Über den Mühlenbach soll eine Brücke kommen, 27 Meter lang. Nicht an dieser Stelle, sondern im renaturierten Bereich zwischen den Baugebieten Roggenkamp und Kamp an´t Hus. Doch die Diskussionen im Ausschuss für Planen, Bauen, Landwirtschaft und Umwelt gehen weiter. © Simone Schulze-Beikel
Mühlenbach-Brücke

Gespräche zur Mühlenbachbrücke laufen weiter – viele Fragen noch offen

Im Bauausschuss am Dienstag sollte über Fördermittel für die geplante Mühlenbach-Brücke gesprochen werden. Stattdessen wurden ihr Sinn und das Kosten-Nutzen-Verhältnis diskutiert.

In der ersten Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen, Landwirtschaft und Umwelt in der neuen Legislaturperiode wurde am Dienstag, 19. Januar, über die geplante Brücke über dem Mühlenbach gesprochen.

Die Brücke soll zwischen den Baugebieten Roggenkamp und Kamp an´t Hus errichtet werden. Doch: Ob und in welcher Form und Größe die Brücke gebaut werden soll, das steht noch immer nicht fest.

Online-Fragerunde

Ein Beschluss sollte in der Ausschusssitzung auch noch nicht gefasst werden, stellte Bürgermeister Dieter Berkemeier mehrmals klar. Es ging vorrangig um die Frage, ob man Fördermittel beantragen wolle.

Das Büro Flick hatte vorab mehrere Möglichkeiten zur Gestaltung der Brücke inklusive Vorplanungen und Kostenanalysen erstellt. Eigentlich sollte Hans-Georg Flick am Abend der Ausschusssitzung anwesend sein und seine Kalkulationen vorstellen, das Treffen wurde wegen der Coronasituation vom Büro Flick abgesagt. Hans-Georg Flick wurde online zugeschaltet, sodass Fragen der Ausschussmitglieder zu den vorgestellten Brückenbau-Möglichkeiten gestellt werden konnten.

Kosten und Nutzen unverhältnismäßig?

Die Brücke muss aufgrund der Breite des Mühlenbaches und der Ufer 27 Meter lang sein. In der Breite ist die Gemeinde flexibel und kann zwischen mehreren Möglichkeiten wählen. Außerdem sind die Fragen nach Bodenbelägen und Material der Konstruktion zu klären.

In der Ausschusssitzung kam es dann aber zu einer Diskussion über die Notwendigkeit einer solch massiven Brücke, über die Kosten und die Verhältnismäßigkeit zwischen Kosten und Nutzen. Dass eine vier Meter breite Brücke aus Stahl mit Holzbelag oder Glasfaserkunststoffbelag knappe 3000 Euro pro Quadratmeter kosten könnte, wollten einige Ratsmitglieder nicht als verhältnismäßig hinnehmen. Die Frage nach der Förderung wurde hintangestellt, da andere Punkte noch nicht geklärt seien. Fest steht, die Förderung hängt an der Befahrbarkeit der Brücke für Radfahrer.

„Schnellstraße für Pedelecs“

Dass eine Brücke sinnvoll sei an dieser Stelle, obwohl es bereits zwei Brücken im näheren Umfeld der Wohngebiete zur Überquerung des Mühlenbaches gibt, fand Gerd Heuser von der UWG in Anbetracht der Kosten nicht. Eine Brücke von etwa 2,5 Metern Breite sei ausreichend, fanden auch weitere Ausschussmitglieder.

Sigrid Goßling, Fraktionsvorsitzende der SPD, etwa nannte eine vier Meter breite Brücke „massiv“ und fragte, ob eine Breite von zwei Metern für etwaigen Begegnungsverkehr zwischen Fußgängern und Fahrradfahrern nicht ausreiche.

Thomas Kockentiedt von der CDU sah in einer vier Meter breiten Brücke eine „Schnellstraße für Pedelec-Fahrer“. Die passe auch rein optisch nicht zur Renaturierung der Aue, die ja als Rückzugs- und Erholungsort dienen soll. Und dann solle man noch so viel Geld dafür in die Hand nehmen.

Flächenverlust von 50 Zentimetern

Andererseits konnten die Ausschussmitglieder die Argumente von Hans-Georg Flick nachvollziehen. Er nannte eine Stahlkonstruktion nachhaltiger als eine schlichte und zunächst günstigere Brücke. Allerdings würde man eine Holzbrücke, die man auf 50 Jahre abschreiben würde, nicht einmal so lange nutzen können – was im Endeffekt wieder teuer werden würde, weil die Brücke instand gesetzt werden müsste oder gar neu gebaut.

Außerdem hält Flick eine vier Meter breite Brücke für sinnvoll, „da kein Fahrradfahrer oder Spaziergänger direkt am Geländer fährt oder geht“. Es gehe immer etwas Fläche verloren, die nicht genutzt wird, und so würden bei einer vier Meter breiten Brücke auch nur 3,50 Meter tatsächliche Fläche genutzt.

Diskussion wird fortgeführt

Sigrid Goßling hatte im Nachgang der Sitzung noch einmal zu vier Meter breiten Brücken recherchiert und eben so breite in Senden gefunden. „Also wären wir, was das angeht, keine Vorreiter“, sagte sie im Gespräch mit der Redaktion. Sie findet eine vier Meter breite Brücke nicht mehr übertrieben.

In der Sitzung wurde entschieden, dass erst nach Alternativen geschaut werden soll. Die Anlieger sollen bei der Diskussion um die geplante Brücke mit ins Boot geholt werden. In der Gemeinderatssitzung am Montag, 25. Januar, wird erneut über das Thema beraten. „Zunächst sollen 75.000 Euro Investition in die Haushaltsplanung gesetzt werden“, so die abschließenden Worte von Bürgermeister Dieter Berkemeier.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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