In Legdens und Asbecks Kindergärten sind einige Erzieherinnen bei ihren eigenen Kindern. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Kita im Lockdown

Corona-Lockdown: So ist die Lage in Legdens und Asbecks Kindergärten

In Kindergärten dürfen im zweiten Lockdown auch Kinder von Eltern, die nicht in systemrelevanten Berufen arbeiten. Sind die Kitas in Legden und Asbeck jetzt überlaufen? Wir haben nachgefragt.

Bereits im ersten Lockdown wurden die Kita-Zeiten geändert, ebenso wie das Recht auf Kitas. Damals durften nur Kinder zur Notbetreuung gebracht werden, wenn ihre Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Das ist im zweiten Lockdown anders. Aber wie ist die Lage denn nun in den Kitas in Legden? Das haben wir Nora Göcke, Verbundleiterin der Kitas in Legden und Asbeck, gefragt.

Erzieherinnen vermissen Kindergartenkinder

„Alle Mitarbeiterinnen in den Einrichtungen vermissen das Kinderlachen in den Gruppen und auf den Fluren, den direkten Bezugskontakt zu den Kindern und deren Familien. Unser Hauptauftrag des Berufes, Kinder über Beziehungsaufbau und Vertrauensbasis in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen, ist nur bedingt möglich“, heißt es in einem Schreiben der Kitaleitung.

Momentan sind in allen drei Einrichtungen in Legden und Asbeck immer rund 16 Kinder in den Kitas, pro Tag. Eltern dürfen ihre Kinder auch in die Kita bringen, selbst wenn sie nicht in systemrelevanten Berufen arbeiten, „aber die meisten Eltern in Legden und Asbeck halten sich daran und bringen ihre Kinder nicht in die Kitas“, sagt Nora Göcke im Gespräch mit der Redaktion.

Dass die Eltern nicht auf die Notbetreuung zurückgreifen, obwohl sie in diesem Lockdown keinen Nachweis mehr erbringen müssen wie im ersten Lockdown, sei wirklich positiv, sodass Nora Göcke hofft, „dass wir gut rauskommen aus dieser Zeit“.

Betreuungszeiten um 10 Stunden reduziert

Es werden überwiegend die Kinder gebracht, bei denen die Eltern keine Möglichkeit haben, im privaten Raum für eine Betreuung zu sorgen. Die gebuchten Betreuungszeiten der Kinder sind um jeweils 10 Stunden pro Woche vom Ministerium reduziert worden.

„Das heißt für Familien mit 25 gebuchten Stunden gibt es nur noch 15 Stunden, statt 35 gebuchten Stunden gibt es 25 und bei der Höchstbuchungszahl von 45 Stunden pro Woche sind es noch 35“, erklärt Nora Göcke. Diese Stunden sind in feste Zeiten eingeteilt, „wir gehen aber auch auf Einzelsituationen ein, da kommt es auf eine Viertelstunde nicht an“, so Göcke. Andere Kindergärten würden auch flexiblere Modelle anbieten, allerdings sei das in Legden und Asbeck nicht möglich.

Kinderkrankentage wurden erhöht

Denn neben den Kindergartenkindern gibt es auch die Kinder der Erzieherinnen. Und von den Erzieherinnen nutzen derzeit einige die so genannten Kinderkrankentage. Jeder Familie stehen solche Tage zu, dann bleiben die Eltern zuhause und kümmern sich um ihre Kinder.

Der Anspruch auf Kinderkrankengeld steigt von 10 Tagen pro Elternteil und Kind auf 20 Tage und damit für Elternpaare pro Kind auf 40 Tage. Auch für Alleinerziehende verdoppelt sich der Anspruch pro Kind von 20 auf nun 40 Tage. Elternpaare oder Alleinerziehende mit zwei Kindern haben Anspruch auf maximal 80 Kinderkrankentage. Bei weiteren Kindern erhöht sich der Anspruch noch einmal um zehn Tage auf dann maximal 90 Tage – egal, wie viele Kinder in der Familie leben, schreibt Nora Göcke in einem Anschreiben an die Eltern.

Das gilt auch für Erzieherinnen

Das gilt für Kinder bis 12 Jahre, und eine ärztliche Bescheinigung ist für die Kinderkrankentage derzeit nicht mehr notwendig. „Es reicht eine Bescheinigung von der Kita oder der Schule“, so Göcke. Das bedeutet aber im Umkehrschluss auch, dass weniger Erzieherinnen in den Kitas sind. Sie wechseln sich ab.

Nora Göcke spricht im Telefonat mit der Redaktion von gut zwei bis fünf Erzieherinnen, die in jeder Einrichtung durch die Kinderkrankentage fehlen. Dafür gibt es derzeit elf Alltagshelfer, die die Erzieherinnen in den Kitas unterstützen.

Rund 16 Kinder sind momentan täglich in jeder Einrichtung in Legden und Asbeck. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Das Verhältnis zwischen Eltern und Kitamitarbeiterinnen sei ein sehr vertrauensvolles. Und der Kitaalltag werde auch weiter „gewuppt“.

Für die Kinder, die nicht in die Kitas kommen können, gibt es das Wünschefenster. Die Kinder können sich Dinge aus dem Kindergarten ausleihen, mit denen sie sonst spielen würden. Außerdem gibt es Haustürgespräche. Mitarbeiterinnen kommen zu den Familien nach Hause an die Haustür und fragen, wie es ihnen und vor allem den Kindern im Corona-Alltag geht.

Fenstersprechstunde und Lerngeschichten

Zudem gibt es Fenstersprechstunden bei den Kitas. „Das soll den Kindern zeigen, dass ihre Kita und auch die Erzieherinnen noch da sind“, sagt Nora Göcke. In der Adventszeit haben die Erzieherinnen regelmäßig Adventstüten für die Kinder gemacht und diese mit Lerngeschichten bestückt. Die konnten bei den Kindergärten abgeholt werden. Außerdem gibt es regelmäßig Lernvideos und Audio-Lerngeschichten.

Manche Kinder seien mittlerweile rund ein Jahr nicht im Kindergarten gewesen, weil ihre Eltern zurecht auch im Sommer zurückhaltend und vorsichtig waren. „Gerade für Kinder ist die Gemeinsamkeit und das soziale Auseinandersetzen miteinander und füreinander ganz wichtig“, sagt Nora Göcke.

Wegen Corona fehle ihnen das jetzt alles. Trotzdem blickt die Verbundleiterin positiv in die Zukunft und hat schon Wünsche für die Zeit nach Corona: „Wenn ich mir etwas wünschen darf, ist es nach einer Zeit, die wir nur zusammen meistern können, ein großer Familiengottesdienst mit anschließendem Familienfest der Kindergärten“, so Nora Göcke.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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