Eigentlich herrscht Maskenpflicht, aber auf Baustellen und in Firmenbullis sieht man auch Arbeiter ohne Masken. © picture alliance / dpa
Masken im Handwerk

Maskenpflicht auf Baustellen: „Es wird sich nicht immer dran gehalten“

Seit Corona sieht man fast nirgendwo mehr Menschen ohne Mund-Nasen-Schutze. An vielen Orten sind sie Pflicht und auch im Handwerk gelten bestimmte Regeln, aber offenbar nicht für alle.

Die Maskenpflicht herrscht schon seit Beginn der Coronapandemie und schützt unser aller Leben vor dem Coronavirus. Trotzdem sieht man immer wieder Menschen, die sich nicht an Maskenpflicht halten, so auch im Handwerk.

In vielen Bereichen müssen permanent Mund-Nasen-Schutze getragen werden wie in Krankenhäusern und dem Einzelhandel. Auf Baustellen jedoch sieht man oft, dass sich nicht an die Maskenpflicht gehalten wird.

Wo kein Abstand und keine frische Luft, da ist Maske Pflicht

Aber wann muss im Handwerk überhaupt eine Maske getragen werden? Gibt es auch Ausnahmen? Einer Leserin der Münsterland Zeitung war aufgefallen, dass sich in Firmenbullis von Handwerksbetrieben meist nicht an die Maskenpflicht gehalten wird.

Vera von Dietlein, Referentin Stabsbereich Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit

und Wirtschaftsbeobachtung bei der Handwerkskammer Münster, antwortet auf eine entsprechende Anfrage unserer Redaktion wie folgt: „Die Maskenpflicht besteht immer, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann und keine ausreichende Frischluft gegeben ist, also auch in Bullis.“ Das bedeutet, auf Baustellen an der frischen Luft herrscht keine Pflicht. Bei Fahrten im Firmenbullis jedoch schon.

Mit Abstand und Masken beim Bauhof Legden

Am Bauhof in Legden wird die Corona-Schutzverordnung, im Einklang mit dem Arbeitsschutz umgesetzt. „Wir arbeiten meistens in kleinen Teams zusammen und auf den Baustellen mit Abstand. In Fahrzeugen fahren wir maximal zu zweit, wo auch dann Mundschutz getragen wird“, sagt Ralf Mönsters vom Bauhof Legden. Wenn möglich werden die Fahrzeuge mit nur einer Person besetzt.

Die Mittagspause werde in kleinen Gruppen durchgeführt mit Abstand und, wenn das Wetter es zulässt, im Freien, so dass nicht alle Mitarbeiter zusammen sind. „Im Gebäude herrscht bei uns Maskenpflicht. Das Bauhofteam nimmt das Angebot vom Arbeitgeber an und lässt sich regelmäßig testen“, so Mönsters weiter. Auch liegen den Mitarbeitern des Bauhofs Selbsttests vor, die genutzt werden können.

Immer wird sich nicht dran gehalten

Im Grunde gelte das auch bei anderen Handwerksbetrieben, so ein Handwerker aus Legden, der namentlich nicht genannt werden möchte. Er beschönigt aber trotzdem nichts: „Denn immer wird sich dann doch nicht an die Maskenpflicht gehalten“, sagt der Meister eines Fachbetriebs aus Legden.

„Im Betrieb und auch im Auto, ab zwei Personen, tragen unsere Mitarbeiter Masken“, so der Handwerker. Auf den Baustellen selbst sehe das aber schon wieder anders aus. „Da werden sie eigentlich nicht getragen. Es sei denn, die Mitarbeiter sind beispielsweise mit Ausbesserungsarbeiten im Kindergarten bei laufendem Betrieb beschäftigt. Dann tragen sie natürlich Masken“, so der Legdener.

Großbaustellen mit mehreren Fachbetrieben

Das Baugewerbe sei sehr hektisch, da arbeite man auch schnell an einem Umbau mit mehreren anderen Fachbetrieben zusammen. Dort sei dann zu beobachten, dass keiner der Arbeiter eine Maske trägt. „Das kommt schon mal vor, wenn man ehrlich ist“, so der Handwerker.

Aber das seien zwar überwiegend Ausnahmen, in etwa zehn Prozent der Fälle könne man das aber durchaus beobachten. Meistens würden die Abstände ja auch eingehalten, aber auf Großbaustellen sei es eben oft auch anders.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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