Matvey (Fedor Fedotov) liebt Alissa (Sonya Priss). © Kinostar Filmverleih
Der Film ist bei Netflix in die Top-Ten geschossen

„Silver Skates“ ist eine märchenhafte Romanze aus Russland

St. Petersburg sieht aus wie ein Winterwunderland. Die Stadt hat den Rang eines Darstellers in der russischen Filmromanze „Silver Skates“, die sich in den Netflix-Top Ten tummelt.

Regisseur Michael Lockshin hat einen englischsprachigen Roman, der in den Niederlanden spielt, an die Newa verlegt, in die historische Kulisse des Jahres 1899.

Wo der Laufbursche Matvey (Fedor Fedotov) das Handwerk eines Taschendiebs erlernt und das Herz der schönen Alissa (Sonya Priss) stiehlt. Habenichts liebt reiche Aristokratin.

Ein Ausstattungsstück voller Prunk und Pomp

Auch ein Graf hält um Alissas Hand an, und der hat Alissas Vater auf seiner Seite. Die Geschichte einer unmöglichen Liebe ist verpackt in ein Ausstattungsstück voller Prunk und Pomp, Petersburg zeigt seine Schokoladenseite.

Etwas Armutsfolklore ist auch dabei, rückt aber in den Hintergrund, wenn Taschendiebe auf Schlittschuhen (Skates) durch die Kanäle flitzen und reiche Pinkel beklauen – inszeniert als muntere Lausbuben-Revue.

Schmachtfetzen zum Mitbibbern mit vielen Emotionen

Alissa lebt im goldenen Käfig, bevormundet und gegängelt. Sie will studieren, ihr Leben selbst bestimmen, doch Frauen haben im Zarenreich nichts zu melden: Da steckt ein kleines Emanzipationsdrama drin.

Einer der Diebe ist Anhänger von Karl Marx, doch eigentlich taucht „Silver Skates“ das zaristische Russland in ein gnädiges Licht. Die soziale Frage ist nicht wichtig, werden sie sich kriegen, heißt das Thema.

Ein Schmachtfetzen zum Mitbibbern. Emotionen und Tonalitäten liegen offen da, die süffig sinfonische Musik doppelt alle Gefühle. Ein malerisch ausgeschmücktes Wohlfühl-Märchen.

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