Legdener Landwirte profitieren in Extremjahr von passenden Regenfällen

dzMaisernte

Der Mais ist ab auf Legdener Feldern. Nach dem Dürrejahr 2018 haben die Landwirte eine bessere Ernte eingefahren. Trotzdem, so sagt Landwirt Christian Bomberg, sei es ein Extremjahr gewesen.

Legden

, 17.10.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach den größtenteils katastrophalen Ergebnissen des Dürrejahrs 2018 sehen die Legdener Landwirte wieder einen Silberstreif am Horizont. Die Maisernte ist diesmal besser ausgefallen als im vergangenen Jahr. Das hatte vor allem einen Grund: „Der Regen kam hier und da passend“, wie Christian Bomberg, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Legden, bestätigt.

„Letztes Jahr hatten wir viel Mais ohne Kolben, also OK-Mais“, erinnert sich Bomberg. Dieser Mais habe viel Rohfaser aber keine Energie geliefert, weswegen die Landwirte viel Futter zukaufen mussten.

Wieder Extremjahr für Landwirte

Die Nach-Ernte-Stimmung im Ortsverband sieht der Legdener aber im Großen und Ganzen positiv. „Es gab hier und da einzelne Fälle, wo die Ernte hätte besser sein können, aber eigentlich sind die Bauern allgemein recht zufrieden. Trotz allem hatten wir aber wieder ein Extremjahr. Wir leben mit und in der Natur, damit können wir umgehen“.

Jetzt lesen

Anja Keuck, Pflanzenbau- und Pflanzenschutzberaterin bei der Landwirtschaftskammer im Kreis Borken, pflichtet diesem Fazit bei. „Es ist etwas besser gelaufen als im letzten Dürrejahr, weil wir mehr Niederschläge hatten“, so Keuck. Sie sieht es als vorteilhaft an, dass der Mais nun langsamer gewachsen sei.

Bessere Qualität der Kolben

Auch die Kolben der Pflanzen, die zu Silomais zur Fütterung von Rindern verarbeitet wurden, seien im Kreis Borken von der Qualität her besser gewesen als 2018. „Da, wo gute Böden sind, hatten wir durchschnittliche Erträge“, sagt die Mitarbeiterin der Landwirtschaftskammer. Trotzdem rechnet Anja Keuck damit, dass die Landwirte bis zu einem Viertel weniger Silomais eingefahren haben.

Auch der Corn-Cob-Mix (CCM) habe in den vergangenen zwei Jahren deutlich an Ertrag verloren. „Innerhalb der Region haben wir viel Austausch zwischen Schweine- und Rinderbauern“, erklärt Keuck, wie die Landwirte sich gegenseitig helfen. Trotzdem bemängelt sie die fehlende Planungssicherheit für die viele Höfe: „Die Landwirte sind insgesamt frustriert“. Aber nicht wegen der schwankenden Ernteergebnisse, sondern weil der politische Rahmen schwierig sei, in dem sie zu agieren hätten.

Aussat mit Satellitentechnik

Christian Bomberg greift inzwischen auf Satellitentechnik zurück, um den Ertrag seiner Felder so weit wie möglich zu optimieren. Die Böden in Legden sind verschieden, so Bomberg. Sehr leichte Sandböden wechseln sich mit schweren Lehmböden ab. „Ich habe teilflächenspezifisch ausgesät“, erklärt er.

Mit Hilfe eines Lohnunternehmers hat er per GPS-Daten seine Flächen analysiert und die Äcker in rote, gelbe, grüne und blaue Areale unterteilt. „Rot ist die Hochertragszone. Also haben wir mehr Mais in den roten Zonen ausgesät“, sagt der Landwirt. Dementsprechend fiel die Ernte für ihn ertragreicher aus und auch die Kolben seien voller gewesen.

Böden noch immer trocken

Sehr viel von seinem Mais hat er dieses Jahr häckseln lassen. Für seine Schweine müsse er deshalb den energiereichen Körnermais größtenteils zukaufen.

Für Christian Bomberg geht es nun nahtlos weiter. Er muss jetzt Winterweizen und Triticale in die Erde bringen. „Es hat zwar geregnet, aber wenn man in die Tiefe geht, kommt noch trockener Sand hoch“, sieht er der Aussah mit gemischten Gefühlen entgegen.

Lesen Sie jetzt