Coronafall in Heek: Frau in Pflegeeinrichtung infiziert

dzCoronavirus

In Heek gibt es wieder einen Coronafall. Eine ältere Frau hat sich mit dem Virus infiziert. Die Frau war zeitweilig in stationärer Pflege. Eine große Testaktion ist bereits angelaufen.

Heek

, 31.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wochenlang war Heek coronafrei, jetzt gibt es wieder einen Coronafall. Eine ältere Frau hat sich mit dem Virus infiziert. Die Frau war zeitweilig in stationärer Pflege. Die Sorge ist jetzt groß, dass sich das Pflegepersonal angesteckt und so das Virus weiterverbreitet haben könnte. Eine große Testaktion in Heek ist bereits angelaufen. Am Samstag (1. August) ist Legden an der Reihe.

Noch ist vieles unklar. Das Kreisgesundheitsamt hat jedenfalls direkt alle Kontaktpersonen der betroffenen Person ermittelt, wie Kreis-Pressesprecher Karlheinz Gördes sagt. Die infizierte Frau selbst befinde sich in Quarantäne.

Große Testaktion am Samstag in Legden

Noch am Freitagnachmittag (31. Juli) war ein Team des DRK unter Leitung von Jürgen Rave im Einsatz, um alle Mitarbeiter, die in Kontakt mit der infizierten Person in Heek standen, aufzusuchen und auf das Virus zu testen. Die Ergebnisse stehen (Stand 31. Juli, 16 Uhr) noch aus. Alle getesteten Personen sind isoliert, bis ein negatives Ergebnis vorliegt. Auch am Samstag (1. August) wird die Testung weitergehen.

Und dann sogar im noch größerem Umfang. Eine Legdener Senioreneinrichtung steht auf dem Programm. Dort war die infizierte Frau in der jüngeren Vergangenheit auch kurzfristig untergebracht. „70 Mitarbeiter und 60 Bewohner werden getestet“, so Karlheinz Gördes. „Das zeigt, wie ernst wir solche Fälle hier im Kreis nehmen.“ Es sei zwar ein enormer Aufwand, aber der einzige Weg, absolute Sicherheit zu erlangen.

Der Befund ist „grenzwertig positiv“

Zum Zeitpunkt der Infektion muss sich die betroffene Frau aus Heek übrigens noch in stationärer Pflege befunden haben. Zumindest deutet derzeit vieles darauf hin. Denn erst beim kürzlichen Wechsel der Dame in die ambulante Pflege wurde der sogenannte „grenzwertig positive“ Befund bei einer Routinekontrolle festgestellt.

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Uwe Bröcker, Geschäftsbereichsleiter Caritas Pflege & Gesundheit im Dekanat Ahaus-Vreden, sagt im Gespräch mit der Redaktion: „Wir waren selbst von dieser Art Befund überrascht.“ Denn dieser Befund von Donnerstagnachmittag (30. Juli) besagt, dass die Frau entweder eine gerade beginnende Erkrankung oder eine bereits abklingende hat.

Strenge Hygienevorkehrungen bei der Caritas

Dass die Frau getestet wurde, hängt mit den strengen Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen bei der Caritas zusammen. „Jede Person, die einen Einrichtungswechsel vollzieht, wird auf unsere Veranlassung hin getestet“, erklärt Uwe Bröcker. Das betrifft auch Personen, die in die ambulante Pflege wechseln.

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Der Test wird beim Kreisgesundheitsamt beantragt und von diesem durchgeführt. „Wir stehen im engen Kontakt mit dem Amt und dem Kreis“, stellt der Caritas-Geschäftsbereichsleiter klar. Zentral sei, dass die betreffende Person derzeit „keinerlei Symptome“ zeige. „Unsere größte Angst ist natürlich immer, dass sich auch Mitarbeiter und darüber weitere Patienten anstecken können.“

Caritas ist optimistisch

„Wir sind aber optimistisch, dass es hier glimpflich verlaufen wird“, so Uwe Bröcker. Man habe in der Vergangenheit schon in anderen Fällen gezeigt, dass die getroffenen Vorkehrungen die erhoffte Wirkung zeigen würden. „Alle Mitarbeiter, die zum Beispiel mit der jetzt infizierten Person aus Heek in Kontakt waren, haben FFP2-Masken getragen.“

Zudem seien alle Mitarbeiter besonders sensibilisiert für die Thematik. Auch bei den ambulant betreuten Personen finde täglich ein Screening statt. „Wir achten auf jedes Detail. Es ist eine große Verantwortung, die hier jeder Mitarbeiter trägt“, hebt Uwe Bröcker hervor.

Bisher ist in Heek alles gut gelaufen

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff sagt auf Nachfrage zum jüngsten Infektionsfall in Heek: „Ich bin nicht überrascht. Es war leider klar, dass es uns hier noch mal treffen kann.“ Wichtig sei jetzt nur, dass alle notwendigen behördlichen Schritte zügig ineinander griffen. „Da habe ich hier aber gar keine Zweifel“, so der Bürgermeister.

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Bisher habe das in der Gemeinde stets reibungslos funktioniert. „Kritisch würde es nur, wenn sich betroffene Personen nicht an die behördlichen Auflagen halten würden“, stellt Weilinghoff klar. Im Falle einer älteren Dame mit eingeschränktem Bewegungsradius unwahrscheinlich. „Bisher ist hier alles gut gelaufen. Ich hoffe sehr, es bleibt dabei.“

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