Dieter Berkemeier will Bürgermeister von Legden werden

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Dieter Berkemeier möchte bei der Bürgermeisterwahl im Herbst als unabhängiger Kandidat ins Legdener Rathaus einziehen. Einen Arbeitsplatz hat er dort schon.

Legden

, 18.02.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bürgermeister von Legden werden: Das will Dieter Berkemeier (56). Seit zwei Jahren steht der Entschluss bereits fest. Jetzt erzählt er erstmals öffentlich über seine Beweggründe und startet damit in den Wahlkampf.

Dieter Berkemeier tritt am 13. September als unabhängiger, parteiloser Kandidat an. „Egal, wer mich eventuell unterstützt, ich werde mich nicht vor einen Karren spannen lassen“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Ein parteiloser Bürgermeister, das sei eher ein Vorteil: „Ich kann so den besten Vorschlag unterstützen, nicht der am besten für die Partei, sondern am besten für die

Bürger ist.“

Slogan: Unabhängig, kompetent, bürgernah

Warum er Bürgermeister werden will? Da überlegt Berkemeier nicht lange. „Ich bin in Legden geboren und aufgewachsen, meine Frau auch, meine beiden Söhne leben auch hier. Deshalb möchte ich daran mitwirken, dass Legden der liebens- und lebenswerte Ort bleibt, der er ist.“ Und dann schiebt er noch seinen Slogan hinterher: „Unabhängig, kompetent, bürgernah“.

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Warum wäre er der Richtige? Dieter Berkemeier verweist auf seine berufliche Laufbahn. „Ich habe Verwaltung von der Pike auf gelernt.“ Der Verwaltungsfachangestellte und Verwaltungsfachwirt hat nach erster beruflicher Erfahrung beim Kreis Borken 1990 ins Legdener Rathaus gewechselt. Bei der Gemeinde ist er zuständig für den Bereich Soziales, Schule, Sport, Jugend und Kultur.

Erfahrungen habe er auch in Vereinen gesammelt, auch in der Mitarbeiterführung, so Dieter Berkemeier. Seit 2002 ist der Legdener Geschäftsführer des Trägervereins für die offene Kinder- und Jugendarbeit mit fünf angestellten Mitarbeitern. Seit 2013 ist er Hauptgeschäftsführer des SuS Legden mit aktuell 2130 Mitgliedern, 200 Übungsleitern und Trainern sowie acht angestellten Mitarbeitern.

Gut vernetzt in Legden und Asbeck

Und auch das sagt Dieter Berkemeier: „Ich bin gut vernetzt.“ Damit meint er zum einen Legden und Asbeck, zum anderen wegen der Gremienarbeit auch die Nachbarkommunen.

Was er erreichen will, als Bürgermeister, steht für ihn fest. Für fast alle Themen, die in einem Dorf wie Legden wichtig sind, hat er sich Gedanken gemacht. Familienfreundlichkeit: „Es müssen ausreichend Kita-Plätze geschaffen werden, eventuell müssen wir über Bedarf Plätze vorhalten.“ Bei den Schulen sieht Berkemeier den Bestand der Sekundarschule und den Erhalt der beiden Grundschul-Standorte als wichtig an.

Spannend werde es, wenn 2023 der Schulkonsens auslaufe. Auch der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder bis 2025 werde eine Herausforderung sein. „Wir müssen Klassen multifunktional ausrüsten, damit sie auch als Betreuungsklasse genutzt werden können“, sagt er.

Bezahlbarer Wohnraum: „Wir müssen neue Baugebiete ausweisen, aber auch ein Baulückenkataster erstellen, um die Ortskerne zu stärken“, sagt er und ergänzt: „Wir müssen vor allem den sozialen Wohnungsbau fördern.“ Es müsse außerdem mehr Wohnungen für Singles geben: „Eine 50-Quadratmeter-Wohnung ist sofort unter der Hand weg.“

Gewerbe: Um Legden zu stärken, sind neue Gewerbegebiete notwendig. Auch das sagt Dieter Berkemeier. Dabei müsse es eine gute Durchmischung von Gewerbe vom einfachen Handwerker bis zur High-Tech-Firma geben. Neben der Schaffung von Arbeitsplätze bringe das auch Gewerbesteuereinnahmen für die Gemeinde.

Steuern und Abgaben: Auf dem Weg, Steuern und Abgaben konstant zu halten, will Dieter Berkemeier auf die interkommunale Zusammenarbeit setzen. Wichtig sei es, immer auf der Suche nach Förderprogrammen zu sein. Und noch eines ist ihm wichtig: „Wir müssen vermeiden, dass künftige Generationen belastet werden.“ Es gelte also, keine größeren, neuen Schulden zu machen.

Moderne Verwaltung: Hier setzt der Bürgermeisterkandidat auf noch mehr Bürgerservice und Bürgerfreundlichkeit. Eine Herausforderung werde die Digitalisierung. Bis Ende 2022 muss die Gemeinde alle Verwaltungsleistungen auch digital anbieten. Und dann das Rathaus selbst: Das Gebäude ist in die Jahre gekommen und bietet zu wenig Platz. Ob es saniert werden soll oder aber abgerissen und neu gebaut werden soll, dazu müsse es eine Machbarkeitsstudie geben.

Sicherheit und Ordnung: „Es gibt eine gefühlte Unsicherheit“, sagt Dieter Berkemeier. „Die Gemeinde muss Ordnungsamt, Jugendamt, Jugendhaus und Polizei an einen Tisch holen.“

In den kommenden Monaten will Dieter Berkemeier Wahlkampf machen, das heißt, dass er mit den Legdenern ins Gespräch kommen und Social Media nutzen will. „Ich werde auch von Haus zu Haus gehen“, sagt er. Unterstützt wird er dabei von Freunden und natürlich der Familie mit Ehefrau Bärbel und den Söhnen Jens und Henrik.

Und wenn er mal nicht für den künftigen Job unterwegs ist. Dann bleibt Zeit für Hobbys. Also für Fußball, allerdings nur passiv, wie er lächelnd erzählt, für die Familie, Radfahren, Inliner-Fahren und den Doppelkopfclub.

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