Am Küchenplatz in Asbeck wird an der Kita St. Margareta angebaut. Angrenzend soll das Stiftshaus entstehen. © Markus Gehring
Stiftshaus Asbeck

Rat beschließt Online-Information für Stiftshausbau in Asbeck

Bürgerversammlungen sind wegen Corona im Moment nicht umsetzbar. Daher hat der Rat beschlossen, eine Online-Information zum Thema Stiftshaus in Asbeck anzubieten. Das reicht aber nicht jedem.

Schon seit 2019 soll in Asbeck der Bau des Stiftshauses angegangen werden, bisher ist aber nicht viel passiert. Angedacht war der Baustart für das schmale Gebäude neben der Hunnenporte am Küchenplatz ursprünglich für das Jahr 2020. Jetzt war das Stiftshaus erneut Thema im Gemeinderat in Legden.

Tagesordnungspunkt sechs der Vorlage für die Ratssitzung war „Bürgerversammlung in Asbeck zum Thema Stiftshaus/Durchführung einer Online-Information“. Da wegen der aktuellen Corona-Situation eine Bürgerversammlung nicht infrage kommt, stand als Alternative die Möglichkeit für eine Online-Information der Bürger zur Debatte.

Online-Information bietet keinen Diskussionsraum

Die Frage, ob man nicht einfach die Bürgerversammlung weiter verschieben könne und somit das ganze Projekt, lässt sich mit der Deadline für den Förderantrag aus dem Leader-Programm verneinen. Denn ein solcher Antrag muss bis Ende Mai, spätestens aber im Juni gestellt sein. Daher wurde im Rat die Online-Information als Alternative zur Bürgerversammlung für die Dauer vom 15. Februar bis 15. März 2021 beschlossen, wenn auch mit einer Enthaltung. Gerd Heuser von der UWG reicht die Art der Kommunikation, die eine solche Plattform mit sich bringt, nicht aus.

„Eine Frage zu stellen ist sicherlich online möglich, eine Antwort zu geben auch. Aber sich zu vergewissern, ob damit die Frage umfänglich beantwortet ist, ob sich daraus eventuell weitere Fragestellungen ergeben, ob die Zufriedenheit des Bürgers damit erreicht ist, all das lässt sich online nicht wirklich feststellen“, schreibt Gerhard Heuser an die Redaktion. Er sei zumindest für eine Art „Online-Forum“, so würde ein Meinungsaustausch zu immer neuen Ideen und Vorschlägen anregen und nur so könne die Meinung der Asbecker gut abgebildet werden.

Fehlender Abstand zum Projekt Stiftshaus?

Darauf angesprochen sagt Bürgermeister Dieter Berkemeier: „Der Rat hat sich auf eine vier Wochen andauernde Online-Information geeinigt.“ Diese soll die Bürger ermutigen, Anmerkungen, Wünsche und Veränderungsvorschläge abzugeben. Zusätzlich gebe es immer noch die Möglichkeit, beim Bauamt Vorschläge per Niederschrift einzureichen. „So etwas muss ja auch händelbar sein für die Verwaltung“, gibt Dieter Berkemeier zu bedenken. Auch eine Dokumentation müsse schließlich erfolgen.

So sehen erste Pläne für das Stiftshaus aus.
So sehen erste Pläne für das Stiftshaus aus. © Gemeinde Legden © Gemeinde Legden

Aber Gerd Heuser stört noch etwas anderes. Er sieht in der Prozess-Begleitung durch Helmut Schiermann, Leiter des Bauamtes, nicht den nötigen Abstand zum Projekt, weil dieser gleichzeitig zweiter Vorsitzender des Heimatvereins Asbeck ist und das Projekt entwickelt und selbst eingereicht hat. Ähnliches gelte für Matthias Nettels, der dem geschäftsführenden Vorstand des Heimatvereins angehört. Er ist „zweite Kraft im Bauamt“.

Rat trifft Entscheidungen

Auch diese Äußerungen von Gerd Heuser sieht Dieter Berkemeier eher gelassen, denn „Legden ist eine kleine Gemeinde, jeder ist irgendwo tätig“. Und er gibt sofort ein Beispiel, denn er selbst sei schon lange vor seinem Amtsantritt als Bürgermeister beim Jugendhaus Pool aktiv gewesen und ist es auch noch.

Letztendlich entscheide eh der Rat und nicht Helmut Schiermann oder Matthias Nettels, ob und wie gebaut wird. „Wir sind eh nur die Exekutive, also die ausführende Kraft. Der Rat trifft die Entscheidungen“, so Berkemeier.

Gerd Heuser stellt in einem Schreiben an die Redaktion noch einmal deutlich heraus, dass ihm die geplante bauliche Ausführung nicht gefalle. Sie entspreche nicht dem historischen Dorfkern und gefährde das homogene Erscheinungsbild. Er halte eine physische Absprache und ein klares Votum der Bevölkerung für notwendig, damit sichergestellt ist, dass ihr das geplante Stiftshaus auch gefalle. Sollte die Bevölkerung dann mit den bereits vorgestellten Plänen einverstanden sein, sei er es auch.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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