Legdener Mühlenbach soll in Zukunft ohne Stauwehr Lenfert fließen

Infoabend

Das Stauwehr Lenfert soll verschwinden. Was wird bei einem Hochwasser geschehen, fragten Anwohner. Bei einem Infoabend gab es Antworten.

Legden

, 04.09.2018, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Stauwehr an der Neustadt gehörte früher zur Mühle. Jetzt soll es zurückgebaut werden.

Das Stauwehr an der Neustadt gehörte früher zur Mühle. Jetzt soll es zurückgebaut werden. © Markus Gehring

Die heiße Sommerzeit merkt man auch dem Legdener Mühlenbach an. Am Stauwehr der ehemaligen Mühle Lenfert an der Neustadt läuft nur wenig Wasser herunter. In ein, zwei Jahren wird das Stauwehr ganz verschwinden. Die Gemeinde Legden will es zurückbauen. Hans-Georg Flick stellte am Montagabend in der Sekundarschule an der Weishauptstraße die Pläne rund 50 Zuhörern vor.

Statt an der 90 Zentimeter hohen Kante soll der Mühlenbach den Höhenunterschied über eine Strecke von rund 500 Metern zwischen Mühlenstiege und Neustadt in Schleifen sanft mäandernd überwinden. Ziel ist die ökologische Durchgängigkeit, Hintergrund ist die EU-Wasserrahmenrichtlinie, die bis 2027 umgesetzt sein soll.

Frühestens Herbst 2019

Bis es so weit ist, dauert es noch etwas. „2019, 2020“, so informiert Bürgermeister Friedhelm Kleweken auf Anfrage der Münsterland Zeitung. Noch muss die Planung genehmigt werden. Und wegen des Natur- und Artenschutzes könne zum Beispiel nicht im Frühjahr gearbeitet werden.

Clemens Lenfert begrüßt die Pläne. „Es wird einfacher für uns“, sagt er auf Anfrage: „Wir müssen das Stauwehr ja immer beobachten und bei Hochwasser das Wehr ziehen.“ Das Staurecht wird er dann aufgeben. Der benachbarte Mühlenteich, der im Besitz seiner Familie ist, bleibt aber erhalten. Der Wasserstand, so informiert Bürgermeister Friedhelm Kleweken, wird 40 Zentimeter fallen. Über ein Rohr kann Wasser zugeführt werden.

Es waren vor allem Anwohner, die zu dem Infoabend kamen. Sie wohnen im Gebiet Kamp an’t Hus in den Straßen Auengrund und Stikkamp. Oder sie planen, im Neubaugebiet Roggenkamp zu bauen. Wichtigstes Thema für sie: Was wird bei einem Hochwasser? Hans-Georg Flick, der mit seinem Ingenieurbüro die Pläne entwickelt hat, konnte beruhigen. Eine Verschlechterung werde es auf keinen Fall geben, eher eine leichte Verbesserung.

Am Roggenkamp wurde bereits ein neues Regenrückhaltebecken gebaut. Und das Gelände mit dem sich windenden Bach bietet mehr Fläche bei Überschwemmungen. „Ein Hochwasser wie 2010 kann so allerdings nicht verhindert werden“, sagt Friedhelm Kleweken und verweist auf das Hochwasserschutzkonzept, das für Legden derzeit erarbeitet wird.

Was passiert mit den Grundstücken am Auengrund und Stikkamp – auch das war eine Frage. „Alles bleibt wie bisher“, sagt Kleweken. Wichtiges Thema war außerdem die Brücke, die die Baugebiete Roggenkamp und Kamp an’t Hus verbinden wird. Mit einer kleinen Plattform wird hier ein Aufenthaltsort entstehen. „Es wird eine grüne Oase“, ist Bürgermeister Kleweken überzeugt.

437.500 Euro Kosten

Noch sind die Planungen nicht bis ins Detail fertig. Und die Genehmigung steht noch aus. Bislang wird mit Gesamtkosten von 437.500 Euro gerechnet. Die Finanzierung wurde bereits mit dem Kreis und der Bezirksregierung abgesprochen. Bereits im Februar hatte Hans-Georg Flick den Politikern erklärt, dass es Fördergelder von 80 Prozent geben soll.

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