Bernhard Droppelmann: Meisterhafter Augenoptiker seit 50 Jahren

dzGoldener Meisterbrief

Bernhard Droppelmann kann sich gut daran erinnern, als er Lehrling war. Vor 58 Jahren bestand er seine Gesellenprüfung als Augenoptiker, vor 50 Jahren seine Meisterprüfung. Mit Bestnoten.

Legden

, 17.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Jahr 2019 ist für Bernhard Droppelmann ein ganz besonderes: Im Frühjahr feierte er seinen 80. Geburtstag, seit 50 Jahren ist seine Frau Elisabeth an seiner Seite, und gerade wurde ihm von der Handwerkskammer Münster der Goldene Meisterbrief im Augenoptiker-Handwerk überreicht. Und dieser wird auch nicht der letzte sein. Bernhard Droppelmann hat nämlich, wie man heute sagen würde, eine „duale Ausbildung“ hinter sich.

Zur Ausbildung in andere Betriebe

Schon früh stand für den Legdener fest, dass er mal ins elterliche Uhren- und Optikergeschäft (zuerst Busshook) einsteigen würde. „Die Kombination von Uhrmacher- und Optikerhandwerk ist eine durchaus übliche“, sagt Bernd Droppelmann. Bereits 1928 hatte sich sein Vater als gelernter Uhrmacher selbstständig gemacht. Da er aber nicht über einen Meistertitel verfügte, musste der Sohn die Ausbildung außerhalb absolvieren. In Westerholt und Coesfeld zum Beispiel.

Bernhard Droppelmann: Meisterhafter Augenoptiker seit 50 Jahren

Diese Technik beherrscht er immer noch, auch wenn er sich mit dem Messen der Sehstärke nicht mehr selbst befasst ist. © Christiane Hildebrand-Stubbe

Nach der vorgeschriebenen Mindestzeit von acht Jahren - darunter fünf Gesellenjahre - hielt er auch den Meisterbrief in der Hand. Der Meisterkurs und die Vorbereitung auf die Prüfung verlangten dem Gesellen Droppelmann viel ab. Einige der Mitstreiter aus der Anfangszeit der Ausbildung traf er jetzt wieder und verabredete sich zum gemeinsamen Lernen. „Sonntags von neun bis 17 Uhr haben wir gebüffelt“, erzählt er. „Das waren einfach andere Zeiten, ohne Computer und andere moderen Medien.“

Rasante technische Entwicklung

Die rasante technische Entwicklung gerade auf dem Gebiet der Augenoptik erlebte er auch im väterlichen Geschäft, in das er nach der Meisterprüfung einstieg und es nach dem Tod des Vaters 1976 schließlich übernahm. Mit im Geschäft tätig waren von Anfang an auch seine Ehefrau und seine beiden Schwestern.

„Da hat sich in all den Jahren soviel getan“, sagt Bernhard Droppelmann und nennt Beispiele. Früher seien es eigentlich nur Lesebrillen gewesen, um die man sich kümmernm musste. Die Sehstärke wurde vom Augenarzt bestimmt und vom Optiker mithilfe von Refraktionskästen kontrolliert.

Bernhard Droppelmann: Meisterhafter Augenoptiker seit 50 Jahren

SONY DSC © Christiane Hildebrand-Stubbe

Was früher nur den Augenärzten vorbehalten war, gehört jetzt auch zum Aufgabenfeld des Optikers. Und das unterstützt von modernster Technik. Bernhard Droppelmann: „Die Sehanforderungen sind heute auch ganz andere, denkt man nur an die Gleitsichtbrillen.“ Das bededeute aber auch immer neue Techniken, immer mehr spezielleres Knowhow. „Da konnte ich einfach nicht mithalten“, begründet er seine Entscheidung, sich aus diesem Terrain zurückzuziehen und dieses seinem Sohn Frank zu überlassen.

Sohn Frank setzt die Familientradition fort

Ein echter Glücksfall sei, dass auch der die Familientradition fortsetzt und eigene Akzente gesetzt hat. Neben Optik, Uhren und Schmuck gehört jetzt an der Hauptstraße 31 auch die Hörakustik dazu. Seit 2004, seit seinem 65., ist Bernhrad Droppelmann Rentner, hilft aber bei Bedarf noch gerne mit. Dann, wenn es um Uhren geht. Privat sind es vor allem antike Uhren, die es ihm angetan haben, und Goldschmiedetechnik ist ein weiteres Hobby des offiziellen Ruheständlers.

Ach ja: Uhrmachermeister ist er auch – seit 1973. In vier Jahren steht dann wohl der zweite Goldene Meisterbrief an.

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