Wird es wieder voller in den Kitas in Dortmund? Die Tendenz ist schon an Tag eins nach dem Ende des Appells deutlich. © picture alliance/dpa
Corona-Lockerungen

Erster Tag nach Lockerungen in Kitas: Große Freude, aber auch Unsicherheit

Mit der neuen Corona-Schutzverordnung werden die Maßnahmen in den Kindertagesstätten in NRW gelockert. Die Freude bei den Kindern in Legden ist groß. Gleichzeitig werden aber auch Sorgen laut.

Seit Montag, 22. Februar, gilt eine neue Corona-Schutzverordnung in Nordrhein-Westfalen. Mit ihr werden einige Bereiche des öffentlichen Lebens wieder gelockert, darunter auch die Regelung in den Kindertagesstätten. So dürfen ab jetzt wieder alle Kinder in die Kitas kommen.

Allerdings ist der Kita-Alltag nicht wie vor der Corona-Pandemie. Es gilt ein „eingeschränkter Regelbetrieb“. So wird das Betreuungsangebot der Kinder um zehn Wochenstunden gekürzt. Hat ein Kind beispielsweise ein Betreuungsangebot von 35 Stunden pro Woche gebucht, wird es nun auf 25 Stunden heruntergekürzt. Auch müssen die Kinder in festen Gruppen betreut werden.

Fast alle Kinder sind zurück in den katholischen Kitas in Legden

Bevor die neue Corona-Schutzverordnung an den Start gegangen ist, hat die Landesregierung Eltern aufgerufen, die Kinder möglichst zu Hause zu behalten. In den Kindertagesstätten wurde nur eine Notbetreuung angeboten. In den drei katholischen Kindertagesstätten in Legden wurde die Notbetreuung nur „sehr zurückhaltend“ beansprucht, berichtet Verbundleiterin Nora Göcke. Ungefähr ein Drittel der Kinder war zu der Zeit in den jeweiligen Einrichtungen.

„Jetzt ist wieder volle Fahrt“, sagt Nora Göcke. Nur wenige Kinder sind am Montag nicht in die Kindertagesstätte gekommen. Der erste Tag ist ganz unterschiedlich verlaufen. Viele Kinder, die lange Zeit nicht mehr in der Kita vor Ort waren, mussten sich wieder neu eingewöhnen. Trotzdem: „Die Freude hat die Oberhand gewonnen“, so die Verbundleiterin.

Neben der Freude wird auch die Sorge vor Ansteckung bemerkbar

Auch die Mitarbeiter in den katholischen Kitas in Legden haben sich auf den Regelbetrieb, wenn auch eingeschränkt, gefreut. „Es ist endlich wieder Kinderlachen in den Einrichtungen“, sagt Nora Göcke. Selbst wenn die Freude bei allen Beteiligten überwiege, müsse man die jetzige Situation aus zwei Blickwinkeln betrachten, so die Verbundleiterin: „Auf der einen Seite ist die Freude, dass alle wieder da sind. Aber dann ist da natürlich auch die Sorge vor der Ansteckung.“

Trotz der Sorge ist Nora Göcke froh über die Corona-Lockerung. „Wir haben den Bedarf in den Familien gesehen, die Entlastung brauchen, und auch bei den Kindern, die wieder soziale Kontakte brauchen.“

Kinder im Kinderparadies Pusteblume waren „total aufgeregt“

Im Kinderparadies Pusteblume waren in den vergangenen Wochen etwa die Hälfte der 39 Kinder in der Notbetreuung. Am Montag war die Gruppe zwar nicht komplett vollständig, aber bis auf wenige waren die Kinder wieder in der Kita. „Alle Kinder waren total aufgeregt“, sagt Leiterin Christiane Vogeshaus. „Ein bisschen wie ein Neustart, aber die haben sich ganz schnell wieder eingelebt.“

Nicht nur die Kinder waren froh, dass sie zurück in die Kita durften. Auch bei den Mitarbeitern im Kinderparadies Pusteblume war die Freude für die Leiterin spürbar. „Es fehlt etwas, wenn nur die Hälfte der Kinder da ist“, sagt Christiane Vogeshaus. „Gerade bei den Kindern, die im Sommer zur Schule gehen, wäre es schade gewesen, wenn wir sie gar nicht mehr gesehen hätten.“

Ein ähnliches Bild zeichnet sich in der Elternschaft ab. „Die Eltern waren erleichtert, dass alle Kinder wieder kommen können“, sagt die Leiterin. Selbst mit der Kürzung des Betreuungsangebots, „ist es für viele einfacher, Beruf und Familie wieder zu vereinbaren“.

Über die Autorin
Volontärin
In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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