FC Germania Asbeck: Umkleide wird für knapp 200.000 Euro saniert

dzGermania Asbeck

Der Blick in die Umkleide des FC Germania Asbeck ist für den einen oder anderen eine Zeitreise in die 70er-Jahre. Auch wenn das schon irgendwas hat: Das Gebäude muss dringend saniert werden.

Legden

, 02.10.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Helmut Reckers und Ludger Wolter nehmen beim Besuch der Redaktion in der Umkleidekabine des FC Germania Asbeck Platz. Wie viele Germania-Kicker dort schon gejubelt oder aus Frust mit der Faust auf die Holzbank geschlagen haben? Die Frage können sie nicht beantworten. Viele auf jeden Fall im Laufe der fast fünf Jahrzehnte. Mitte der 1970er-Jahre wurde das Gebäude in Betrieb genommen – nach den damaligen Maßstäben gebaut.

Ludger Wolter (l.) und Helmut Reckers (r.)  in der Umkleidekabine. Braun-orange Bodenfliesen, einfach-verglaste Fenster: Das Gebäude ist in die Jahre gekommen.

Ludger Wolter (r.) und Helmut Reckers in der Umkleidekabine. Braun-orange Bodenfliesen, einfach-verglaste Fenster: Das Gebäude ist in die Jahre gekommen. © Anne Winter-Weckenbrock

Das heißt: Die Fenster sind einfach verglast. Das „Lüftungssystem“ in der Dusche verbirgt sich hinter einem 20 mal 20 Zentimeter großen Kunststoffdeckel. Es gibt überhaupt nur einen Duschraum, den sowohl die Heim- als auch die Gastmannschaft nutzten. Jetzt in der Coronazeit natürlich nicht, zuvor aber wohl. „Das ist wohl im ganzen Kreis Ahaus nicht mehr der Fall“, sagt Germania-Vorsitzender Helmut Reckers.

Jetzt lesen

So war es keine Überraschung für den Vorsitzenden und Geschäftsführer Ludger Wolter, als es in der jüngsten Ratssitzung bei den Kommunalpolitikern 100-prozentige Zustimmung zu den Sanierungsplänen des Asbecker Sportvereins gab. Dort stellten Bürgermeister Friedhelm Kleweken und Bauamtsleiter Helmut Schiermann die groben Planungen vor.

Umkleide wird für knapp 200.000 Euro saniert – Zuschüsse werden beantragt

Und warteten mit einer guten Nachricht auf: Das Projekt soll für das „Investitionspaket zur Förderung von Sportstätten“ angemeldet werden, und wenn es berücksichtigt wird, könnte es zu 100 Prozent aus den Landes-Fördermitteln finanziert werden. Das wäre bei einem Volumen von 195.000 Euro schon ein Segen für den Legdener Haushalt.

Der Duschraum in der Umkleidekabine des FC Germania Asbeck versprüht den Charme der 1970er-Jahre. Die Armaturen allerdings sind neueren Datums.

Der Duschraum in der Umkleidekabine des FC Germania Asbeck versprüht den Charme der 1970er-Jahre. Die Armaturen allerdings sind neueren Datums. © Anne Winter-Weckenbrock

Aber die Kommunalpolitik war sich einig: Auch ohne Förderung muss mit dem Gebäude im Asbecker Waldstadion etwas passieren. „Wir unterstützen die Sanierungsmaßnahme. Auch wenn es keinen Zuschuss gibt, sollte sie 2021 umgesetzt werden. Die Erwartungshaltung ist groß“, betonte CDU-Fraktionschef Berthold Langehaneberg. „Die Mittel sind im Haushaltsplan vorgesehen, da wird es keine Probleme geben“, stimmte Sigrid Goßling (SPD) zu, und Gerd Heuser (UWG) fasste sich kurz: „Das ist einfach dringend notwendig“.

Ein Blick in den Schiedsrichterraum mit eingebauter Nasszelle: Auch für die Unparteiischen wird es bald etwas zeitgemäßer zugehen in der Umkleide im Asbecker Waldstadion.

Ein Blick in den Schiedsrichterraum mit eingebauter Nasszelle: Auch für die Unparteiischen wird es bald etwas zeitgemäßer zugehen in der Umkleide im Asbecker Waldstadion. © Anne Winter-Weckenbrock

Die Vereinsverantwortlichen hatten zunächst die Grundsatzentscheidung getroffen, nicht abzureißen und neu zu bauen. „Die Grundsubstanz ist ja noch in Ordnung“, betonte Helmut Reckers. „Wichtig ist aber, dass wir endlich auch eine behindertengerechte Toilette bekommen“, so der Vorsitzende weiter. Handlungsbedarf bestand auch in der Infrastruktur für den Schiedsrichter. Für diesen gibt es nun künftig einen Raum mit eigenem Sanitärbereich.

„IT-Raum“ war früher der Ballraum

Auch der „IT“-Raum, in dem Schiedsrichter und Trainer nach dem Spiel gemeinsam den Spielbericht verfassen und weiterleiten sollen, wird neu zugeschnitten. „Das war ursprünglich der Ballraum. Als ich 1975 in der E-Jugend gespielt habe, stand da eine Kartoffelkiste in dem Raum, in dem die Bälle waren“, erzählt der Vorsitzende aus eigener Erinnerung. Und der Duschraum wird zweigeteilt – der Platz reicht aus.

Ein Blick in den "IT-Raum": Hier fertigten vor Corona-Zeiten die Schiedsrichter und Trainer gemeinsam die Spielberichte an.

Ein Blick in den "IT-Raum": Hier fertigten vor Corona-Zeiten die Schiedsrichter und Trainer gemeinsam die Spielberichte an. © Anne Winter-Weckenbrock

Durch die Einfachverglasung lässt sich Schimmelbildung im Duschraum kaum mehr vermeiden – obwohl seit Jahren für viel Geld geheizt werden muss. A propos Heizen: „Gedämmt ist da nichts“, sagt Ludger Wolter. Er zeigt auf den Boden: Da ist an einer Türzarge deutlich Rost zu erkennen. Bislang hat sich der Verein immer selbst geholfen, bei Kleinigkeiten. Aber jetzt geht kein Weg mehr an einer Sanierung vorbei, „das ist eine absolute Notwendigkeit“, betont der Vorsitzende.

Jetzt lesen

Die Vereinsverantwortlichen hoffen, im ersten Quartal des Jahres 2021 anfangen zu können. Bis Mitte Oktober reicht die Verwaltung den Förderantrag ein und dann beginnt im Rathaus das Warten auf den Zuschuss.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt