Fahren ohne Führerschein: Legdenerin fühlt sich zu Unrecht von Nachbarn angeschwärzt

dzStreit mit Nachbarn

Eine 37-jährige Legdenerin fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Sie soll, obwohl sie ihren Führerschein abgeben musste, anschließend mehrmals gefahren sein.

Legden

, 13.01.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Besitz eines Führerscheins ist eine 37 Jahre alte Legdenerin schon seit 2018 nicht mehr. Damals war ihr die Fahrerlaubnis entzogen worden. Das soll die Frau allerdings nicht davon abgehalten haben, sich im Jahr 2019 mehrmals hinter das Steuer ihres Autos zu setzen und durch Legden zu fahren.

2018 war die Legdenerin innerhalb eines Monats vier Mal an einer Baustelle auf der A 31 geblitzt worden. Statt der erlaubten 80 km/h war sie zum Beispiel mit Tempo 130 unterwegs, mal mit einer Geschwindigkeit von 124 km/h. Innerhalb kürzester Zeit sammelte sie so viele Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei an, dass ihr der Führerschein entzogen wurde.

Stress mit dem Expartner

„Sie war in einem psychischen Ausnahmezustand“, erklärte der Verteidiger das Verhalten der Legdenerin. Damals habe sie Stress mit ihrem Expartner gehabt.

In Legden war die 37-Jährige zwischen Ende Februar und Anfang Mai 2019 laut Anklageschrift vier Mal am Steuer ihres Autos gesehen worden. Mal fuhr sie auf der Wibbeltstraße, mal auf der Königstraße, mal auf der Mühlenstiege. Von der Polizei war sie nicht angehalten worden.

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Dass sie Auto fuhr, war von Zeugen – Nachbarn – gemeldet worden. „Meine Mandantin ist kein einziges Mal von der Polizei in ihrem Fahrzeug angetroffen worden“, erklärte der Verteidiger. „Aber natürlich ist es bescheuert, in sechs Wochen so viele Punkte anzusammeln.“

Die Angeklagte berichtete von „großen Problemen im nachbarschaftlichen Verhältnis“. Der Verteidiger: „Die Nachbarn wollen ihr eins auswischen.“ Auch ein Polizeibeamter soll es auf sie abgesehen haben. „Er soll gesagt haben, dass er dafür sorge, dass sie aus Legden verschwinde“, sagte der Verteidiger.

Eine Vernehmung der Nachbarn und des Polizeibeamten als Zeugen hielt der Verteidiger für keine gute Idee. „Was die Zeugen sagen, das wissen wir doch.“ Sollte es doch dazu kommen, dann würde er dem Beamten und den Nachbarn „nicht ganz so schöne Fragen stellen“. Er werde ganz sicher die Motivlage und Belastungstendenzen ansprechen.

Schwestern am Steuer

Die Legdenerin sah sich am Freitag zu Unrecht auf der Anklagebank. Sie sei den Wagen in dem besagten Zeitraum nicht gefahren. Es müsse sich um ihre Schwestern handeln, die ihr sehr ähnlich sehen würden.

Eine der beiden Schwestern kam dafür nicht in Betracht. Im Zeugenstand erklärte sie, ihren Führerschein erst Ende Mai 2019 bestanden zu haben, also nach den vier besagten Fahrten. „Vorher bin ich nicht gefahren.“

Eine Ähnlichkeit zu ihrer angeklagten Schwester schloss der Richter aus. Trotz des Hinweises der beiden Frauen, dass sie damals Kopftücher getragen hätten.

Die Zeugin berichtete, dass die Nachbarn ihrer Schwester ständig die Polizei rufen würden. „Sie haben einen Hass auf meine Schwester.“ Sie selbst habe mit dem Polizisten keine Probleme, „aber meine Schwester sagt, dass sie von ihm verfolgt wird.“

Weitere Verhandlung

Zu einer Vernehmung weiterer Zeugen – der Nachbarn und des Polizisten – kam es am Freitag nicht. Sie sollen erst bei einem weiteren Verhandlungstermin aussagen. Dann wird zusätzlich eine weitere Schwester der Angeklagten als Zeugin geladen, auch die Vermieterin soll befragt werden.

Zuvor hatte der Vertreter der Staatsanwaltschaft eine Einstellung des Verfahrens abgelehnt. Der Richter zeigte für dieses Verhalten kein Verständnis.

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