25 Mal leistete die Feuerwehr Legden im Jahr 2020 technische Hilfe, wie hier zu sehen. © Feuerwehr Legden
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Bilanz 2020: Feuer löschen ist nicht mehr Hauptaufgabe der Feuerwehr

Die Feuerwehr Legden hatte im Jahr 2020 nicht so viel zu tun wie im Vorjahr. Brände gehören nicht mehr zur Hauptaufgabe. Dafür kommt die Feuerwehr oft zum Einsatz, um technische Hilfe zu leisten.

Auch wenn Corona seit über einem Jahr alles auf den Kopf stellt, für die Feuerwehr Legden war das Jahr 2020 einsatz-technisch nicht außergewöhnlich. Denn bei der Feuerwehr hat die Pandemie nicht zum Stillstand geführt. Sie hat schnell und flexibel auf die neue Situation reagiert.

Geprägt wurde das Jahr 2020 durch Absagen von Übungsdiensten und Ausbildungsveranstaltungen. An den beiden Standorten Legden und Asbeck wurden umfangreiche organisatorische Maßnahmen zur Infektionsminimierung durchgeführt. Für den Einsatz und die Übungsdienste erstellte die Feuerwehr entsprechende Hygienekonzepte. Das Tragen von Mundschutz und mittlerweile das Tragen von FFP2-Masken gehört zum Alltag der Feuerwehr.

Fünf Einsätze weniger als in 2019

Insgesamt 47 Mal sind die Männer und Frauen der Feuerwehr ausgerückt, um Brände zu löschen, Menschen oder Tiere zu retten und Sachwerte oder die Umwelt zu schützen. Das sind nur geringfügig weniger Einsätze als im Vorjahr, in dem es 52 Einsätze zu bewältigen gab.

Betrachtet man die Einsatzarten, fällt auf, dass Feuerlöschen allein längst nicht mehr zu den Hauptaufgaben der Feuerwehr zählt. Zu zehn Bränden wurde die Feuerwehr gerufen, 25 Mal leistete sie technische Hilfe. So nennt man die Einsätze, bei denen beispielsweise Unfallopfer aus PKWs befreit werden, Sturmschäden beseitigt oder Chemikalien fachgerecht aufgenommen und entsorgt werden.

Nichts Außergewöhnliches passiert

Auf die Frage, ob sich ein bestimmter Einsatz besonders ins Gedächtnis gebrannt hat, antwortet Klaus Uppenkamp, Leiter der Feuerwehr Legden: „Es gab eigentlich nichts Außergewöhnliches, es war jetzt nichts Schlimmeres dabei.“

Zu den größten Einsätzen haben Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen gezählt. Und bei den Tierrettungen? Gab es dort ungewöhnliche Szenarien? „Das sind immer Katzen, die auf Bäumen sitzen“, antwortet Klaus Uppenkamp im Gespräch mit der Redaktion. Aber eigentlich kämen Katzen auch von allein wieder runter.

Drei Notfall-Einsätze

Zu sogenannten Notfällen, wenn zum Beispiel dem Rettungsdienst eine Wohnungstür geöffnet werden muss oder Tragehilfe bei einer verletzten oder erkrankten Person geleistet wird, wurde die Legdener Feuerwehr drei Mal gerufen. Auch die Zahl der Fehlalarme liegt mit neun Alarmierungen im Corona Jahr für Legden im normalen Bereich.

Die Feuerwehr Legden löschte einen PKW-Brand auf der Kirchstraße in Legden.
Die Feuerwehr Legden löschte einen PKW-Brand auf der Kirchstraße in Legden. © Feuerwehr Legden © Feuerwehr Legden

Der Übungsdienst der Löschzüge musste stark eingeschränkt und an die Corona-Schutzverordnung und Hygienekonzepte angepasst werden. „Den Kameradinnen und Kameraden muss man ein großes Lob aussprechen, da sie sich schnell auf die neue Situation mit all ihren Begleiterscheinungen eingestellt haben“, so Klaus Uppenkamp, Leiter der Feuerwehr Legden gegenüber der Redaktion.

Einsatzfähigkeit muss gewährleistet sein

Der persönliche Kontakt untereinander musste auf ein Minimum wie die Einsätze reduziert werden. „Im Vordergrund steht, die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr zu erhalten“, erläutert Klaus Uppenkamp weiter. Die Digitalisierung hat auch in der Feuerwehr einen neuen Stellenwert bekommen, da alle theoretischen Inhalte und Versammlungen online durchgeführt wurden.

Wie gewohnt findet im zweiwöchigen Rhythmus ein Dienstabend online statt, den die Löschzüge Legden und Asbeck regelmäßig gemeinsam gestalten. Praktische Übungen fanden in fest eingeteilten Kleingruppen nach dem ersten Lockdown in den Sommermonaten statt.

Ausstattung wurde aufgerüstet

Um weiterhin für die gestellten Aufgaben gerüstet zu sein, wurde die Ausstattung der Feuerwehr Legden im vergangenen Jahr ergänzt. Für den Löschzug Asbeck wurde ein neues Mannschaftstransportfahrzeug beschafft und seit September steht der Feuerwehr auch ein Gerätewagen Logistik zur Verfügung.

Um die Redundanz bei Verkehrsunfällen sicherzustellen, sind für beide Löschzüge identische Rettungssätze, das sind die hydraulischen Rettungsgeräte der Feuerwehr, umgangssprachlich auch Schere und Spreizer genannt, angeschafft worden.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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