Babsi Heidbrink startet Malaktion für Seniorenheime

dzCoronavirus und Senioren

Senioren in den Altenwohnhäusern dürfen keinen Besuch bekommen. Babsi Heidbrink hat eine gute Idee, um Momente der Freude zu schaffen. Die Legdenerin hofft auf viele Nachahmer.

Legden, Stadtlohn

, 28.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den Seniorenwohnheimen ist es ruhig geworden. Kontakt mit Angehörigen gibt es höchstens per Telefon. Babsi Heidbrink, die im St.-Josef-Seniorenzentrum in Stadtlohn als Altenpflegerin im sozialen Dienst arbeitet, kennt die Situation. Zurzeit ist sie zuhause und will trotzdem Freude zu den Senioren bringen. Unterstützung bekommt die Legdenerin von ihrer Tochter Kimi und auch aus der Nachbarschaft.

Diesen Gruß schickt Kimi ins Altenwohnhaus.

Diesen Gruß schickt Kimi ins Altenwohnhaus. © privat

„„Liebe Bewohner. Schöne Grüße von Kimi. Denk an euch. Bleibt gesund“, steht auf einem Brief, den Kimi geschrieben und mit fröhlichen Gesichtern und einem Regenbogen verziert hat. Er ist ein Zeichen des Zusammenhalts in Zeiten der Corona-Pandemie. Babsi Heidbrink sitzt neben der Neunjährigen und bastelt aus buntem Papier fröhliche Ostermotive.

Alles geht per Post in das Seniorenzentrum, in dem Babsi Heidbrink normalerweise arbeitet. Der erste Brief ist dort bereits angekommen. „Die Bewohner haben sich total gefreut“, hat die Altenpflegerin am Telefon erfahren.

Gute Beschäftigung für Mütter und ihre Kinder

Ursprünglich hätte sie gerade eine Mütter-Kind-Kur gemacht, jetzt bleibt sie zuhause, um sich um die Tochter zu kümmern. Zeit genug also für Bastel- und Malaktionen. „Das geht jetzt vielen Familien so“, sagt Babsi Heidbrink, „viele Mütter überlegen doch jetzt, was sie mit ihren Kindern machen können.“ Und kreative Beschäftigung mache einfach Spaß.

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In der Nachbarschaft hat sie von ihrer Idee erzählt. Einige haben ihr schon Bilder und andere Dinge vorbei gebracht. Babsi Heidbrink denkt daneben aber auch an Briefe, die Kinder schreiben könnten. „Ein paar nette Sätze, was man so macht am Tag. Das bringt Sonnenschein zu den Bewohnern.“

Man kann Brief auch beim Senior in der Nachbarschaft in den Briefkasten stecken

Jeder könne sich beteiligen. Kinder genauso wie Erwachsene. Altenwohnheime gibt es schließlich überall. Babsi Heidbrink: „Oder man steckt einen Brief bei seinem älteren Nachbarn in den Briefkasten.“ Das alles koste nicht viel: Ein wenig Zeit und vielleicht eine Briefmarke, so die Legdenerin

Die Legdenerin sieht in solchen Chancen auch eine Chance, der Corona-Krise etwas Positives abzugewinnen. „Viele können gar nicht entschleunigen“, sagt sie, „jetzt haben wir alle Zeit für Wesentliches in unserem Leben.“

Und dazu gehört für sie auch, Kontakt zu halten mit älteren Menschen, die gerade jetzt von ihrer Umwelt abgeschnitten sind. „Es sind Kleinigkeiten, die Freude machen. Und sie sind ein Zeichen dafür: Wir schaffen das.“

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