Die Gottesdienste zu Weihnachten werden in Legden und Asbeck nicht abgesagt, sondern wie geplant gefeiert. Besucher müssen sich vorab angemeldet haben. © Maximilian Konrad
Reaktionen auf Präsenzgottesdienste

So reagiert das Netz auf Präsenzgottesdienste der Katholischen Kirche

Die Facebook-Gemeinde reagiert mit Unverständnis auf die Präsenzgottesdienste der Katholischen Kirche in Legden. Wir haben das Bistum Münster mit den Kommentaren konfrontiert.

Die Kontaktbeschränkungen sind wieder verschärft worden, deshalb verzichten einige Kirchen auf Gottesdienste, nicht aber die Katholische Kirche in Legden. Man wolle mit den Präsenzgottesdiensten den Menschen Hoffnung und Kraft schenken in dieser schweren Zeit, heißt es von der Gemeinde St. Brigida – St. Margareta Legden. Das kommt aber nicht bei allen gut an.

Bei Facebook wird heiß darüber diskutiert, ob es sinnvoll ist, Präsenzgottesdienste abzuhalten und den Menschen die Wahl zu lassen. Die Evangelische Kirche hat diese Entscheidung nicht den Kirchgängern überlassen: „Ich finde es nicht richtig, die Menschen in so einen Konflikt zu bringen“, hatte Pfarrer Olaf Goos von der evangelischen Christus-Gemeinde erklärt. Daher finden in der Gnadenkirche in Legden und in den anderen Kirchen der Gemeinde aktuell keine Gottesdienste statt.

Reaktionen auf Facebook

Eine Facebook-Nutzerin schreibt: „Pfarrer Olaf Goos bringt es auf den Punkt. Es ist ein wahnsinniger Konflikt, der ausgelöst wird.“ Das gelte in ihren Augen auch für den Kommunionsunterricht, der in ständig wechselnden Haushalten stattfinden darf und so für Konflikte unter den Eltern sorge.

Ein weiterer Facebook-Nutzer sagt zu den Präsenzgottesdiensten der Katholischen Kirche: „Die Viren machen auch vor der Kirche nicht halt und ein Lockdown ist ein Lockdown und zwar für alle. Mit diesen ganzen Ausnahmen hier und dort kommen wir aus der Nummer in diesem Jahr nicht mehr raus. Wenn die katholische Kirche nicht darauf aus ist vermehrt den letzten Segen zu geben sollte sie ihre Haltung schnell überdenken.“

Verständnis für Gottesdienste bekommt sofort Gegenwind

Doch trotz aller Gegner, gibt es auch Verständnis für die Entscheidung der Katholischen Kirche, nicht auf Präsenzgottesdienste zu verzichten: „Ich finde die Vorsichtsmaßnahmen in der Kirche völlig ausreichend. Dauerhaft die Maske auf! Abstände sind mehr als ausreichend! Und desinfiziert wird doch auch zwischendurch immer! Da ist die Gefahr beim Einkaufen im Supermarkt oder die Entsorgung am Wertstoffhof deutlich gefährlicher weil dort die Abstände viel zu selten eingehalten werden. Außerdem wird ja keiner gezwungen in die Kirche zu gehen! Wer es für sich als zu gefährlich einstuft, darf gerne zu Hause bleiben. Da bin ich der letzte der dafür kein Verständnis hätte“, schriebt ein Facebook-Nutzer.

Doch auch hier kommt sofort Gegenwind. Eine Antwort darauf: „Das Konzept Abstand, Maske, Desinfektion ist in den Kirchen genau so gut oder schlecht wie anderswo, wo es halt trotzdem verboten ist – obwohl im Gegensatz zur Kirche dort überall Existenzen dran hängen. Die Devise ist derzeit nun mal, so viele Kontakte wie möglich zu reduzieren.“

Es gibt keinen allgemein gültigen Königsweg

Aber was sagt das Bistum Münster zu den Kommentaren? Anke Lucht von der Pressestelle des Bistums Münster weiß um die Argumente, die die Facebook-Nutzer gegen die Präsenzgottesdienste hervorbringen.

Sie sagt aber: „Grundsätzlich ist wichtig festzustellen, dass die Entscheidung, ob Präsenzgottesdienste stattfinden oder nicht, die Kirchengemeinden vor Ort treffen. Sie sind darin völlig eigenständig. Die Position des Bistums Münster dazu ist, dass das Bistum keine grundsätzliche Absage von Präsenzgottesdiensten empfiehlt.“ Heißt jede Kirchengemeinde entscheidet selbst.

Einen allgemein gültigen Königsweg gebe in dieser Situation nicht. Dank vieler Ehren- und Hauptamtlicher gebe es als Alternativen zu Präsenzgottesdiensten beispielsweise Gottesdienstübertragungen und alternative Angebote wie etwa Vorlagen für Hausgottesdienste, die gerade zu Weihnachten eigens erarbeitet wurden.

Kirche bekam im ersten Lockdown viel Kritik

Der Staat verbiete Gottesdienste nicht, weil sie nicht als Veranstaltungen zählen würden, wie etwa Kino- oder Theatervorführungen. Im ersten Lockdown habe die Kirche viel Kritik erhalten, weil die Menschen in Gotteshäuser gerade in so einer Zeit nicht den nötigen Trost und Stärkung erfahren konnten. Aus gutem Grund gebe es das Recht auf ungestörte Religionsausübung.

Trotzdem sagt Anke Lucht auch: „Natürlich aber macht der Staat für die Feier der Gottesdienste zurzeit strenge und sinnvolle Hygiene- und Abstandsauflagen, an denen die Verantwortlichen sich orientieren. Nicht umsonst sind von unseren Gottesdiensten bislang keine großen Infektionsgeschehen bekannt geworden.“

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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