Ferngasleitung Zeelink erreicht Legden erst im Sommer

dzVerzögerung

Die Zeelink-Leitung nimmt Kurs auf Legden. Doch die neue Ferngasleitung hat Verspätung. Erst im Juni werden die Bautrupps anrücken. Die Landwirte in Legden haben derweil anderen Ärger.

Legden

, 16.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Baustelle der Ferngasleitung Zeelink kommt erst mit Verspätung nach Legden. Frühestens im Juni wird die Leitung die Gemeinde erreichen. Das hat am Donnerstag Helmut Roloff, Pressesprecher der Firma Open Grid Europe, auf Nachfrage bestätigt. Das Unternehmen steht als Investor hinter dem Projekt Ferngasleitung.

Wie er weiter erklärte, haben die ergiebigen Regenfälle im Februar und März die Arbeiten an den bisherigen Abschnitten verzögert. „Deswegen konnten die schweren Baumaschinen nicht auf die Äcker fahren und dort arbeiten“, erklärt er gegenüber unserer Redaktion. Das sei auch in Absprache mit den betroffenen Landwirten so vereinbart worden.

Baustelle ist noch rund 45 Kilometer von Legden entfernt

Das Wetter spiele nun besser mit, so dass die Arbeiten zügig voran gingen. Gerade haben Bauunternehmen im Raum Raesfeld die Arbeiten für die Leitung aufgenommen, die einmal über 215 Kilometer von der belgisch-deutschen Grenze bei Lichtenbusch bis Sankt Hubert bei Krefeld und weiter nach Legden führen soll. Damit liegen noch rund 45 Kilometer zwischen der aktuellen Baustelle und Legdener Gemeindegebiet.

Aktuell wird dort der Mutterboden auf der Trasse an der B224 beiseite geschoben. Gleichzeitig werden Gruben neben der Straße ausgehoben, von denen aus die Leitung unter der Straße hindurchgepresst wird. So sollen Verkehrsbehinderungen so weit es geht verhindert werden. Wann genau die Leitung unter der Straße hindurchgeführt wird, sei im Moment aber noch offen.

Rohre werden zu zwei Lagerstätten geliefert

Im Bereich Velen und an der A31 in Hochmoor wurden Lagerplätze für die Rohre eingerichtet. Sie werden seit zwei Wochen angeliefert. Von dort aus werden die Rohrstücke mit speziellen Lastwagen bis an die jeweils aktuelle Baustelle geliefert.

Die einzelnen Segmente werden vor Ort verschweißt und dann in den ausgehobenen Rohrgraben verlegt. Erst nach einer Stressdruckprüfung durch einen externen Gutachter, auch das erfolge abschnittsweise, wird der Graben dann geschlossen. Bei so einem Test werde die Leitung einem eineinhalb Mal höheren Druck ausgesetzt als später im Betrieb.

Wieviel Strecke die Arbeiter am Tag schaffen, hänge von der Bodenbeschaffenheit und örtlichen Gegebenheiten ab, ergänzt Roloff.

Kein neuer Stand der Proteste

Zu den Protesten gegen die Leitung und vor allem gegen die geplante Gasdruckregelanlage auf Legdener Gebiet hat er keinen neuen Stand. „Diejenigen, die mit dem Projekt unglücklich waren, werden es weiter sein“, sagt er. Aktuell habe er aber schon länger nichts mehr von möglichem Gegenwind gehört.

Der kam bisher vor allem von Seiten der betroffenen Landwirte. Christian Bomberg, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Legden, hat auch keinen neuen Stand. „Wir wissen von dem Verzug, mehr aber auch nicht“, sagt er. Verlässliche Auskünfte gebe es von dem Investor nicht.

Loop-Leitung sorgt noch für Ärger bei Legdener Landwirten

Aktuell lägen Landwirte aus Legden mit dem Unternehmen Open Grid Europe noch wegen der zuletzt gebauten Loop-Leitung im Clinch. „Wir kämpfen noch mit Absackungen auf den ehemaligen Baustellen“, sagt er. Es sei schwierig, bei Open Grid die jeweils verantwortlichen Leute sprechen zu können. Ob das unter Umständen auch an der aktuellen Corona-Krise liege, könne er natürlich nicht beurteilen. Wütend macht ihn das trotzdem: „Das hatten wir mal anders verhandelt“, sagt er. Von einem offenen Austausch könne jedenfalls keine Rede sein.

Auch eine Baubegleitung durch die Landwirte, wie sie bei der Loop-Leitung vereinbart wurde, sei bei dem aktuellen Projekt offenbar nicht gewünscht. „Die wird es so wohl nicht geben“, erklärt er auf Nachfrage.

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