Ein Jahr begleitet das Coronavirus die Menschen in Deutschland und der Welt bereits. Auch an Legden ist das Virus nicht spurlos vorbeigezogen. © privat
Corona-Rückblick

Das Corona-Jahr in Legden: Über Monate gab es keinen einzigen Fall

Mit so einem Jahr hatte wohl niemand gerechnet. Das Coronavirus hat die Menschen überall auf der Welt fest im Griff. Auch vor Legden machte das Virus keinen Halt. Wir blicken zurück.

Vor etwa einem Jahr dachte man bei dem Wort Corona noch nicht an einen Virus. Für viele war Corona eine Biersorte. Doch auf einmal war da ein neuartiges Virus, das ebenfalls so heißt. Aber zum Glück war es ja weit entfernt in Wuhan, China.

Am 31. Dezember 2019 wurde der erste Fall einer neuen Art der Lungenentzündung weltweit bekannt. Die Ursachen für die Erkrankung waren noch nicht bekannt. Am 11. Februar bekam die Krankheit von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Namen Covid-19.

Erster Corona-Fall in Legden am 15. März 2020

Innerhalb kürzester Zeit breitete sich das Virus aus. Aus einer Epidemie wurde schnell eine Pandemie. Nicht mehr nur China war betroffen, auch in Europa stieg die Zahl der Corona-Infizierten. Seitdem dreht sich die Welt ein wenig langsamer.

Und plötzlich war das Virus nicht mehr fern, es kam auch in Legden an.

Nachdem es zuerst Ahaus und dann auch Vreden getroffen hatte, wurde am Montag, 15. März, der erste Fall in Legden vom Kreis Borken bestätigt. Die erste Infizierte Person in Legden kam für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Zu dem Zeitpunkt gab es im gesamten Kreis bereits 95 Corona-Infizierte.

Nur einen Tag später, am 16. März 2020, schloss das Rathaus in Legden seine Türen. Der damalige Bürgermeister Friedhelm Kleweken zog Konsequenzen aus den steigenden Corona-Zahlen. Nur noch in dringenden Fällen waren Besuche möglich und nur unter vorheriger telefonischer Absprache. „Das ist zum Schutz der Bürger, aber auch unserer Mitarbeiter“, sagte Friedhelm Kleweken damals im Gespräch mit der Redaktion.

Auch in Apotheken machte sie die neue Corona-Lage bemerkbar. Am 19. März, nur wenige Tage nach dem ersten Corona-Fall in Legden, sah man Schlangen von Menschen vor den Türen der Apotheken. Alle wollten Desinfektionsmittel und Antworten.

Plötzlich monatelang keine Corona-Infizierung – Zufall?

Im „Dorf Münsterland“ wurde Ende März 2020 zeitweise ein Corona-Behandlungszentrum errichtet. Gleich am ersten Tag kamen mehr als 40 Patienten, einer von ihnen musste ins Krankenhaus gebracht werden. In das Behandlungszentrum kamen Menschen aus der Region mit Symptomen, die auf eine Infizierung mit dem Coronavirus hindeuteten.

Anfang April gab es in Legden neun Infizierte. Die Zahlen schwankten etwas, bis dann vom 30. Mai bis zum 22. Oktober 2020 kein Fall in Legden bekannt war. Fast fünf Monate über gab es in Legden keine Corona-Infizierten, nicht einen einzigen. Die Legdener hatten ihre eigenen Erklärungen dafür, wie das Einhalten der Corona-Regeln, gegenseitige Rücksichtnahme und auch wenig Testungen. Der Kreis Borken nannte es Zufall.

Am 23. Oktober gab es nach langer Zeit einen Corona-Infizierten in Legden. Langsam stieg die Zahl der Infizierten wieder an, bis sie am 12. November auf 25 anstieg. Danach beruhigte sich die Lage kurzzeitig wieder etwas und sank auf 9.

Zahlen im Januar unter zehn

Auch eine Kita-Erzieherin war unter den Infizierten in Legden, sodass die betroffene Kindergarten-Gruppe, in der die Erzieherin arbeitet, umgehend geschlossen wurde. Die Erzieherin kam in häusliche Absonderung und die Kindergartengruppe konnte bald darauf wieder öffnen.

Am 12. Dezember und am 15. Dezember erreichte Legden den Höchststand, mit jeweils 26 Infizierten. Im Januar wurde 2021 wurde der zweite Lockdown, der am 16. Dezember 2020 begann, verlängert und verschärft. Das hatte auch Auswirkungen auf die Schulen. Lehrer mussten sich wie bereits im ersten Lockdown im Frühjahr auf Fernunterricht vorbereiten und die Schüler vom Bildschirm aus lehren. Knut Kasche, Schuleiter der Paulus van Husen Sekundarschule in Legden, lobte die Konsequenz der Bundesregierung und blickte zuversichtlich in die Zukunft.

„Corona-Gewinner“ aus Legden: Lüfter von Dr. Alfred Mennekes

Der ehemalige Tierarzt Dr. Alfred Mennekes hat wegen der Corona-Pandemie ein Lüftungssystem entwickelt. Schulen in Legden und Asbeck haben davon bereits profitiert. Auch andere Schulen über die Grenzen Legdens hinweg zeigen Interesse an der Entwicklung. Dadurch kann in den Schulklassen die Luft erneuert werden, ohne den Unterricht durch ständiges Öffnen und Schließen der Fenster zu stören.

Seit dem Höchststand im Dezember sind die Zahlen wieder gesunken und schwanken im Januar immer zwischen null und zehn. Insgesamt gab es in Legden bisher (Stand: 14. März 2021) 147 Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Gesundet sind bisher 133 Menschen. Gestorben ist in Legden glücklicherweise noch niemand im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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