Der perfekte Nachfolger für den Legdener „Herrn des Abwassers“

dzKläranlage

Dass André Salweski einmal Leiter des Legdener Klärwerks werden würden, hat sich bereits seit einiger Zeit angedeutet. Dem 31-Jährigen ist die neue Stelle wie auf den Leib geschnitten.

Legden

, 04.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer die Konzerte des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Legden verfolgt, kennt André Salewski (31) als ehrenamtlichen Vorsitzenden bereits seit einiger Zeit. Seit dem 1. August hat er eine neue, hauptamtliche Aufgabe als Leiter des Klärwerks Legden von Günter Kleideiter übernommen, seinem Ausbilder. Dass es so weit kam, hängt wiederum eng mit dem Musikzug zusammen.

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„Mein Opa und ich waren im Musikzug als Musiker, Günter Kleideiter auch. Da ich mich für Naturwissenschaften interessierte, hat mich Günter Kleideiter mit ins Chemielabor des Klärwerks genommen. Nach der zehnten Klasse habe ich mich dann bei ihm zur Ausbildung der Fachkraft für Abwassertechnik erfolgreich beworben“, so Salewski. Und das kam ihm auch sehr entgegen, da er in Legden nicht nur im Musikzug fest verankert ist, sondern auch im Angelverein.

In die Natur zurück

Auch das hat sehr viel mit seinem jetzigen Beruf zu tun. „Was wir hier machen, ist keine Umwandlung der Abwässer in Trinkwasser. Deshalb geben wir es der Natur zurück und leiten es gereinigt direkt in die Dinkel ein. Das zieht die Fische am Ablauf an, wo das Wasser aus der Kläranlage in den Fluss geleitet wird“, so Salewski.

Und tatsächlich. Superklares Wasser sprudelt in die Dinkel. Der Geruch, der an diesem Tag aufgrund der sommerlichen Witterung und der Trockenheit in der Luft schwebt, ist dem reinen
Naturatem gewichen. „Das riecht hier nicht immer so. Ich war auch schon oft hier, als es überhaupt nicht nach Abwässern gerochen hat“, erklärte Bürgermeister Friedhelm Kleweken, der Salewski an seinem ersten Arbeitstag als Leiter der Kläranlage ein Stück begleitet hat.

Hohe Investitionen

Das Klärwerk wird von der Gemeinde Legden getragen. Es reinigt die Abwässer aus den Haushalten und Betrieben in Legden und Asbeck. „In diesem Jahr investieren wir die besonders hohe Summe von 1,1 Millionen Euro, um das Klärwerk sicherer und effizienter zu machen. In normalen Jahren sind es im Schnitt 300.000 Euro“, verriet Kleweken. Rückgewinnung von Energien im Faulturm und Umwandlung in Gas, um die Stromversorgung des Klärwerks zu sichern war nur ein Aspekt der Investitionen der letzten Jahre.

Viel Berufserfahrung

Salewski ist da geradewegs hineingewachsen. Von 2004 bis 2007 hat er im Klärwerk in Legden seine Ausbildung absolviert. Bis 2010 hat er im Klärwerk in Heek Berufserfahrung gesammelt. 2011 kehrte er nach Legden zurück, machte im friesischen Norden seinen Meister und erwarb den Ausbilderschein. Jetzt wacht er als Leiter über die Kläranlage mit zwei Mitarbeitern.

Sein Tagesablauf beginnt um 7 Uhr morgens mit einem Rundgang zu den Klärbecken. Er entnimmt Wasserproben, prüft sie im Chemielabor des Verwaltungsgebäudes und verfolgt am Computer am sogenannten Prozessleitsystem, ob alles rund läuft. „Das allein ist schon eine Halbtagesaufgabe. Digitalisierung und Technisierung haben in den letzten Jahren zugenommen. Auch die Umweltrichtlinien werden immer strenger und erfordern immer mehr Verwaltungsaufwand“, so Salewski, der sich auf spannende Jahre in diesem Beruf und an diesem Ort freut.

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