Erleichterung in Legden groß: Tönnies-Schlachthof bleibt coronafrei

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Die Laborergebnisse der Großtestung von fleischverarbeitenden Betrieben in Alstätte und Legden stehen fest. Alle Befunde sind negativ. In Legden hatte man schon über den Ernstfall nachgedacht.

Legden

, 24.06.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit großer Sorge hatte Legdens Bürgermeister Friedhelm Kleweken Bürgermeister Friedhelm Kleweken in diesen Tagen nach Rheda-Wiedenbrück geschaut. Und mit Sorge das Ergebnis der erneuten Großtestungen im Kreis Borken abgewartet. Am Mittwochmittag kam die gute Nachricht: Alle Proben sind negativ, auch im Schlachthof Legden, der zur Tönnies-Unternehmensgruppe gehört. „Die Erleichterung ist sehr groß“, so Kleweken.

Die Laborergebnisse stammen von der am Montag durchgeführten zweiten Phase der Großtestung von fleischverarbeitenden Betrieben im Kreis Borken. In Ahaus-Alstätte wurden zwei Betriebe mit einer Belegschaft von insgesamt 145 Menschen getestet, im Legdener Schlachthof wurden 60 Personen getestet.

„Damit ist auch hier niemand infiziert“, freut sich Landrat Dr. Kai Zwicker, der die Testungsaktion aufgrund des Infektionsgeschehens bei der Firma Tönnies im Kreis Gütersloh veranlasst hatte. Dass der Kreis Borken mit seiner Strategie, in Verdachtsfällen vorsorglich schnell zu testen, um rasch Klarheit zu bekommen, richtig liege, habe sich damit wieder bestätigt, konstatiert der Landrat.

Legdens Stab für außergewöhnliche Ereignisse breitete sich auf Ernstfall vor

Schon am Freitag waren in jeweils zwei Betrieben in Bocholt und Schöppingen insgesamt 493 Personen getestet worden – auch die Laborergebnisse hierzu waren allesamt negativ.

In Legden hatte der Stab für außergewöhnliche Ereignisse bereits darüber gesprochen, was zu tun ist, wenn ähnlich wie im Kreis Gütersloh auch im Legdener Schlachthof sich eine größere Anzahl von Menschen mit dem Coronavirus infiziert hätten. Als Ordnungsbehörde ist die Gemeinde Legden für die Einhaltung von Quarantänen zuständig. Abgefragt wird in solchen Fällen regelmäßig auch der Gesundheitszustand.

60 Menschen hat das Team des DRK-Kreisverbands Borken unter Leitung von Jürgen Rave im Betrieb in Legden Am Bahndamm getestet. „Das ging sehr zügig“, berichtet Friedhelm Kleweken, der sich schon wie bei der ersten Testung vor Ort informierte. Auch damals gab es keinen positiven Fall. „Ich freue mich sehr, auch für die Mitarbeiter und den Betriebsleiter“, sagte er am Mittwoch.

Die meisten Beschäftigten am Schlachthof wohnen nicht in Legden

Ungefähr die Hälfte der Beschäftigten dort hat einen Werkvertrag. „Der größte Teil der Beschäftigten am Schlachthof wohnt nicht in Legden“, so informiert Bürgermeister Kleweken auf Anfrage unserer Redaktion. Andererseits leben in Legen und Asbeck Menschen, die in fleischverarbeitenden Betrieben außerhalb von Legden vor allem in Coesfeld arbeiten. Die letzten Corona-Fälle in Legden betrafen alle solche Beschäftigte.

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Doch auch im Kreis Coesfeld hat sich die Lage entspannt, nachdem es dort bei Westfleisch Anfang Mai zu einem massiven Coronavirus-Ausbruch kam. Nach den Eregnissen beim Fleischverarbeiter Tönnies hatte auch der Kreis Coesfeld bei Westfleisch erneut zum Test gerufen. Von den 528 Tests waren alle negativ. Nach Auskunft der Bezirksregierung Münster gibt es derzeit im Kreis Coesfeld aktuell noch drei Infizierte, im Kreis Borken 5.

Im Schlachthof Legden werden ausschließlich Rinder geschlachtet.

Im Schlachthof Legden werden ausschließlich Rinder geschlachtet. © Stefan Grothues

Die Tönnies-Unternehmensgruppe erklärte am Mittwoch auf Anfrage, dass gruppenweit ein auf die Pandemie ausgerichtetes, erweitertes Hygiene-Konzept gilt. „Dabei sind die Anforderungen in den Schlachtbetrieben und Zerlegebetrieben im Grunde gleich hoch. Es gibt auch keine Unterschiede hinsichtlich der Tierart“, so Pressesprecher Markus Eicher. In Legden, einem kleinen Betrieb, werden ausschließlich Rinder geschlachtet und geviertelt, aber nicht weiter zerlegt.

Auch er zeigte sich am Mittwoch erleichtert: „Wir sind natürlich sehr froh, dass wir am Standort auch weiterhin keine Infektionen haben. Das ist vor allem für die Menschen, die hier arbeiten, aber auch das ganze Umfeld, eine gute Nachricht“, sagte er und ergänzte: „Aber wir sind eben auch hochsensibel und bleiben wachsam.“

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