„Brasilianisch katholisch“ heißt das von der Familie posthum veröffentlichte Buch über Conrad Bernings Arbeit als Missionar in Brasilien. Auf dem Foto zu sehen: Brigitte Schulte-Walter mit den Söhnen Franz und Paul. © privat
Buch-Veröffentlichung

Gebürtiger Legdener missionierte 25 Jahre „Brasilianisch katholisch“

Über 25 Jahre missionierte Conrad Berning in Brasilien. Der gebürtige Legdener tat das nicht mit Hostie und Weihwasser, sondern mit Filmen. Seine Familie veröffentlichte posthum sein Buch.

Missionar, Filmemacher, Vater und ehemaliger Legdener – das alles war Conrad Berning. Am 25. Oktober 2019 verstarb der 78-Jährige. Seine Familie veröffentlichte posthum im Oktober 2020 sein Buch „Brasilianisch katholisch“.

Nach dem Besuch des Alexander-Hegius-Gymnasiums in Ahaus war für Conrad Berning früh klar, dass er es seinem Cousin Hubert Schöning gleichtun und zu den Steyler Missionaren gehen würde. Das tat er auch, bevor er schließlich zum Studium der Philosophie und der Theologie nach Wien und St. Augustin ging.

Filme von Dick und Doof gezeigt

Als junger Priester ging Conrad Berning dann nach Belgien, wo er sich im Studium auf seinen Dienst in Lateinamerika vorbereitete. Danach ging es für den 29-jährigen Mann aus Legden in den Süden Brasiliens, wo er als Priester in einer Pfarrei arbeitete.

In Brasilien zeigte der junge Legdener dann oft Filme von „Dick und Doof“, „in erster Linie, um für Aufmerksamkeit zu sorgen“, erzählt seine spätere Lebensgefährtin Brigitte Schulte-Walter im Gespräch mit der Redaktion.

Conrad Berning war immer Priester

In Brasilien lernte Conrad Berning Brigitte Schulte-Walter kennen, die dort zwei Jahre lang (1990 bis 1992) in Conrad Bernings Filmfirma arbeitete. Zwei Jahre später, 1994, kehrte Conrad Berning zurück nach Deutschland, wo er auf einem Bauernhof in Münster eine Familie mit Brigitte Schulte-Walter gründete. „Geheiratet haben wir nie, er war Priester bis zum Schluss“, sagt Brigitte Schulte-Walter im Gespräch mit der Redaktion.

In Brasilien zeigte Conrad Berning aber auch einige selbst produzierte Super-8-Filme, die er zum Missionieren nutzte. Die ersten Schritte in Richtung Filme hatte er bereits während des Studiums in Wien gemacht. Erst im Anschluss sprach Conrad Berning mit den Menschen über Gott.

Conrad Berning förderte Talente

Der gebürtige Legdener missionierte aber „nicht mit Hostie und Weihwasser“ wie Brigitte Schulte-Walter es nennt. Er machte Filme, in denen die Menschen ihre eigenen Talente einbringen konnten. Oft ließ Conrad Berning junge Menschen aus Brasilien mitspielen und förderte ihre Begabungen in dem er sie beispielsweise in den Filmen singen ließ.

Darauf wurden die Bischöfe der Bischofskonferenz in Brasilen aufmerksam. Sie beauftragten den deutschen Pater, damit er für die Brasilianische Bischofskonferenz Filme machte. Dafür wechselte Conrad Berning vom Süden in die Hauptstadt Brasilia. „Das war der Start für über 25 Jahre Filmarbeit in Brasilen“, sagt Brigitte Schulte-Walter.

Drei Kinofilme und über 100 Filme

Die meiste Zeit in Brasilien verbrachte Conrad Berning in São Paulo. Dort gründete er auch seine eigene Filmfirma „Verbo Filmes“ in der er selbst meistens auch für die Regie und die Kamera zuständig war. Zusammen mit Bischof Pedro Casaldaliga schrieb er viele Drehbücher. Insgesamt produzierte der Missionar drei Kinofilme: „Gottes Volk auf dem Weg“, „Amerindia“ und „Der schwarze Ring“.

Alle drei Filme wurden in Brasilien ausgestrahlt aber auch in Kinos ins Deutschland, wie dem Cinema in Münster. „Amerindia“ wurde auch im Schlosstheater in Münster gespielt. Außerdem produzierte Conrad Berning über 100 Filme, die als DVD oder VHS rausgebracht wurden. Übersetzt wurden die Filme in insgesamt acht Sprachen: Koreanisch, Portugiesisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch, Englisch und Polnisch.

Conrad Berning war ein Menschenfreund

Aber auch zurück in Deutschland machte der Missionar weiterhin Filme, „auf eigene Kosten“, wie seine Lebensgefährtin mitteilte. Aus der gemeinsamen Ehe gingen die Söhne Franz (24) und Paul (22) hervor. Conrad Berning verstarb am 25. Oktober 2019. Ein Jahr später, im Oktober 2020, veröffentlichte die Familie des Missionars posthum sein Buch „Brasilianisch katholisch“.

In dem autobiografischen Buch geht es um die Zeit als Missionar, die Geschichte der brasilianischen katholischen Kirche, die Geschichte der Filmgesellschaft Verbo Filmes und später um das Leben in einer Familie. „Er war ein Menschenfreund und hat den Armen eine Stimme gegeben, er war dabei aber niemals obrigkeitshörig“, erinnert sich Brigitte Schulte-Walter an ihren verstorbenen Lebensgefährten.

Das Buch „Brasilianisch katholisch“ kann bei Brigitte Schulte-Walter unter Tel. 0170 3457909 bestellt werden. Ein Exemplar kostet 19,80 Euro plus Porto.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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