SuS Legden sauer: Verletzter Marco Reuß sollte für Transport ins Krankenhaus bezahlen

dzFußball

Schwere Verletzungen erlitt Marco Reuß vom SuS Legden bei einem Hobbyturnier. Ins Krankenhaus brachten ihn die Rettungskräfte aber nicht. Verein und Spieler haben dafür kein Verständnis.

Legden

, 10.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Es war nur ein Juxturnier, das die Legdener Nachbarschaften am Pfingstwochenende im Dahliendorfstadion austrugen. Umso ärgerlicher für Marco Reuß, dass er sich dabei schwer verletzte – einen Kreuzbandriss und einen Meniskusschaden beklagt der 21-Jährige. In dieser Saison wird er wohl nicht mehr für den SuS auflaufen und auch seinen Beruf als Tischler kann er bis auf Weiteres nicht ausüben.

Jetzt lesen

Dass der Fußball diese Risiken mit sich bringt, ist Marco Reuß bewusst. Was ihn und auch die Verantwortlichen beim SuS Legden aber auch heute noch ärgert, ist das Auftreten der Rettungskräfte an jenem 8. Juni. Die hätten, so schildern es die Legdener, die Verletzung nicht ernst genommen und dem Fußballer den Transport ins Krankenhaus verweigert – zumindest ohne eigene Kosten.

Marco Reuß: „Ich habe es dreimal knacken gehört“

Wie seine Verletzung zustande kam, daran erinnert sich Marco Reuß noch genau: „Es war unser zweites Spiel im Turnier und ich habe ohne Einwirkung eines Gegenspielers eine doofe Bewegung gemacht, es dann dreimal knacken gehört und sofort geahnt, dass es was Schlimmeres sein muss.“

Er habe mit dem verletzten Bein nicht mehr auftreten können, daher hätten ihn zwei Mitspieler vom Platz in die Umkleide transportiert. „Da wurden die Schmerzen dann so stark, dass mein Kreislauf zusammengesackt ist, mir wurde richtig schwindelig und ich habe Schweißausbrüche bekommen.“

Keine Schwellung am Knie

Recht schnell seien die herbeigerufenen Rettungskräfte von den Johannitern vor Ort gewesen. „Ich sollte mein Oberteil ausziehen, damit sie meinen Blutdruck messen können“, so Marco Reuß. „Aber es fiel mir sehr schwer, gerade sitzen zu bleiben. Als ich mich dann aus Reflex nach vorne gebeugt und mich auf meinen Oberschenkeln abgestützt habe, meinten die Sanitäter, dass es ja so schlimm nicht sein könnte, wenn ich mich noch auf dem Bein abstützen könnte.“ Auch hätten sie keine Schwellung am Knie gesehen.

Als sich der Fußballer daraufhin zweimal übergeben musste, hätten die Rettungskräfte vermutet, dass Alkohol der Grund sein könne. „Sie haben mich gefragt, wie viel ich getrunken habe.“ Wie üblich bei so einem Turnier, habe er zwar schon ein wenig getrunken, aber das sei auf keinen Fall der Grund fürs Erbrechen gewesen.

SuS Legden sauer: Verletzter Marco Reuß sollte für Transport ins Krankenhaus bezahlen

Marco Reus (r.) im Einsatz für den SuS Legden. © Johannes Kratz

Ins Krankenhaus hätten ihn die Rettungskräfte nur als „Privatfahrt“, also auf eigene Kosten, bringen wollen. „Das habe ich aber nicht eingesehen, deshalb hat mich dann die Mutter eines Kumpels nach Coesfeld ins Krankenhaus gebracht.“ Dort sei er zunächst geröntgt worden und drei Tage später hätte ein Orthopäde im MRT einen Kreuzbandriss und einen Meniskusschaden festgestellt.

Dass die Rettungskräfte Marco Reuß nicht ins Krankenhaus brachten, kann auch sein Kumpel Joel Vogt, der sowohl beim Spiel als auch bei der Untersuchung in der Kabine dabei war, nicht nachvollziehen. „Es war offensichtlich, dass er verletzt war und nicht mehr laufen konnte. Ich denke, da hätte man anders reagieren sollen.“

Der SuS Legden hat den Vorfall auf seiner Homepage kommentiert, Marco Reuß hat eine Beschwerde an die Johanniter geschickt. Die leiteten diese an den Kreis Borken als Träger des Rettungsdienstes weiter.

Für den Kreis stellt sich die Sache anders dar

Beim Kreis Borken ist der Fall bekannt, wie Karlheinz Gördes von der Pressestelle mitteilte. „Wir werden inhaltlich aber nichts dazu sagen, weil es sich hier um Patientendaten handelt. Nach jetzigem Stand und Rücksprache mit den Rettungskräften stellt sich die Sache aber anders dar, als es auf der Internetseite des Vereins zu lesen ist.“

Zu einer abschließenden Wertung sei der Kreis aber noch nicht gekommen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt