Legdener sollen mit Kuli zur Wahl gehen – und noch einiges beachten

Kommunalwahl 2020

Auch in Legden läuft die Briefwahl auf Rekordwerte zu. Weit über 1.296 Wahlberechtigte wollen ihre Kreuze vor dem Wahlsonntag machen – oder haben sie schon gemacht. Nicht nur das ist anders.

Legden

, 03.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Silvia Frieling von der Gemeindeverwaltung im Briefwahlbüro, das im Eingangsbereich des Rathauses eingerichtet wurde. Dort können Wahlberechtigte bis Freitag, 11. September, 12 Uhr, ihre Stimme abgeben.

Silvia Frieling von der Gemeindeverwaltung im Briefwahlbüro, das im Eingangsbereich des Rathauses eingerichtet wurde. Dort können Wahlberechtigte bis Freitag, 11. September, 12 Uhr, ihre Stimme abgeben. © Markus Gehring

Bei dieser Kommunalwahl ist auch in Legden vieles anders. Die Corona-Pandemie wirkt sich in vielfacher Hinsicht aus. Vor allem auf die Quote der Briefwähler und auf das Prozedere am Wahlsonntag selbst. Wir haben Wissenswertes rund um die Kommunalwahl 2020 in Legden zusammengestellt, hier die Fragen und Antworten.

Wie hoch ist die Zahl der Briefwähler bislang?

Am Freitagmittag hat Jürgen Göckemeyer, bei dem im Rathaus alle Fäden rund um die Wahl zusammenlaufen, schon 1.296 Anträge auf Briefwahl gezählt, wie er beim Telefonat mit der Redaktion erzählt. Das sind schon 22 Prozent der Wähler. Zum Vergleich: Bei den letzten beiden Wahlen zum Rat und für den Bürgermeister gab es 650 und 670 Briefwähler – insgesamt.

Jürgen Göckemeyer in einer der beiden Wahlkabinen, in denen die Legdener schon jetzt ihre Kreuzchen für die Kommunalwahl machen können. Sie sind im Rathaus gleich am Eingang aufgebaut.

Jürgen Göckemeyer in einer der beiden Wahlkabinen, in denen die Legdener schon jetzt ihre Kreuzchen für die Kommunalwahl machen können. Sie sind im Rathaus gleich am Eingang aufgebaut. © Markus Gehring

Bis wann kann Briefwahl beantragt werden?

Die Legdener und Asbecker haben noch bis Freitag, 11. September, 18 Uhr, Zeit, sich für die Briefwahl zu entscheiden. Im Rathaus selbst ist im Eingangsbereich das Wahlbüro eingerichtet, dort stehen auch zwei Wahlkabinen, in denen Wahlberechtigte direkt ihre Kreuzchen machen und die Umschläge in die Briefwahlurne werfen können.

Gibt es eigene Briefwahlbezirke?

Nein. Die Gemeinde Legden hat zwei Briefwahlvorstände einberufen. Diese werden am späten Nachmittag des Wahlsonntags zusammentreten und die Wahlbriefe öffnen, formal prüfen und die blauen Umschläge in eine der 10 bereitgestellten Urnen geben: Die per Briefwahl abgegebenen Stimmen werden dann in den Urnen zum betreffenden Wahllokal, in dem der Wähler sonst persönlich seine Stimme abgegeben hätte, gebracht. Und dort mit ausgezählt.

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Wie viele Wahlhelfer sind im Einsatz?

„Wir haben pro Wahllokal sieben Wahlhelfer“, sagt Jürgen Göckemeyer. Einige hätten für das Ehrenamt aus gesundheitlichen Gründen abgesagt, aber die Gemeinde konnte Ersatz finden. In der Woche vor der Wahl findet eine Schulung für alle statt. Die Wahlhelfer teilen sich am Wahlsonntag über den Tag so auf, dass immer drei vor Ort im Wahllokal sind. Um 7.30 Uhr ist am 13. September das erste Treffen. Dann geht es in die Wahllokale, wo die Helfer dann vor Ort alles coronakonform herrichten werden.

Was wird zu Coronazeiten für die Wahlhelfer anders sein?

Die Helfer selbst sitzen hinter großen Spuckschutzwänden aus Folie, für sie liegen auch zusätzlich Visiere bereit. Für jedes einzelne Wahllokal hat die Gemeinde ein eigenes Hygienekonzept erstellt. „Wir haben Zeichnungen gemacht“, erklärt Jürgen Göckemeyer. Anhand dieser müssen die Wahlhelfer zum Beispiel am Sonntagmorgen als erstes Klebestreifen als Abstandsmarkierungen aufbringen und am Eingang das Desinfektionsmittel für die Wähler bereitstellen.

Was sollten die Wähler beachten, wenn sie ins Wahllokal gehen?

Die Wähler müssen ihre Wahlberechtigungskarte nicht abgeben, sondern nur vorzeigen. „Die Nummer auf der Karte ist bewusst so groß, dass die Helfer sie gut sehen können“, erläutert Jürgen Göckemeyer. Es wäre gut, wenn die Wähler einen eigenen Kugelschreiber mitbringen. Es liegen auch Kugelschreiber bereit – diese werden nach jeder Benutzung von den Helfern desinfiziert.

Wann ist die beste Zeit, um wählen zu gehen?

Was die Wahlhelfer sich wünschen: Dass die Wähler aus Legden und Asbeck den Zeitraum von 8 bis 18 Uhr ausnutzen am Wahlsonntag. „Auf Wartezeiten muss man sich einstellen“, so der Wahlbeauftragte der Gemeinde Legden. Mehr als drei Wähler dürften sich nicht im Wahllokal aufhalten, wo jeweils zwei Wahlkabinen zur Verfügung stehen. Dass Mund-Nase-Schutz Pflicht ist, erklärt sich von selbst.

Wo gehen die Legdener und Asbecker wählen?

Es gibt insgesamt zehn Wahllokale. In der Brigiden-Grundschule sind drei Wahllokale eingerichtet, in der Paulus-van-Husen-Schule zwei. Weiter kann im Jugendhaus Pool, im Pfarrheim und im Haus Weßling gewählt werden. In Asbeck gibt es Wahllokale in der Gaststätte Reers und im Dormitorium.

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In welcher Reihenfolge werden die Stimmen ausgezählt?

Zuerst werden die Stimmzettel zur Landratswahl ausgezählt, dann die zur Kreistagswahl. Es folgt die Bürgermeister- und dann die Gemeinderatswahl. Die Ergebnisse wird die Gemeinde Legden auf ihrer Internetseite veröffentlichen. „Wenn alles richtig eingegeben ist, ist nach einer Minute das Ergebnis öffentlich“, kündigt Jürgen Göckemeyer an. Einen Link wird die Gemeinde rechtzeitig veröffentlichen. Die Internetseite der Gemeinde bekommt am Sonntag eine „Vorschaltseite“, über die die Interessierten direkt zu den Ergebnissen geführt werden.

Wird im Rathaus eine Wahlparty stattfinden, bei der man gemeinsam die Ergebnisse verfolgt?

Nein. Das fällt wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus. Die Gemeinde wird aber einen großen Bildschirm vor dem Rathaus aufstellen, an dem Interessierte verfolgen können, wie die Ergebnisse von Wahlbezirk zu Wahlbezirk ausfallen. Dass die Zuschauer genügend Abstand zueinander halten, wird vorausgesetzt.

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