Asbecker Reisebüro hat ein Konzept, das zur Coronazeit passt

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In den Urlaub fahren – langsam können sich viele wieder vorstellen. Aber statt Fernreisen werden oft Ziele in der Nähe gesucht. Bernd Schiermann und seinem Reisebüro spielt das ins Konzept.

Legden

, 19.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Beginn der Coronakrise musste auch Bernd Schiermann den Anrufbeantworter einschalten. „Das konnten wir nicht bewältigen“, sagt der Inhaber des Asbecker Reisebüros E-Buchen. Unzählige Kunden riefen wegen ihrer Buchungen an, unzählige Reisen mussten storniert werden. Aber inzwischen geht es wieder aufwärts. Dabei hilft ihm sein Konzept.

Die Reiselust steigt wieder. Aber bei vielen Menschen steht statt Mallorca oder Türkei Urlaub in der Heimat auf dem Plan. Und genau hier sieht sich E-Buchen gut aufgestellt. Zwar werden auch Schiffsreisen und Partyreisen im Ausland angeboten: Der Schwerpunkt sind Rad- und Wanderurlaube. Und das vor allem in Deutschland. Das macht sich jetzt in der Coronakrise bezahlt. Denn Kreuzfahrten im großen Stil wird es nicht so schnell wieder geben.

Auch viele Reiseveranstalter, so berichtet Schiermannn, haben den Trend erkannt. Veranstalter, Hotelbetreiber, sie alle überlegen, wie sie in der aktuellen Situation überleben können und was sie als neue Angebote entwickeln müssen. Nach dem Motto: Familienurlaub statt Wochenendtouren mit Partys. Und manche, so Schiermann, fragen deshalb bei E-Buchen an, ob sie ins Programm aufgenommen werden. Über 100 Reiseveranstalter hat der Asbecker in der Datenbank seines Reisebüros, das ganz auf Buchungen über das Internet spezialisiert ist.

Es gibt Unterschiede zu stationären Reisebüros

Mit seinem Schwerpunkt hebe er sich von anderen stationären Reisebüros ab, die sich mit diesen Themen noch nicht so beschäftigt hätten, sagt Bernd Schiermann selbstbewusst. Onlinerabatte, Gruppenrabatte, damit könne er sich außerdem absetzen, so Schiermann. Kunden kommen aus Deutschland, aber auch aus der Schweiz oder Österreich.

Ein Beispiel: Radreisen. Sie liegen im Trend. Vor allem Kurz- und Wochenendreisen mit dem Rad nehmen zu. Zudem erschließt der Radtourismus neue, interessante Zielgruppen. Das sind Erkenntnisse aus der Radreiseanalyse 2020 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Hier biete E-Buchen einen Mehrwert, so Bernd Schiermann. Reiseplanung, Gepäck-Transfer, Radverleih, Fahrradkarten oder GPS-Karten – der Urlauber muss nur noch in die Pedale treten.

Begonnen hat Bernd Schiermann vor 20 Jahren mit Wochenendurlauben, also Kegel-, Club- und Stammtischtouren. Später kamen Radtouren dazu. Am Anfang was das alles noch recht primitiv. In Asbeck gab es kein schnelles Internet, alles lief über ein Modem, es wurde noch eingescannt, so erinnert sich Schiermann. Das Geschäft entwickelte sich über die Jahre sehr gut.

Ausbildung zur E-Commerce-Kauffrau gibt es noch nicht lange

Eine Herausforderung war der Relaunch 2016. Danach mussten erst wieder die alten Sichtbarkeitswerte erreicht werden. Er war aber auch notwendig, damit zum Beispiel das Angebot auch bequem mobil zu nutzen ist. Mit der Entwicklung des Betriebs bietet Bernd Schiermann jetzt auch einen Ausbildungsplatz an.

Eine Auszubildende im zweiten Jahr lernt bei ihm alles, was man als E-Commerce-Kauffrau braucht. Erst seit zwei Jahren ist das überhaupt ein anerkannter Ausbildungsberuf. Mit eingestiegen ist nach dem Touristik- und Marketing-Studium außerdem seine Tochter Lea Ibing.

Auch jetzt kommen viele Anrufe. Doch sie sind positiver. Viele wollen eine Einschätzung, wie es in ein oder drei Monaten aussehen wird. Oder sie verschieben gleich Pläne um ein Jahr. Noch ist der Umsatz nicht der gleiche wie vor der Coronakrise. Und der entgangene Umsatz lässt sich auch nicht aufholen, so der Asbecker. Aber dennoch sei er inzwischen höher als zu deren Beginn. Schiermann ist zuversichtlich: „Ich bin überzeugt, dass wir die Kunden alle wiedersehen.“

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