Stapelbroek baut 3500 Passagierkabinen für die Meyer-Werft: Gößter Auftrag der Geschichte

dzStapelbroek in Legden

Das Unternehmen Stapelbroek siedelte 2017 im Industriepark Ahaus-Legden an. Der Laden brummt: Während eine neue Halle geplant wurde, konnte auch ein neuer Großkunde an Land gezogen werden.

Legden

, 20.12.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Das ist ein Riesenschritt für den Produktionsstandort in Legden. Ein Meilenstein.“ Lars Albers, Managing Director bei Stapelbroek, sind Stolz und Freude über den größten Auftrag der Firmengeschichte beim Gespräch mit der Redaktion noch Tage nach der guten Nachricht anzumerken: Das Legdener Unternehmen baut für die Meyer-Werft in Papenburg die Möbel in insgesamt 3500 Passagierkabinen auf drei neuen Kreuzfahrtschiffen. Komplett mit allen Gewerken und bis hin zur Ausstattung mit Wasserkocher und Kaffeetasse wird in Legden der Auftrag in Zusammenarbeit mit Partner-Firmen abgewickelt.

Stapelbroek baut 3500 Passagierkabinen für die Meyer-Werft: Gößter Auftrag der Geschichte

Jürgen Stapelbroek (l.) legte 1993 in Stadtlohn den Grundstein für das Unternehmen und siedelte zwei Jahre später nach Legden um. Mit Geschäftsführer Lars Albers (r.) kann er sich nun über den größten Auftrag in der 26-jährigen Firmengeschichte freuen und eine Erweiterung planen. © Stapelbroek

Das Auftragsvolumen liegt bei 15 Millionen Euro. Und Stapelbroek hat einen Fuß in der Tür bei der rennomierten Werft in Papenburg. Allerdings ist Schiffsbau keine Neuheit für das Unternehmen: Der Auftrag bei der MV-Werft in Wismar läuft aktuell – da richten die Legdener mehr als 5000 Kabinen auf Riesen-Kreuzfahrtschiffen ein.

Es läuft. So wurde in diesem Jahr im Hintergrund an der Erweiterung des Standorts gearbeitet. Gerade wurde der Bauantrag für eine neue Kommissionier- und Logistikhalle unterzeichnet. 5300 Quadratmeter groß wird sie, soll hauptsächlich als Lager dienen, aber auch Kommissionierfläche sowie Be- und Entladezonen vorhalten und des Weiteren noch Platz für neue Büroflächen bieten. „Moderne Arbeitsplätze“, wie es Lars Albers beschreibt.

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Denn nicht nur in Bezug auf Gebäude, auch an Personal will Stapelbroek größer werden. „Wir suchen kontinuierlich Mitarbeiter aus allen Bereichen“, sagt der Geschäftsführer, aktuell vor dem Hintergrund des Auftrags aus Papenburg besonders für die Bereiche Projektleitung, Arbeitsvorbereitung/Konstruktion, Logistik und ganz klassisch auch Tischler für die Produktion. „Wir suchen Leute, die zu uns passen. Da sind Mentalität und Charakter für uns schon mal wichtiger als die letzte Qualifikation“, beschreibt Albers die Firmenphilosophie in puncto Personal: „Der Teamgedanke wird großgeschrieben.“

Fünf Millionen will Stapelbroek 2020 investieren

Neue Halle, neue moderne Maschinen, Logistikprozesse und Digitalisierung: Fünf Millionen Euro will Stapelbroek im Jahr 2020 investieren. Das Wachstum stellt das Legdener Unternehmen dabei auf die Basis eines großen Kundenmixes. „Um das Gesamtrisiko zu minimieren“, wie Lars Albers erläutert. Dabei ist, wie viele vielleicht nicht ahnen, das Unternehmen kein reiner Tischlerbetrieb mehr, wie ihn Jürgen Stapelbroek 1993 zunächst in Stadtlohn gründete: Stapelbroek agiert als Generalunternehmer.

Stapelbroek baut 3500 Passagierkabinen für die Meyer-Werft: Gößter Auftrag der Geschichte

Die Firma Stapelbroek siedelte 2017 im Industriepark Ahaus-Legden an, an der B474, direkt an der Auffahrt zur Autobahn 31. © Stapelbroek

„Wir sehen uns als absoluter Dienstleister am Kunden“, sagt der Geschäftsführer: Wenn der Kunde das möchte, bekomme er von Stapelbroek das „Rundum-Paket“. Stapelbroek selbst produziert dann im Gewerk Möbel und Ladenausbau, organisiert aber auch alle anderen technischen Gewerke von Klima und Lüftung über Sanitär bis zur Elektroinstallation. Und kümmert sich auch noch um die Ausstattung. „Wir haben ein gefestigtes Netzwerk“, sagt der Geschäftsführer über die Partner-Unternehmen.

Die Meyer-Werft ist neben der MV Werft der zweite Ankerkunde

Kunden sind Architekten, Investoren, Produktsteuerer oder Projektsteuerer auch viele namhafte Unternehmen. Büros bei Google, HP und Mercedes Benz hat Stapelbroek schon eingerichtet, Hotelzimmer bei den Ketten Marriot und B&B oder Läden von Douglas, Tommy Hilfiger oder Edeka. Und: „Wir sind froh, dass wir neben unserem Kunden MV Werft nun mit der Meyer Werft einen zweiten Anker-Kunden aufbauen konnten“, betont Lars Albers.

In diesem Jahr werden rund 60 Millionen Umsatz gemacht, 160 Mitarbeiter beschäftigt das Legdener Unternehmen. Der Teamgedanke werde genauso beim spontanen Freitagabends-Bier in der Lounge im Unternehmen, bei Planwagenfahrt oder Weihnachtsfeier oder auch bei der Teilnahme an den „Mud Masters“ gelebt, zählt der Geschäftsführer auf. 45 Stapelbroek-Mitarbeiter traten als Team an bei dem schlammigen Spaßsportevent.

„Der neue Standort hat noch mal einen Schub gegeben“

Seit Mitte der 90er-Jahre ist Stapelbroek in Legden ansässig, 2017 erfolgte der Neubau im Industriepark Ahaus-Heek-Legden. „Der neue Standort hat noch mal einen Schub gegeben“, stellt Lars Albers fest. Neben Großauftrag und neuer Halle gibt es auch noch eine Erweiterung der Angebotspalette. „Anfang des Jahres werden wir den ersten Auftrag aus dem Bereich Rohbau starten“, kündigt der Geschäftsführer an. Stapelbroek übernimmt den Roh- und den Innenausbau für die Niederlassung des französischen Spieleentwicklers Ubisoft in Düsseldorf.

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