Erörterung zur Gas-Verdichterstation hinter verschlossenen Türen

dzOpen Grid Europe

Zwei Tage wurde getagt: Beim Erörterungstermin zur Verdichterstation in Legden wurden viele Bedenken und Kritik vorgetragen, unter anderem von der Bürgerinitiative und Bürgermeister Kleweken.

Legden

, 10.06.2020, 18:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kritik vor Ort ist groß und gibt Stoff für zwei lange Tage. Die Gas-Verdichterstation, die Open Grid Europe im Haulingort in Legden bauen will, war Gegenstand des Erörterungstermins am Dienstag und Mittwoch. Dafür war die Bezirksregierung Münster ins Hotel Hermannshöhe gegangen.

Die Coronakrise bestimmt die Situation. Maskenpflicht und Desinfektionsstände am Eingang sind in dem Legdener Hotel sowieso obligatorisch. Für den Termin hat die Bezirksregierung eigens einen Desinfektor mitgebracht, also jemanden, der regelmäßig Tische, Stühle, Türgriffe und sogar den Fußboden desinfiziert.

Im Landhotel ging es beim Erörterungstermin der Bezirksregierung Münster zwei Tage um die geplante Verdichterstation, die im Haulingort gebaut werden soll.

Im Landhotel ging es beim Erörterungstermin der Bezirksregierung Münster zwei Tage um die geplante Verdichterstation, die im Haulingort gebaut werden soll. © Ronny von Wangenheim

Am Eingang werden alle kontrolliert, müssen Einladungen vorzeigen, sich in Listen eintragen, was den Nebeneffekt hat, dass sie den Kugelschreiber mitnehmen müssen – auch das wegen Corona. Die Presse muss draußen bleiben. Das ist vorgeschrieben bei der nichtöffentlichen Veranstaltung, wenn nur einer der Beteiligten etwas dagegen hat.

Das war offensichtlich der Fall. Laut Recherchen scheint es Open Grid Europe gewesen zu sein, die keine Medien vor Ort wünscht. Der Fernleitungsnetzbetreiber war mit rund 20 Vertretern vor Ort.

Bezirksregierung, Kreise, Gemeinde und der Nabu kommen zu Wort

Am Dienstag sind vor allem Träger öffentlicher Belange dran. Also unter anderem verschiedene Dezernate der Bezirksregierung Münster, die Kreise Borken und Coesfeld und die Gemeinden Legden und Rosendahl. Später kommt auch der Naturschutzverband Nabu zu Wort. Er tritt unter anderem für die Rechte von Kiebitz und Rebhuhn ein.

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Ein weiterer Tagesordnungspunkt ist für die Einwendungen von Privatpersonen bestimmt, die durch die Grundstücksinanspruchnahme betroffen sind. Immerhin acht Hektar Land wird die Verdichterstation im Haulingort an landwirtschaftlicher Fläche vernichten. Dazu kommen weitere Flächen für Kompensationsmaßnahmen.

Bürgerinitiative: Der Dissens ist immer noch da

Der Mittwoch ist dann für die Einwendungen der Bürgerinitiative „Verdichterstation – Nein danke!“ und private Einwender vorgesehen. Sie tragen noch einmal ihre Kritikpunkte und Forderungen vor. Rainer Bergemann, einer der Sprecher, sagt in einer der Pausen kurz: „Der Dissens ist nach wie vor da.“ Er setzt jetzt seine Hoffnung darauf, dass die Bezirksregierung in der anschließenden Abwägung ihre Interessen berücksichtigen wird.

Für Legden ist Bürgermeister Friedhelm Kleweken an beiden Tagen vor Ort. Er hat schon in der Vergangenheit scharfe Kritik an dem Vorhaben und vor allem an der Informationspolitik von Open Grid Europe geübt. Bei der Planung der Zeelink-Gasleitung, deren Bau langsam nach Legden und damit ihrem Endpunkt vorrückt, sei von der Verdichterstation nie die Rede gewesen. Am Abend wurde immer noch hinter verschlossenen Türen getagt.

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