Nicht nur rote Rosen sind die richtigen Liebesboten am Valentinstag

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Für die einen ist er wichtig, andere finden ihn überflüssig. Am Freitag ist wieder Valentinstag. Und Waltraud Hintemann bindet viele Sträuße. Erfunden haben den Tag Floristen aber nicht.

Legden

, 13.02.2020, 18:41 Uhr / Lesedauer: 3 min

50 rote Rosen, jede eine Fotoschönheit, hat Waltraud Hintemann zu einem Strauß gebunden. Er ist sichtbares Zeichen der Liebe, auf den sich eine Ehefrau schon freuen wird. Denn jedes Jahr, so erzählt die Legdenerin, kauft ein Kunde bei ihr solch einen Strauß.

Nicht nur rote Rosen sind die richtigen Liebesboten am Valentinstag

Sag’s mit Blumen: Die Kirche St. Margareta in Asbeck wird am Valentinstag Schauplatz für verliebte Menschen sein. Um 19 Uhr findet dort ein Segnungsgottesdienst statt. © Markus Gehring

Viele andere Stammkunden kommen in diesen Tagen im Beikelort vorbei. Noch am Mittwoch hat sich Waltraud Hintemann beim Großmarkt mit viel frischer Ware eingedeckt. Valentinstag ist nach Ostern und Weihnachten einer der wichtigen Tage für sie.

Nicht nur rote Rosen sind die richtigen Liebesboten am Valentinstag

Ob Hochzeit, der Heiratsantrag, der 80. Geburtstag oder die bestandene Prüfung – für jeden Anlass findet Waltraud Hintemann den passenden Strauß. © Markus Gehring

„Es müssen aber nicht immer solche großen Sträuße sein“, sagt die 52-Jährige. Auch eine einzelne rote Rose überreicht mancher Mann seiner Liebsten. „Die Hauptsache ist doch, dass man daran denkt.“ Und neben der klassischen roten Rose sind auch andere Blumen beliebt.

Bis zu 100 Prozent Preisaufschlag

„Die rote Rose ist die teuerste“, so Waltraufd Hintemann. Züchter, die aus der ganzen Welt Rosen nach Deutschland schicken, arbeiten gezielt auf den 14. Februar hin. Das macht die Rose teurer. Bis zu 100 Prozent mehr, so sagt sie, zahlt auch sie für die edle Red Naomi.

Sie selbst bevorzugt lieber einen bunten Frühlingsstrauß. Mit Tulpen, Fresien, einer weit aufgeblühten Nelke und Gerbera lassen sich auch romantische Gebinde schaffen. Waltraud Hintemann freut sich, dass auch ein paar alte Dinge wieder Trend werden. So kommt die Anthurie wieder ins Blumenspiel, beliebt auch wegen der großen Blüte.

Nicht nur rote Rosen sind die richtigen Liebesboten am Valentinstag

Eine Blumenkreation von Waltraud Hintemann. © Markus Gehring

Sträuße sind bei ihren Kunden am beliebtesten. Aber auch Gestecke, bei denen sie beispielsweise Heidelbeere in Herzform bindet, werden zum Valentinstag verlangt. Und auch die Nelke, die früher vor allem als Friedhofsblume verschrien war, hat inzwischen ihren großen Auftritt. Waltraud Hintemann: „Weit aufgeblüht im Brautstrauß, das ist der Hammer.“

Die Sprache der Blumen verstehen immer weniger

Die rote Rose als Zeichen der Leidenschaft, die weiße Rose als Symbol für Unschuld, Ranunkeln als Kompliment an den Charme und die Schönheit der Empfängerin oder die weiße Lilie als Zeichen der reinen Liebe – man kann durch Blumen viel sagen. Heute aber interessiert das immer weniger Menschen, so die Beobachtung von Waltraud Hintemann. „Der Trend geht ins Internet. Viele schauen bei Pinterest rein und sehen dort bombastische Sträuße. Die wollen sie dann auch haben.“

Nicht nur rote Rosen sind die richtigen Liebesboten am Valentinstag

Die rote Nelke ist traditionell das Symbol der Arbeiterbewegung. In Rot steht sie für starke Leidenschaft, in Weiß für ewige Treue, in Gelb dagegen symbolisiert sie dem Gegenüber auch eine gewisse Antipathie. © picture alliance / Peter Steffen

Das gilt bedingt für den Valentinstag, vor allem aber für Hochzeiten. Waltraud Hintemann hat sich spezialisiert auf Hochzeits- und Eventfloristik. Ob Hochzeit, der Heiratsantrag, der 80. Geburtstag oder die bestandene Prüfung – für jeden Anlass findet sie den passenden Strauß. Mehr als 70 Hochzeiten hat sie im vergangenen Jahr mit Blumen verschönert. Meist arbeitet sie auf Bestellung, in Tagen wie diesen kommen aber auch Kunden spontan bei ihr im Beikelort 67 vorbei.

Entstanden aus ehrenamtlicher Arbeit heraus

Seit 2008 hat sie ihr Gewerbe. Gelernte Floristin ist sie nicht. Entstanden ist alles aus ehrenamtlicher Arbeit. Schon vor 25 Jahren hat sie ehrenamtlich die Kirche in Legden mit Blumen geschmückt. „Dann bin ich da reingerutscht“, erzählt sie. Eine Jubilarin wollte neben dem großen Bumenschmuck noch ein kleines Handsträußchen. Ihr Einwand, das könne sie nicht, so erzählt sie, wurde weggewischt: „Da musst du wohl üben“, hieß es.

Die Geschichte des Valentinstags

  • Mit dem Ursprung des Valentinstag ist es wie mit der Liebe: Es ist kompliziert. Vermutlich geht er zurück auf den Heiligen Valentin von Terni oder aber auf den Heiligen Valentin von Rom. Vielleicht nährt sich die Legende auch aus der Mischung beider Märtyrer.
  • Letzterer war dafür bekannt, Paare mit Blumen aus seinem Garten zu beschenken, Vor allem aber vermählte er der Legende nach Verliebte nach christlicher Tradition. Damit verstieß er gegen das Verbot des römischen Kaisers, der das Christentum als Religion verboten hatte.
  • Am 14. Februar 269 soll er hingerichtet worden sein.
  • Der Gedenktag des hl. Valentinus am 14. Februar wurde von Papst Gelasius im Jahre 469 für die ganze Kirche eingeführt, 1969 jedoch aus dem römischen Generalkalender gestrichen.

„Das hat so viel Spaß gemacht“, erinnert sich Waltraud Hintemann. Und so wurde aus dem Hobby ein Beruf. Ehrenamtlich die Kirche zu schmücken, das macht sie weiter. „Speziell zu Ostern und Weihnachten genieße ich es, in aller Ruhe dort zu arbeiten“, erzählt die Legdnerin.

Nicht nur rote Rosen sind die richtigen Liebesboten am Valentinstag

Ranunkeln stehen für Schönheit, magische Anziehungskraft und prachtvollen Charme. Schon zur Zeit der englischen Königin Victoria war eine Ranunkel im Strauß das Zeichen dafür, dass die Empfängerin über Schönheit und viele Reize verfügte. © picture alliance / dpa

In Legden wird nicht St. Brigida, aber die Kirche St. Margareta in Asbeck am Valentinstag Schauplatz für verliebte Menschen. Um 19 Uhr findet dort ein Segnungsgottesdienst statt. Anschließend wird im Dormitorium mit einem Glas Sekt auf die Liebe angestoßen.

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Disteln können als Beleidigung aufgefasst werden. Sie werden mit Abwehr, aber auch mit Unabhängigkeit, Kraft, Sorgen und Sünden assoziiert. Die Distel steht auch für die Aussage „Deine spitzen Reden durchschneiden mein Herz.“ © picture alliance / dpa

Ein kirchlicher Gedenktag ist der Valentinstag schon seit fünf Jahrzehnten nicht mehr. Waltraud Hintemann erzählt aber, dass es gerade einen Trend bei Paaren gibt, sich am Valentinstag segnen zu lassen.

Nicht nur rote Rosen sind die richtigen Liebesboten am Valentinstag

Eine der Lieblingsblumen der Deutschen ist die Tulpe. Auch sie steht für Liebe und Zuneigung, je dunkler desto stärker das Gefühl. Rot für die tiefe Liebe, rosa für die zarte Liebe. © picture alliance / dpa

Eine letzte, ganz praktische Frage noch an die Blumenexpertin: Woran erkennt man denn, dass eine Rose wirklich frisch ist. Ihr Tipp: „Wenn man sie unten am Ansatz der Blüte anfasst, sollte sie steinhart sein.“

Nicht nur rote Rosen sind die richtigen Liebesboten am Valentinstag

Weiße Rosen gelten als Symbol für Unschuld, Reinheit und Treue. Sie eignen sich als Ausdruck von Bewunderung und unstillbarer Sehnsucht, stehen für Neuanfang ebenso wie für Abschied. © picture-alliance/ dpa-tmn

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