Integrative Reitsportgruppe umgezogen – Neustart anders als geplant

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Die Integrative Reitsportgruppe ist umgezogen. Im Oktober konnte am neuen Standort schon geritten werden, jetzt heißt es wegen Corona Hufe stillhalten. Trotzdem wird es nicht langweilig.

Legden

, 03.11.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gemeinschaft Behinderter und ihrer Freunde (GBF) gibt es bereits seit 40 Jahren. Wegen Corona fiel das Jubiläum jedoch aus. Im November 2020 ist auch die Integrative Sportabteilung seit 20 Jahren am Start, auch hier fällt die Feierei flach – wie so vieles in Zeiten von Corona. Trotzdem geht es bei der Integrativen Allgemeinen Sportgruppe des Sus Legden immer weiter.

Eine Straße weiter

Jetzt heißt es erstmal Ärmel hochkrempeln, denn die Reitsportgruppe für Behinderte ist umgezogen. „Vor gut vier Wochen sind wir am Ortsrand von Legden ‚von vor dem Busch nach hinter den Busch‘ in Richtung Holtwick gezogen“, sagt Sonja Roßmöller vom Vorstand des Vereins.

Früher war die Reitgruppe an einer Halle in Legden, dann zog es sie auf einen privaten Hof an den Ortsrand in Richtung Holtwick. Seit vier Wochen sind die Pferde samt Vereinsmitgliedern „eine Straße weiter“ gezogen. „Hier haben wir jetzt die Chance, dass wir den Stall ganz für uns allein haben“, sagt Trainerin Andrea Westhoff.

Zwei Shetland-Ponys und zwei Therapiepferde

Und der neue Standort wurde im Oktober auch schon fleißig genutzt. Jede Woche gibt es einen neuen Plan, darauf steht wann welcher Reiter samstags zum Stall kommen kann. Insgesamt zählt das Reiterteam zwölf Reiter, außerdem gibt es noch drei jüngere Mitglieder, die auf den zwei Shetland-Ponys in Legden reiten. „Die stehen im Dorf, darauf können die Kleinsten reiten und die werden von Familienmitgliedern zur Verfügung gestellt“, sagt Andrea Westhoff.

Die Integrative Reitsportgruppe arbeitete im Oktober bereits fleißig am neuen Standort, bevor der neue seichte Lockdown im November kam.

Die Integrative Reitsportgruppe arbeitete im Oktober bereits fleißig am neuen Standort, bevor der neue seichte Lockdown im November kam. © Sonja Roßmöller

Im Jahr 2002 bekam die Reitsportgruppe ihr erstes eigenes Therapiepferd Alero. 2009 folgte auf den gestorbenen Alero dann die Stute Fee. Sie wird mittlerweile von einem zweiten Therapiepferd Diva unterstützt, denn die Integrative Reitsportgruppe wird gut angenommen und Fee ist gesundheitlich mit ihren 18 Jahren nicht mehr so fit wie ein junges Pferd.

Außerdem fehlt der älteren Stute ein Auge, und das zweite Therapiepferd kann noch einiges von Fee lernen, denn „Therapiepferde fallen ja nicht von den Bäumen“, sagt Andrea Westhoff von der Reitergruppe. Man müsse sich frühzeitig nach Nachwuchspferden umsehen.

Im November wegen Corona kein Reiten

Aber durch die neuen Corona-Regeln, die seit dem 2. November greifen, darf Vereinssport nicht mehr stattfinden. Allerdings darf Privatsport einzeln, zu zweit oder mit Personen des eigenen Haushaltes noch betrieben werden. Was heißt das aber nun für die Integrative Reitsportgruppe?

Im November wird es kein Reiten der Integrativen Reitsportgruppe geben.

Im November wird es kein Reiten der Integrativen Reitsportgruppe geben. © Sonja Roßmöller

Das fragten sich auch Sonja Roßmöller und Andrea Westhoff. Denn theoretisch können einige der Mitglieder auch allein auf dem Pferd reiten, ohne Hilfe oder am Seil. Für andere, die nicht in der Lage sind, allein zu reiten, sei das jedoch nicht fair. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass alles corona-konform ist und damit für alle die selben Rechte gelten, entschieden sie: Im November findet kein Reiten statt.

Trotzdem bleibt viel zu tun

Aber das heißt ja nicht, dass im Verein im November dann überhaupt nichts passiert, denn schließlich gibt es noch viel zu tun am neuen Standort. Damit der November also nicht ungenutzt bleibt, machen sie die Vereinsmitglieder an die Arbeit. „Der Boden muss beispielsweise überall behindertengerecht umgestaltet werden“, sagt Andrea Westhoff und zeigt auf die vielen Unebenheiten im Boden. Das bezieht sich auf das Stallgebäude und das Gelände. „Natürlich alles nur in Zweierteams, wegen Corona“, ergänzt sie.

Aber die ganzen Umbaumaßnahmen kosten den Verein eine große Schüppe Geld. Daher freut sich das Reiterteam über jede finanzielle Unterstützung. Wer etwas an das Integrative Reitsportteam spenden möchte, kann sich telefonisch unter (02566) 934192 an Sonja Roßmöller wenden.

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