In Legden könnten bald drei Straßen umbenannt werden, unter anderem die Wagenfeldstraße. Dieses Bild stammt aus Telgte, wo es auch eine Wagenfeldstraße gibt. © picture alliance / dpa
Straßen-Umbenennung

Nazi-Hintergrund: So liefen Straßen-Umbenennungen in Münster

Noch ist über die Umbenennung der drei Straßen mit Nazi-Hintergrund nicht entschieden. Falls sie aber kommen sollten, kommt Bürokratie auf die Anwohner zu - und vielleicht auch Kosten.

Ob die Straßen-Umbenennung von gleich drei Straßen in Legden wirklich kommen wird, das ist noch längst nicht klar. Wegen nationalsozialistischem Hintergrund möchte die Antragstellerin drei Namen aus Legden verschwinden sehen: Friedrich-Castelle-Straße, Lönsweg und Wagenfeldstraße.

Aber was wäre eigentlich, wenn der Ausschuss das Thema durchwinkt und im Rat tatsächlich die Umbenennung beschlossen wird? In Münster beispielsweise, wurden bereits viele Straßen umbenannt. Dort wurde ein großer Schritt zur Umstellung der Adressen von der Stadt von Amts wegen übernommen.

Kosten werden oft von den Kommunen übernommen

Die Adress-Änderungen der Anwohner werden in Münster automatisch per E-Mail mit einem Übersichtsplan an Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste, städtische Dienststellen, Stadtwerke, Finanzamt, Grundbuchamt, Deutsche Rentenversicherung, an Brief- und Zeitungszusteller, Telekommunikationsanbieter, Taxizentrale, an einige Hersteller von Navigationssystemen und Kartenmaterial geschickt. Das ist für die Anwohner der betroffenen Straßen kostenlos.

Matthias Frese ist Wissenschaftlicher Referent für westfälische Regionalgeschichte beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Er sagt im Gespräch mit der Redaktion, dass die Kosten für Straßenumbenennungen oft von den Kommunen übernommen werden. „Das können sie, müssen sie jedoch nicht. Das hängt von der Kulanz der jeweiligen Kommune ab“, so Frese.

Umbenennung kann schnell gehen

Wie umständlich eine solche Umbenennung der Straßen werden könnte, „das hängt von der Stadtgesellschaft ab“, sagt Matthias Frese. Je nach politischer Mehrheit im Rat kann es ganz schnell gehen. Es sei denn, die Anwohner stellen sich gegen die Entscheidung, Straßen umzubenennen. „Das kann sein, weil Anwohner den Namen behalten wollen, weil ihnen die Kosten zu hoch sind, oder weil die Anwohner die Umbenennung als Eingriff in die Geschichte betrachten“, erklärt der Referent für westfälische Regionalgeschichte.

An und für sich ist eine Umbenennung nicht kompliziert, weiß Matthias Frese. Die Straßenschilder müssen ausgetauscht werden, die Daten werden an Firmen für Navigationssysteme weitergeleitet, und die Einträge für Straßenkarten sind heutzutage auch digitalisiert.

Ein Jahr Übergangszeit

Neue Straßennamenschilder werden vom Tiefbauamt erstellt. In Münster bekommen die neuen Straßennamen häufig Zusatzschilder, worauf auf den alten Namen hingewiesen wird. Zusätzlich bleibt für ein Jahr das alte Straßenschild bestehen, als Übergang. Es wird jedoch rot durchgestrichen.

Grundstückseigentümer bekommen einen Bescheid mit der neuen Adresse. Darin ist auch erklärt, dass eine Umstellungszeit von einem Jahr erfolgt. Vermieter müssen ihre Mieter über die Umstellung in Kenntnis setzen.

Gebühren für eine Ummeldung der Adresse und der Umtragung im Führerschein und im Ausweis könnten für Anwohner anfallen, das hängt von der Kulanz der Kommune ab.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
Zur Autorenseite
Laura Schulz-Gahmen

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.