Antonius Schulze Beikel schaut nach seinen Bienenvölkern. © Laura Schulz-Gahmen
Bienenstock

Bienenjahr hat begonnen: So sieht es im Bienenstock eines Imkers aus

Die Tage werden länger und auch wieder wärmer. Die Bienen kommen allmählich wieder aus ihren Bienenstöcken geflogen. Grund genug für Hobbyimker Antonius Schulze Beikel, in die Stöcke zu sehen.

Am vergangenen Wochenende war wegen des guten Wetters nicht nur auf Spazierwegen viel los. Auch im Bienenstock brummte es eifrig, denn an den ersten warmen Tagen im Jahr ließen sich auch die fleißigen Bienen nicht davon abhalten, etwas frische Luft zu schnuppern und den Sonnenschein zu genießen.

Elf von zwölf Völkern haben überlebt

Das war für Hobbyimker Antonius Schulze Beikel (48) aus Legden ein guter Zeitpunkt, einmal in seine Bienenstöcke zu schauen. Er hat die Deckel gehoben und hinein gesehen: „Hurra, sie leben noch.“ Zumindest elf von seinen insgesamt zwölf Völkern. Das freut den Hobbyimker.

Antonius Schulze Beikel schaut nach den Waben.
Antonius Schulze Beikel schaut nach den Waben. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

Aber natürlich haben es auch in den Völkern, die überlebt haben, nicht alle Bienen über den Winter geschafft. Um die toten Bienen zu entfernen, nimmt der Antonius Schulze Beikel also den Unterboden heraus und schaut nach, wie viele es nicht geschafft haben. „Alles was tot ist, liegt unten drin“, so der Hobbyimker. Dann schüttet er den Unterboden aus und putzt ihn sauber.

Die runde Welt der Bienen

Aber was ist denn ein Unterboden? Und wo sitzen die Bienen eigentlich? Um das beantworten zu können, muss man wissen, wie ein Bienenstock aufgebaut ist. „Früher saßen die Bienen in Baumstämmen“, erklärt Antonius Schulze Beikel im Gespräch mit der Redaktion.

Auf dem Unterboden im Bienenstock von Antonius Schulze Beikel liegen ein paar tote Bienen.
Auf dem Unterboden im Bienenstock von Antonius Schulze Beikel liegen ein paar tote Bienen. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

Im Winter zogen sie Stück für Stück nach oben in den Stamm, dort war es wärmer. Wachsmotten und Mäuse haben dann im unteren Bereich sauber gemacht und im Frühjahr zogen die Bienen wieder nach unten.

Ein leerer und auseinander gebauter Bienenstock.
Ein leerer und auseinander gebauter Bienenstock. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

Später gab es dann Bienenkörbe für Bienen oder ausgehölte Baumstämme. Dann folgten verschiedene Formen aus Korb und letztlich Kisten. „Aber Bienen leben immer in einer runden Welt. Sie bilden immer einen Kreis. In der Mitte sitzt die Brut, da herum wird das Futter angelegt und da herum sitzen die Pollen“, sagt Antonius Schulze Beikel.

Der Bienenstock

Der Bienenstock hat ganz unten eine Fluglochklappe. Die dient den Bienen als Ein- und Ausgang. Die Klappe ist immer geöffnet. Nur beim Umsetzen des Bienenstocks, wird sie vom Imker geschlossen. Darüber ist der Boden. Darauf sitzt der Brutraum, in dem die Bienen „wohnen“. Über der Brutzarge wird ein Königinnen-Absperrgitter gelegt, damit die Königin mit der Brut nicht höher wandern kann.

Bienenstock-Aufbau © Grafik: Martin Klose © Grafik: Martin Klose

Denn in den Honigraum kommen nur die anderen Bienen, um in den Bienenwaben größere Mengen an Honig-Vorräten anzulegen. In der Honigzarge befinden sich Holzrähmchen mit Mittelwänden aus Wachs, die den Bienen zum Bau der Honigwaben dienen. Über den Honigraum wird eine Isolierplatte gelegt, damit die Wärme im Bienenstock bleibt. Darüber wird dann nur noch der Deckel gelegt.

Erste Brut im Jahr 2021

Wenn die toten Bienen also entsorgt wurden, macht Antonius Schulze Beikel den nächsten Schritt. Er sieht nach, ob die Bienen auch genug Futter haben. In den Bienenstöcken, wo das nicht der Fall ist, füttert er welches nach. Dafür nutzt er Fondant. Der besteht aus Zucker.

In einigen Waben ist bereits Brut zu erkennen: Hier etwa vier Tage alt.
In einigen Waben ist bereits Brut zu erkennen: Hier etwa vier Tage alt. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

Er zieht ein Holzrähmchen aus dem Brutraum heraus und schaut nach, ob schon Brut abgelegt wurde. Und tatsächlich – in den kleinen Wabenzellen liegen etwa drei Tage alte Eier. Sowohl die Königin als auch die Brut gilt es permanent auf einer Temperatur zwischen 35 und 37 Grad Celsius zu halten. Das kostet Energie.

Die Bienen bilden eine Kugel rund um die Brut und sie schwingen mit den Flügeln. Dabei tauschen sie immer wieder die Plätze, sie rotieren von innen nach außen und anders herum. Jetzt gilt es Futter zu sammeln, denn die Brut steht kurz vorm Schlüpfen. Dazu sammeln die Bienen Pollen, im Moment von Birke, Erle und anderen Frühblühern.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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