Ein Traum in Türkis

Legden Noch bis vor kurzem hat Christin Stienegerd ihre Sträuße in Legden gebunden. Bald hat sie dazu in Melrose Gelegenheit - als erste Praktikantin nach der vor knapp einem Jahr besiegelten Städtepartnerschaft.

04.07.2008, 19:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

<p>Gern erinnern sich die beteiligten Legdener an den herzlichen Empfang in Melrose im vergangenen Jahr.  MLZ-Archivfoto</p>

<p>Gern erinnern sich die beteiligten Legdener an den herzlichen Empfang in Melrose im vergangenen Jahr. MLZ-Archivfoto</p>

Erst in der vergangenen Woche hat Christin, die eine Ausbildung bei Floristik Specking absolviert hat, ihre letzten Prüfungen hinter sich gebracht. Zurzeit befindet sich die 19-Jährige auf der 8662 Kilometer weiten Reise in die USA - zum ersten Mal in ihren Leben.

Neues Zuhause

Für knapp drei Monate soll Legdens Schwesterstadt ihr Zuhause sein. "Ich wollte nach der Ausbildung gern ins Ausland. Ein Bekannter hatte mir den Vorschlag unterbreitet, nach Melrose zu gehen - und ich habe sofort zugesagt", erzählt sie vor ihrer Abreise. "Das bietet sich einfach an. Wir würden auch einen Praktikanten aus Melrose nehmen", meint Angelika Specking. Schließlich ist die wechselseitige Ausbildungshilfe für junge Leute ein wichtiges Ziel der Partnerschaft, an dem das Partnerschaftskommitee mit Hochdruck arbeitet, wie Thomas Kockentiedt, Organisator der Partnerschaft auf deutscher Seite, berichtet.

In Melroses Nachbarstadt Freeport soll Christin im Blumen- und Geschenkartikelgeschäft von Simon Hellermanns Tochter Michelle, die auf Hochzeitsfloristik spezialisiert ist, arbeiten. "Die Amerikaner lieben ihre Hochzeiten üppig. Da kommen die Brautsträuße auch schon mal in grellen Farben wie türkis daher", beschreibt Angelika Specking den abweichenden Blumen-Stil. Überhaupt sei es nicht üblich, Blumen zu verschenken, in den Vorgärten und auf Friedhöfen wachse vornehmlich Rasen. Auch Christin hat keine Blumen im Gepäck. Dafür aber jede Menge Erfahrung, was in Sachen Floristik in Deutschland angesagt ist. "Ich habe viele Fotos von Brautsträußen gemacht, die wir in letzter Zeit gemacht haben und sie in einem Buch gesammelt. Das wird eines meiner Gastgeschenke."

Über Sprachschwierigkeiten hat sie sich vor ihrer Reise kaum Gedanken gemacht. Musste sie auch nicht. Denn wenn's mit dem Englischen mal nicht so klappt, kann sie - zumindest bei den älteren Bewohnern - aufs Plattdeutsche zurückgreifen, bestätigt Thomas Kockentiedt. Viele neue Erfahrungen und Eindrücke will die Legdenerin selber auch mit nach Hause bringen. Die ein oder andere Anregung wird sicher in die Arbeit einfließen, wenn Christin ab dem 1. Oktober wieder bei Specking hinter der Ladentheke steht.

Vielfältige Eindrücke

Eindrücke kann sie bereits auf der Hinreise sammeln: Zunächst stehen die Niagarafälle auf dem Programm. In Melrose will Christin auch die Umgebung erkunden und auf dem Rückweg steht ein Aufenthalt in New York an. "Meine Freunde finden es toll, dass ich nach der Ausbildung ins Ausland gehe." Sie sind nicht die einzigen, die sie beneiden. "Vergangene Woche haben wir Christin beim Treffen der Legdener, die beim Besuch im vergangenen Jahr mit dabei waren, einen davon Eindruck gegeben, was sie erwartet", sagt Organisator Thomas Kockentiedt. "Und alle wären gern wieder hingefahren." kh

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns die Nachricht, dass Christin Einreiseprobleme hat und im kanadischen Toronto festsitzt. Wie es weiter geht, war gestern Abend noch unklar.

<p>Auf viele neue Erfahrungen freut sich Christin Stienegerd während ihres mehrmonatigen Praktikums in Legdens Partnerstadt Melrose, zu dem sie vor wenigen Tagen aufgebrochen ist. Herbers</p>

<p>Auf viele neue Erfahrungen freut sich Christin Stienegerd während ihres mehrmonatigen Praktikums in Legdens Partnerstadt Melrose, zu dem sie vor wenigen Tagen aufgebrochen ist. Herbers</p>

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