Christian Biehl und Anna Marks hoffen, dass im Juni eine Ferienfreizeit im Dorf Münsterland trotz Corona möglich sein wird. © Laura Schulz-Gahmen
Dorf Münsterland

Dorf Münsterland geht neue Wege: Kinderbetreuung statt Party

Statt Partys möchte das Dorf Münsterland jetzt eine Ferienfreizeit für Kinder anbieten. Es soll eine Kräuterhexe, Diamantenschleifen und Lagerfeuer geben. Die Hoffnungen ruhen auf den Impfungen.

Urlaube sind nach wie vor eher wenige bis keine möglich. Nur einzelne Regionen öffnen versuchsweise wieder für Touristen. Das geht zu Lasten der Familien. Da ist sich der Direktor vom Dorf Münsterland in Legden sicher. „Außerdem werden so gut wie keine Ferienfreizeiten angeboten“, sagt Christian Biehl.

Das wollen die Betreiber der als Partydorf bekannten Location in Legden jetzt ändern und eine Ferienfreizeit anbieten. Kinder wollen schließlich etwas erleben in ihren Ferien. Christian Biehl ist selbst in seiner Kindheit mehrmals in einer mittelalterlichen Ferienfreizeit gewesen, „daran erinnere ich mich sehr gerne.“ Das Dorf Münsterland mute zudem bereits mittelalterlich an.

Ferienfreizeit für Kinder von 6 bis 14 Jahren

Der Mittelalterszene sei so gut wie jedes Einkommen durch die Coronakrise weggebrochen. „Wir haben gute Kontakte zu der Szene und haben uns gedacht, wir verbinden mit dem Thema ein Angebot für Kinder“, so Biehl. Vom 12. bis zum 31. Juni 2021 sollen Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren Mittelalterliches und Märchenhaftes erleben können.

Gildemeister steckt Kinder in verschiedene Berufsgruppen

Und wie soll das aussehen? Geplant ist jedenfalls eine ganze Menge. „Die Kinder bekommen einen Pass und werden quasi eingebürgert und werden vom Bürgermeister in Empfang genommen“, sagt Christian Biehl im Gespräch mit der Redaktion.

Vom Gildemeister werden sie dann auf einzelne Berufe in Gruppen eingeteilt, in jeder Gruppe werden zehn Kinder sein. „Das dient dazu, dass die Gruppen eingehalten und nicht vermischt werden“, ergänzt Anna Marks, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Dorf Münsterland. Sind die Kids dann eingeteilt in Gruppen, lernen sie beispielsweise die Kunst des Diamantenschleifens oder das Bäckerhandwerk.

Kräuterhexe passt genau auf

„Damit alle die Corona-Regeln einhalten, wird es eine Kräuterhexe geben, die außerdem etwas über die Seuche des Mittelalters erzählt: die Pest“, sagt Christian Biehl. So werde den Kindern vermittelt, dass es schon im Mittelalter auch schwere Krankheiten gab, so wie heute das Coronavirus.

Das alles erzählen natürlich nicht die üblichen Mitarbeiter des Event-Dorfs den Kindern, sondern eigens für die Ferienfreizeit eingestellte Pädagogen und Pädagogen in Ausbildung. Diese sollen auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder besser eingehen können.

Echtes Stunt-Team für Kinder

Am Ende jeder Woche soll von den Kids ein Bühnenstück für die Eltern aufgeführt werden. Das Stück wird von den Kindern mithilfe eines echten Stunt-Teams auf die Beine gestellt. „Jedes Kind soll aber nur so viel dazu beitragen, wie es auch möchte“, betont Anna Marks. Auch dafür seien die Pädagogen da.

Die Ferienfreizeit geht von montags bis samstags und kostet pro Kind 210 Euro. Darin sind Betreuung, Essen und die Bezahlung der Mitarbeiter enthalten. „Ab dem dritten Geschwisterkind gibt es für das dritte Kind 25 Prozent Rabatt auf die Ferienfreizeit“, sagt Christian Biehl im Gespräch mit der Redaktion.

Hoffnung ruht auf Impfungen

Ob das Freizeitangebot für Kinder aber überhaupt möglich sein wird, steht noch nicht fest. „Gegenwärtig wäre das wegen der Corona-Schutzverordnung nicht möglich, aber wir hoffen, dass jetzt bald immer mehr Menschen geimpft werden und die Regelungen es im Juni zulassen werden“, so Biehl.

Durch die Ferienfreizeit möchte das Team um das Dorf Münsterland zum einen ein Angebot für Kinder in Zeiten von Corona schaffen und zum anderen das Image des reinen Partydorfs loswerden: „Wir sind zwar mit Party groß geworden, aber wir können noch mehr“, so Biehl. Informationen zur Ferienfreizeit gibt es unter mittelalterfest-muensterland.de/#freizeit.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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