Legdener Frauen haben schon 2000 Corona-Masken genäht und spenden Erlös

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Der Name der Nähgruppe ist Programm: „Wir helfen“. Elf Legdener Frauen haben in der Corona-Krise schon rund 2000 Stoffmasken genäht. Davon profitieren jetzt außerdem noch vier Vereine.

Legden

, 04.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 2000 Masken haben sie schon genäht – elf Frauen aus Legden. Nicht nur, dass etliche Einrichtungen und viele Privatpersonen von dem ehrenamtlichen Einsatz profitiert haben. Jetzt wurden außerdem erste Spenden an Vereine verteilt. 1800 Euro kamen bislang zusammen.

„Wir alle sind total überwältigt von dieser Summe, damit hat keiner von uns gerechnet“, sagt Birgit Wiesmann, „es zeigt uns aber auch, dass in schweren Zeiten die Menschen wieder zusammenhalten.“ Birgit Wiesmann hat die Nähgruppe „Wir helfen“ am 21. März zusammen mit Alwine Rösing gestartet.

Eine von elf Frauen aus der Nähgruppe „Wir helfen“: Nanni Borgs

Eine von elf Frauen aus der Nähgruppe „Wir helfen“: Nanni Borgs © privat

Die Legdenerin ist im Kirchenchor, dort fand Birgit Wiesmann erste Mitstreiterinnen. Dann wurde im Bekanntenkreis, bei den Landfrauen und dem Stammtisch herumgefragt. Inzwischen sind es elf Frauen verschiedenen Alters, die sich an die Nähmaschine setzen und Mund-Nasen-Masken nähen. Auch eine Frau, die als Flüchtling nach Legden kam, ist dabei.

Erste Behelfsmasken gingen an Altenwohnhaus und Feuerwehr

Nanni Borgs, Nicole Bröggelhoff, Doris Venker, Halima Hussin, Hildegard Pöpping, Alwine Bäumer und Christina Niehues – sie und weitere Frauen nähen. Birgit Wiesmann sagt: „Unser Ziel und Wunsch war es, in dieser für uns alle schwierigen Zeit nicht untätig herumzusitzen, sondern aktiv dabei helfen zu können, den Mangel an dringend benötigten Mundschutzmasken zu überbrücken.“

Die ersten Exemplare der selbst genähten Behelfsmasken haben sie kostenlos verteilt ans Altenwohnheim St. Josef, die Legdener Feuerwehr, die Physiotherapiepraxis Teuber/Schiermann, das Jugendhaus Pool und das St.-Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten. Alwine Rösing gewann Petra Hruby für das Projekt, sodass dann auch Masken in der Hubertus-Apotheke gegen eine Spende abgegeben wurden.

Denn mit der Zeit, so berichtet Birgit Wiesmann, häuften sich die Anfragen von Privatpersonen nach Behelfsmasken. So wurde in der Gruppe fleißig weitergenäht und der Gedanke war geboren, diese gegen eine Spende abzugeben. Riesig war der Ansturm, als bekannt wurde, dass eine Maskenpflicht eingeführt wird. „Darauf waren wir gar nicht vorbereitet“, erzählt Birgit Wiesmann. Nach Ostern wollten sie eigentlich eine kleine Pause einlegen, doch „auf einmal kam der Ansturm.“

Inzwischen geben auch weitere Frauen Masken in der Apotheke ab

Birgit Wiesmann berichtet: „Unser Projekt hat sich mittlerweile verselbstständigt. Einige Frauen aus Legden haben davon erfahren und geben ihre selbst genähten Masken ebenfalls in der Apotheke ab mit dem Hinweis, den Erlös in unsere Spendenbox zu geben.“ Rund 2000 Behelfsmasken wurden inzwischen genäht.

Rund 1800 Euro wurden als Spendenbetrag erzielt. Das Geld hat die Nähgruppe „Wir helfen“ an mehrere Vereine gespendet. Die St.-Franziskus-Hospizbewegung erhielt 600 Euro, der Kolping-Freundeskreis „Namibia“ 500 Euro, der Dahliengartenverein 100 Euro und der Bunte Kreis Münsterland aus Coesfeld 600 Euro.

Eine von elf Frauen aus der Nähgruppe „Wir helfen“: Nicole Bröggelhoff

Eine von elf Frauen aus der Nähgruppe „Wir helfen“: Nicole Bröggelhoff © privat

Mit der Spendenübergabe ist die Aktion aber nicht beendet. Birgit Wiesmann: „Wir nähen weiter, denn die Anfrage ist noch groß.“ Jede der Masken ist ein Unikat. Viele haben einen Draht eingearbeitet. Viele auch eine Tasche, damit man noch ein Vlies oder ähnliches einlegen kann. Allen gemeinsam ist, dass man sie bei 60 Grad in der Waschmaschine waschen und damit immer wieder verwenden kann.

Eine von elf Frauen aus der Nähgruppe „Wir helfen“: Doris Venker

Eine von elf Frauen aus der Nähgruppe „Wir helfen“: Doris Venker © privat

Eine von elf Frauen aus der Nähgruppe „Wir helfen“: Hildegard Pöpping

Eine von elf Frauen aus der Nähgruppe „Wir helfen“: Hildegard Pöpping © privat

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