Gutschrift hält Gebühr niedriger

Legden/HEEK In Zeiten steigender Altpapierpreise, in denen immer mehr private Entsorger auf den Markt drängen, stellt sich für manchen Bürger die Frage, ob er als Gebührenzahler nicht auch von dieser günstigen Erlöslage profitieren kann. "Dabei ist das schon seit Jahren der Fall", stellt Herbert Lenz von der Gemeinde Legden fest.

17.07.2008, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Und der für die Abfallbeseitigung dort zuständige Fachbereichsleiter erklärt auch, warum: Seit der Kreis Borken die Vermarktung des Altpapiers übernommen habe, fließe der Überschuss nach Abzug aller entstandenen Kosten zurück an die Kommunen - und zwar in Form von Gutschriften.

Situation in Legden

Für die Gemeinde Legden bedeutete dies nach der europaweiten Ausschreibung des Entsorgungsauftrags zusammen mit Stadtlohn und Vreden, dass sie diese Gutschriften in ihre Gebührenkalkulation mit einfließen lassen konnte. So ergab sich ab dem 1. Januar 2003 ein Gebührensatz von 21,60 Euro für die 240-Liter-Altpapiertonne bei vierwöchentlicher Abfuhr. Dabei berücksichtigt waren bereits 5,50 Euro "Rückzahlungen" vom Kreis, denn: "Eigentlich hätte die Gebühr 27,10 Euro betragen müssen", rechnet Lenz vor.

Fünf Jahre blieb diese Gebühr stabil, bis sie ab Anfang dieses Jahres auf 15,60 Euro neu festgesetzt wurde. Der Grund für die Senkung: Trotz für die Entsorger gestiegener Einstandskosten für Personal, Energie und Kraftstoffe erlaubte es die günstige Entwicklung auf dem Markt für Altpapier, weitere 6,10 Euro gebührensenkend geltend zu machen. Und: "Wenn der Trend über 2008 so anhält, könnten die Gebühren noch weiter sinken", wagt Lenz einen vorsichtigen Ausblick - falls das politisch gewollt ist, denn die Entscheidung über die Gebührensatzungen obliegt letzten Endes dem Rat.

Fakt ist dennoch: Ab 2010 gibt es eine neue Kalkulation, denn bereits im kommenden Jahr muss für Legden neu ausgeschrieben werden, da die Verträge auslaufen.

Situation in Heek

In der Dinkelgemeinde sieht es ganz ähnlich aus: Dort ist die jährliche Gebühr für die "blaue Tonne" seit 2005 mit 25,80 Euro stabil, zuvor waren 31,80 Euro zu entrichten gewesen. In dem aktuellen Preis sind die Gutschriften des Kreises mit etwa 7,40 Euro berücksichtigt, ansonsten hätte die Gebühr auf höherem Niveau als zuvor angesetzt werden müssen.

In Heek steht eine Neukalkulation, die ab 2009 gültig sein wird, noch im laufenden Jahr an - die europaweite Ausschreibung ist bereits erfolgt, wie Heinz-Gerd Lenfers vom zuständigen Fachbereich der Gemeinde auf Anfrage erläutert. mel

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