Irgendwie weht noch der Hauch der 50er-Jahre durch den Flur des Legdener Rathauses. © Anne Winter-Weckenbrock
Rathaus Legden

Rathaus platzt aus allen Nähten – Legden muss Millionen investieren

Das Rathaus wurde 1957 gebaut. Der Zahn der Zeit nagt am Gebäude: Nicht nur, dass eine energetische Sanierung notwendig ist, es herrscht auch Platzmangel. Eine wichtige Entscheidung ist nötig.

Es ist ein Projekt, das die Kommunalpolitiker in den nächsten Jahren beschäftigen wird. Teuer wird es in jedem Fall, nur als erstes muss die entscheidende Frage beantwortet werden: Sanierung, Umbau oder sogar Neubau? Es geht um das Rathaus. Das hat Baujahr 1957 und ist deswegen auch energetisch nicht auf dem neuesten Stand.

Mehrere Male und auch in der Haushaltsplanung im vorigen Jahr sei auf die hohe Arbeitsbelastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde und den steigenden Personalbedarf hingewiesen worden, ist im Vorbericht zum Haushaltsplan des Jahres 2021 zu lesen. Das Thema muss bald auf die Tagesordnung, meint die Verwaltungsspitze, und hat deshalb für das laufende Jahr schon einmal 3000 Euro an Ausgaben eingeplant.

Legden muss Millionen für das Rathaus investieren

Mit der Höhe der Summe nimmt das Thema dann auch zumindest im Haushaltsplan Fahrt auf: 50.000 Euro sind für 2022 eingeplant, für die Jahre 2023 und 2024 jeweils 1,5 Millionen Euro. „Das sind geschätzte Zahlen“, betonte Bürgermeister Dieter Berkemeier am Mittwoch im Telefonat mit der Redaktion mit Blick auf die drei Millionen Euro. Aber Summen müssten ja im Haushaltsplan eingestellt werden, damit beim Blick auf die nächsten Jahre ins Auge fällt, wo Investitionen anstehen.

Der Platzmangel im Rathaus könnte sich durch die geplante Einstellung eines gemeindlichen Klimamanagers noch verschärfen. Denn: „Bereits jetzt haben nicht mehr alle Mitarbeiter des Rathauses noch einen eigenen Arbeitsplatz. Teilweise muss in Besprechungsräume ausgewichen werden“, beschreibt der Bürgermeister die Situation. Für den Klimamanager müsse vorab zumindest eine Interimslösung geschaffen werden.

„Ein eher nüchterner Zweckbau“

„Generell ist somit eine Erweiterung/Sanierung des Rathauses zwingend erforderlich“, bilanziert die Verwaltungsspitze. Das Legdener Rathaus ist im Jahre 1957 erbaut worden. 2007 wurde das 50-Jährige mit einer Dokumentation gewürdigt. „Unser Legdener Rathaus ist – wie die meisten Rathäuser seiner Zeit – ein eher nüchterner Zweckbau, der sich allerdings architektonisch harmonisch in das Ortsbild einfügt“, schrieb der damalige Bürgermeister Friedhelm Kleweken in der Dokumentation.

Wenngleich das Rathausgebäude in den vergangenen 50 Jahren verschiedene Änderungen in Form von Um- und Erweiterungsbauten erfahren habe, so sei es von der äußeren Gestaltung her doch weitgehend unverändert geblieben und habe seinen ursprünglichen Charakter bewahrt, so Kleweken weiter. Eingeweiht wurde das Rathaus am 25. Januar 1958 nach einer „Rekordbauzeit“.

Die erste Erweiterung folgte schon zehn Jahre später, wieder zehn Jahre später die zweite. 1984 wurde der Eingangsbereich neu und behindertengerecht gestaltet. 2001 zog der heutige Bürgerservice in das ehemalige Gebäude der Kreissparkasse.

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Anne Winter-Weckenbrock

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