Ab ins Wasser

Powerworkout Aqua-Jogging

Für Anfänger und Spitzensportler günstig, jahreszeitenunabhängig, ohne Verletzungsgefahr: Aquajogging ist ein Sport für alle. Und man verbrennt sogar mehr Kalorien als an Land.
Entlastung dank Auftrieb: Im Wasser trainiert man nur mit einem Bruchteil des eigenen Körpergewichts. © dpa/Kirsten Neumann

Der Name verrät es eigentlich schon: Aquajogging ist im Grunde nichts anderes als eine Lauf-Runde im Wasser – entweder mit Bodenkontakt im flachen Wasser oder im tiefen Beckenbereich.

Die erstgenannte Variante ist oft nicht wirklich praktikabel, weil man dazu häufig durch das Kinderbecken des Bades stapfen müsste. Die meisten betreiben die Tiefwasser-Variante.

Aquajogging: Was braucht man dafür?

Die erforderliche Ausrüstung ist überschaubar: Badezeug und im Tiefwasser einen Aqua-Gürtel, den man oft vor Ort im Bad einmal ausprobieren kann, bevor man in einen eigenen investiert.

Der Gürtel sorgt für Auftrieb, sodass der Körper im Wasser schwebt und man ohne viel Aufwand die korrekte, aufrechte Haltung einnehmen kann. Eine Alternative sind sogenannte Beinschwimmer: Manschetten aus Schaumstoff, die an den Füßen befestigt werden.

Einfach, aber anstrengend

Die Bewegungsabläufe sind recht einfach: „Stell Dir vor, Du läufst draußen, die Bewegung ist nur konzentrierter und langsamer“, sagt Jan Fitschen. Der ehemalige Europameister im 10.000-Meter-Lauf arbeitet heute als Lauftrainer.

Worauf sollte man beim Aquajogging achten?

Wichtig beim Aquajogging ist, dass man aufrecht bleibt und sich nicht unwillkürlich nach vorne lehnt. Abwechslung ist erlaubt: Mal mit steifen Beinen eine Bahn gehen, mal mit schnelleren oder langsameren Bewegungen arbeiten. Dazwischen bietet sich eine Runde Aquagymnastik an oder mal eine Bahn mit Kniehebeläufen.

„Am Anfang kann man auch abwechselnd im Wasser joggen und schwimmen“ rät der ehemalige Profiläufer. Nach seinen Worten braucht man für diesen Sport „wenig Anleitung und kaum Ausrüstung“.

Wasserwiderstand erhöht Kalorienverbrennung

Aquajogging ist fordernd: „Durch das Wasser laufen, ist für den Körper weitaus anstrengender als an Land, denn der Widerstand im Wasser ist rund 800 Mal höher als an der Luft“, erklärt Prof. Rüdiger Reer, Generalsekretär des Deutschen Sportärztebundes (DGSP) und Leiter des Arbeitsbereichs Sport- und Bewegungsmedizin der Universität Hamburg.

Laut Reer verbrennt man bei einer halben Stunde Aquajogging ungefähr 400 Kilokalorien (kcal), beim Joggen an Land seien es rund 300.

Aquajogging schont Gelenke und Sehnen

Dank der Auftriebswirkung des Wassers trainiert man nur mit einem Bruchteil des eigenen Körpergewichts. „Eventuelles Übergewicht spielt daher nur noch zu rund zehn Prozent eine Rolle“, sagt Reer. „Das schont Gelenke und Sehnen.“

Gleichzeitig bietet Aquajogging ein extrem vielseitiges Training, das Kraft und Ausdauer fördert und nicht nur die Beine, sondern auch Arme, Schultern und Rücken beansprucht.

Einschränkung: Zur Osteoporose-Vorbeugung sollte man sich noch an Land bewegen, denn dazu brauchen die Knochen den Reiz des Aufpralls, der Unterwasser wegfällt.

Für wen ist Aquajogging ungeeignet?

Medizinische Gründe, die gegen Aquajogging sprechen, gibt es nur wenige. Bei einem Herzinfarkt, der noch nicht lange zurückliegt, bei neurologischen Erkrankungen oder bei einem akutem Bandscheibenvorfall sollte man aber darauf verzichten, zählt Reer auf. „Und im Zweifelsfall natürlich vorher den Arzt fragen.“

Ist Aquajogging überhaupt anstrengend genug?

Wer nun denkt, bei all der Sanftheit sei Aquajogging ein reiner Freizeitsport, der irrt: „Ich kenne keinen Leistungssportler, der nicht auch mal Aquajogging gemacht hätte“, sagt Jan Fitschen.

Beliebt sei auch die Variante, nach dem Lauftraining draußen noch eine Runde Aquajogging dranzuhängen – quasi als regenerative Maßnahme. „Der Wasserdruck dabei wirkt wie eine Art Massage und lockert die verspannte Muskulatur auf.“

All das klingt wunderbar – aber eine „Gefahr“ gibt es beim Aquajogging dann doch: den Schlendrian. „Das Wasser bietet nur so viel Widerstand, wie man Kraft einsetzt“, erklärt Fitschen. Wenn man unbemerkt langsamer wird, lässt der Trainingseffekt nach.

dpa

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