SPD und UWG fordern neue Lösungen für Ferienbetreuung – CDU lehnt eigenen Fördertopf dafür ab

dzFerienbetreuung in Legden

Die Ferienbetreuung der OGS soll verlängert werden – das wünscht sich der Jugendausschuss. Aber gibt es weitere Möglichkeiten, zum Beispiel durch Ehrenamtliche? Ein Arbeitskreis soll tagen.

Legden

, 07.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Ferienbetreuung, die die OGS an der Brigidenschule anbietet, soll in den Sommerferien von zwei auf drei Wochen verlängert werden. Die Gemeindeverwaltung wurde vom Schul-, Sport-, Jugend- und Kulturausschuss beauftragt, mit den OGS-Träger, dem Kolping-Bildungswerk, über die Möglichkeiten zu sprechen und die Kosten abzuklopfen.

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Gleichzeitig soll aber der schon 2017 geforderte Arbeitskreis mit Vereinen, Interessierten und Kommunalpolitikern tagen, um andere Möglichkeiten der Betreuung von Kindern in Ferienzeiten auszuloten.

Es war eine lange Diskussion in der Ausschusssitzung, am Ende aber waren sich die Fraktionen einig. Auf der Tagesordnung stand der Antrag von Christiane Heinzel, die sich eine Ausweitung und Vergünstigung der Ferienbetreuung wünschte. Die Legdenerin hatte sich vor vier Jahren mit anderen Eltern dafür eingesetzt, dass überhaupt eine professionelle Ferienbetreuung in Legden eingerichtet wurde.

SPD und UWG fordern neue Lösungen für Ferienbetreuung

Derzeit werden im Sommer zwei und in den Oster- und Herbstferien je eine Woche Betreuung angeboten. „Wir wollen zeitgemäße Politik machen“, sagte Gabriele Uppenkamp (CDU) und schlug vor, die Kosten und Machbarkeit für vier Wochen in den Sommerferien und jeweils die ganzen Oster- und Herbstferien zu prüfen.

Da meldete sich Jürgen van Deenen vom Kolping-Bildungswerk zu Wort. Dieser Zeitraum gehe nicht, weil ja auch das Personal der OGS Urlaubsansprüche habe. Uppenkamps Vorschlag, für jeweils die Hälfte aller Ferien eine Betreuung anzubieten, sah er als realisierbar an.

Mit dem Jugendhaus Pool ging es im vergangenen Sommer im Rahmen des Ferienprogramms in den Freizeitpark Fort Fun.

Mit dem Jugendhaus Pool ging es im vergangenen Sommer im Rahmen des Ferienprogramms in den Freizeitpark Fort Fun. © privat

Dieser Zeitraum reichte UWG und SPD aber nicht. „Wir müssen auch andere Möglichkeiten abklopfen“, sagte Sigrid Gosling (SPD). „Wir sind Zukunftsdorf. Die Masse an Schulkindern kommt auch noch“, ergänzte sie. „Wir sehen die Notwendigkeit, dass man da aktiv wird“, betonte Gosling mit Blick auf den Arbeitskreis, dessen Bildung die SPD und die UWG forderten.

Ferienangebote der Ehrenamtlichen entzerren

Den Hinweis von Bürgermeister Friedhelm Kleweken, dass man im September mit allen Vereinen gesprochen habe und dass es aus verschiedenen Gründen schwierig sei, die Angebote der Ehrenamtlichen zu entzerren, konterte Gerd Heuser (UWG): „Leider erfahren wir das immer nachher.“

Die Koordination laufe „noch nicht so rund“, die Angebote würden sich überschneiden, seien schlecht verteilt, meinte er. Heuser schlug noch ein, Tagesmütter in den Arbeitskreis einzuladen. Es sei „eine Lachnummer“, dass der Ratsbeschluss von 2017 für einen Arbeitskreis wieder hervorgeholt werden musste.

Eltern sollen gefragt werden, ob sie sich in die Betreuung einbringen wollen

Letztlich soll nun vor den Sommerferien jeweils ein Fraktionsmitglied zu dem Treffen mit Vereinen eingeladen werden, der OGS-Träger wurde gebeten, zusammen mit der Bedarfsabfrage für eine Ferienbetreuung auch die Bereitschaft von Elternteilen abzufragen, sich in eine Betreuung von Kindern in den Ferien einzubringen.

Für den Sommer 2020 würden aber noch die zwei Wochen in dem Sommerferien mit der Ferienbetreuung durch die OGS gelten, machte Jürgen van Deenen deutlich. Nun wird die Verwaltung mit dem Kolping-Bildungswerk Gespräche führen, was möglich ist. Die Kostenfrage müsse später geklärt werden.

Ausweitung ist gut, aber Kosten sind zu hoch

Und was sagt Antragstellerin Christiane Heinzel dazu? „Die geplante Ausweitung der Ferienbetreuung hilft uns sehr viel weiter“, sagt die Legdenerin. Nur: „Zum Preis von 80 Euro pro Woche würde ich diese auch nicht buchen, vielleicht dann jeweils eine Woche in Sommer-, Herbst- und Osterferien.“

Christiane Heinzel aus Legden möchte, dass die Ferienbetreuung in Legden zeitlich ausgeweitet und kostengünstiger wird.

Christiane Heinzel aus Legden möchte, dass die Ferienbetreuung in Legden zeitlich ausgeweitet und kostengünstiger wird. © privat

Sie fragt sich aber auch, warum nicht wie andernorts in den Sommerferien fünf oder sechs Wochen angeboten werden, und nennt die OGS in Stadtlohn in Trägerschaft des Jugend- und Familienbildungswerks (JFB) als Beispiel. „Es müssen ja nicht alle OGS-Kräfte gleichzeitig arbeiten.“ Die eine Gruppe könne in den ersten drei Wochen arbeiten und habe danach drei Wochen Urlaub und umgekehrt.

Ferienangebote sind toll, aber kein Ersatz für eine Betreuung

Eine klare Meinung hat die zweifache Mutter auch zu den Ferienangeboten der Vereine: „Ich sehe diese wirklich tollen Ferienangebote nicht als Betreuung. Das sind Freizeitangebote, die berufstätige Eltern jedoch nicht entlasten.“ Sie nennt ein Beispiel. Die Kolping-Ferienspiele, im Übrigen von ihrem Mann geleitet, beginnen um 9 Uhr. „Da arbeiten ja die die meisten Eltern schon längst.“

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Und zu einem zehntägigen Ferienlager würde sie ihre Kinder nicht aus der Motivation heraus anmelden, in der Zeit arbeiten gehen zu können: „Nicht jedes Kind mag ein Zeltlager.“

Im Hauptausschuss, der am Mittwoch tagte, stand der gemeinsame Antrag von UWG und SPD, eben für die gewünschte Verbesserung der Zeiträume der Ferienbetreuung in Legden ab dem übernächsten Schuljahr auch eine Haushaltsstelle in Höhe von 5000 Euro einzurichten, zur Diskussion.

CDU lehnt eigenen Fördertopf für Ferienbetreuung ab

Dieser wurde von der CDU-Mehrheit abgelehnt. Wie Martina Schrage auf Anfrage der Redaktion mitteilte, sei den Christdemokraten die Verwendung des Geldes jetzt, wo der Arbeitskreis noch nicht getagt habe, zu ungenau. Zum anderen bezuschusse der Kreis Borken mit seinem zuständigen Jugendamt die Ferienmaßnahmen von Vereinen. Weil die Gemeinde Legden die Jugendamtsumlage an den Kreis zahle, sei eine weitere Haushaltsstelle im übrigen auch als Doppelförderung zu sehen.

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