Verdichterstation in Legden: Bauarbeiten kündigen die Zeelink-Gasleitung an

dzOpen Grid Europe

Um die Verdichterstation in Legden wird noch gerungen. Verhindert werden kann sie nicht mehr. Davon zeugen jetzt die Arbeiten im Deipenbrock. Sie kündigen den Bau der Zeelink-Gasleitung an.

Legden

, 07.02.2020, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die leuchtendgelben Container im Deipenbrock sind schon von Weitem zu sehen. Der Platz neben der Regleranlage an der Straße von Legden nach Asbeck wird vorbereitet für den Bau einer zweiten Gasdruckregel- und Messanlage. Sie wird notwendig für die neue Ferngasleitung Zeelink.

„In den großen Leitungen kommt das Gas mit einem hohen Druck an. Für den privaten Nutzer oder die Industrie wird der Druck runtergeregelt, bevor das Gas in die nachgeordneten Netze fließt“, erläutert Andreas Lehmann aus der Kommunikationsabteilung von Open Grid Europe. Und genau das wird in Legden, am Endpunkt der Zeelink-Leitung, passieren.

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Auch Holzarbeiten kündigen sich bereits an. Wenn vor der Rohrverlegung Bäume oder Sträucher weichen müssen, muss das aus Naturschutzgründen in den kommenden Wochen passieren.

Zeelink wird in Legden im Frühjahr gebaut

Die Fernleitung Zeelink selbst, so Andreas Lehmann, wird ab etwa März oder April Legden erreichen. Sie führt über 215 Kilometer von der belgisch-deutschen Grenze bei Lichtenbusch bis Sankt Hubert bei Krefeld und weiter nach Legden. Hier kommt sie aus Süden von Holtwick vorbei in der Nähe des Landhotels Hermannshöhe durch den Haulingort bis zur Regleranlage.

In Legden vermisst man zurzeit Informationen durch Open Grid Europe zu den geplanten Arbeiten. Das wurde bei der Versammlung des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Legden am Montag deutlich. Landwirt Josef Bücker kritisierte am Rande der Versammlung: „Open Grid Europe plant sehr großzügig mit fremdem Eigentum.“ Er fordert eine Baubegleitung durch Landwirte, so ähnlich wie es bereits beim Bau der Loop-Leitung Epe-Legden.

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Bei der Versammlung hat er sich deshalb der Unterstützung des WLV versichert. Es geht ihm auch um rechtzeitige Information. Denn schließlich müssen die von der Zeelink betroffenen Landwirte genau wissen, welche Flächen sie im Frühjahr bei ihrem Flächenprämienantrag melden können und welche für eine längere Zeit nicht mehr bewirtschaftet werden können.

660-Millionen-Euro-Projekt

„Wir stehen regelmäßig mit den Bauernverbänden in Verbindung“, betont Andreas Lehmann auf Anfrage. Zurzeit ruhen witterungsbedingt die Arbeiten. Neben den Vorarbeiten zur Gasdruckregel- und Messanlage in Legden wird weiter nur die Unterquerung des Wesel-Datteln Kanals und der Lippe vorbereitet. 660 Millionen Euro werden in das Projekt investiert. Die Inbetriebnahme soll im März 2021 sein.

Wann mit dem Bau der Verdichterstation begonnen wird, steht noch nicht fest. Erst Ende Januar haben die Gemeinde Legden und die Bürgerinitiative „Verdichterstation – Nein danke!“ ihre Einwände bei der Bezirksregierung in Münster eingereicht.

Bei der vergangenen Ratssitzung hatten alle Fraktionen noch einmal scharf die Verdichterstandort am Standort Legden und vor allem die Kommunikation von Open Grid Europe kritisiert. Zu verhindern, so die Einsicht, sei die Verdichterstation nicht. Jetzt will man möglichst viel für Legden herausholen.

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