bewusst weit nach vorne: „Wer jetzt erst einen Impftermin annimmt, braucht – je nach Impfstoff – bis zu sechs Wochen, bis die Schutzwirkung anerkannt ist. Bis dahin wird es an vielen Stellen im Leben sicher große Einschränkungen für Ungeimpfte geben“, erklärt er.

Aktuell wolle er noch nicht die Diskussion eröffnen, ob die Impfpflicht auch für Gäste gelten soll. Klar sei, dass das im Next der Fall sein werde, wenn es wieder öffnet. „Das steht außer Frage“, sagt Tobias Groten.

Groten vergleicht Impfung mit Rauchverbot in der Gastronomie

Ist das nicht ein Eingriff in die Selbstbestimmung der Mitarbeiter oder verstößt die Ankündigung gar gegen das Arbeitsrecht? Schließlich gibt es ja in Deutschland auch ausdrücklich keine Impfpflicht gegen das Coronavirus. Direkt beantwortet Tobias Groten das nicht. Stattdessen wählt er ein anderes Beispiel aus der Vergangenheit: das Rauchverbot in der Gastronomie. „Das basiert in NRW ausschließlich auf dem Gesetz zum Schutz der Beschäftigten“, erklärt er.

Sie hätten das Recht auf freie Arbeitsplatzwahl und körperliche Unversehrtheit. Deswegen dürfe an ihrem Arbeitsplatz nicht geraucht werden. Mit dem Impfschutz werde es ähnlich laufen: „Ungeimpfte dürfen dann nicht mehr in die Gastronomie, weil sie damit den Mitarbeitern gefährlich werden könnten“, sagt er.

Teile der Nachricht an die Mitarbeiter hatte ein Facebook-Nutzer anonym im sozialen Netzwerk Facebook veröffentlicht. Auch unsere Redaktion erhielt eine anonyme Zuschrift mit dem Inhalt der Nachricht. Darin ist von massivem psychologischen Druck auf Mitarbeiter die Rede, sich impfen zu lassen.

Ansage an das Personal komme bisher gut an

Ein Vorwurf, den Tobias Groten beiseite wischt. Bisher gebe es vom Personal nur zwei Reaktionen: Einige wenige Mitarbeiter hätten sich für die Info bedankt und erklärt, dass sie sich ohnehin demnächst impfen lassen wollen. „Aber fast 90 Prozent sind bereits mindestens einmal geimpft“, sagt er. Das sei kein Wunder: Viele hätten in den vergangenen Wochen und Monaten in den Teststellen gearbeitet und seien daher schon ewig mit den Impfungen durch.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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