Die „Red Heels“ stehen nun vor dem Schloss Oberhausen (Fotomontage). © Heiner Meyer
Skulptur

Schloss Oberhausen: Die riesigen roten Schuhe sind da

Vor der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen steht seit Freitag (19.3.) eine neue Landmarke – die Skulptur „Red Heels“ des Pop-Art-Künstlers Heiner Meyer.

Große Begeisterung und auch Erleichterung machte sich am Freitagmorgen bei Sonnenaufgang in Oberhausen breit, denn die Aufstellung der Groß-Skulptur „Red Heels“ des deutschen Pop-Art-Künstlers Heiner Meyer verlief wie am Schnürchen.

Bereits vor sechs Uhr rollte der Schwerlasttransporter aus Dinslaken mit dem sechs Tonnen schweren, liegend transportierten Kunstwerk über die um diese Zeit noch ziemlich leere Konrad-Adenauer-Allee an. Da war vor der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen als dem vorgesehenen Standort bereits eine Fahrspur abgesperrt, standen zwei fahrbare Spezialkräne der Oberhausener Firma Jaromin schon bereit.

Alles nach Plan

„Zack, zack in einer halben Stunde“ werde es gehen, prophezeite Christine Vogt, die Direktorin der Ludwiggalerie, und hatte recht: vorsichtiges Aufrichten der „Red Heels“, kurze Schwebephase, Absenken, fertig. Alles war perfekt abgestimmt zwischen den beiden Kranführern und dem „Bodenpersonal“ – darunter Wilhelm Franken, der die Skulptur in seiner Firma aus Stahlplatten gefertigt hatte, und der aus Bielefeld angereiste Künstler.

Anschließend war die Freude riesig, vor allem bei Christine Vogt, die in den letzten beiden Jahren alles daran gesetzt hatte, dass auf dem noch vorhandenen Beton-Fundament vor „ihrem“ Schloss endlich wieder ein Kunstwerk steht. Von 2002 bis 2013 hatte dort die Skulptur „Head Through Belly“ des amerikanischen Pop-Art-Künstlers Keith Haring als Leihgabe ihren Platz.

Sieben aufeinandergetürmte Schuhelemente

„Echt überwältigend“ und das „allergrößte Wunder“ fand es die Museumsdirektorin, dass es gelungen sei, das neue Kunstprojekt überhaupt zu realisieren. Sie lobte dabei – wie auch Heiner Meyer – die gute Zusammenarbeit aller Gewerke und insbesondere deren unentgeltliches Engagement. Auch Meyer hat auf ein Honorar verzichtet.

Der Künstler Heiner Meyer prüfte sein Werk.
Der Künstler Heiner Meyer prüfte sein Werk. © Stübler © Stübler

Nun also sind an der Konrad-Adenauer-Allee dauerhaft die „Red Heels“ von Heiner Meyer zu sehen – sieben aufeinandergetürmte Schuhelemente aus dickem Stahlblech, allesamt, wie es der Titel besagt, hochhackig und knallrot.

Filigrane Wirkung

Trotz einer Höhe von sechs Metern und einer seitlichen Ausdehnung von drei Metern machen die zusammengeschweißten Pumps „einen schlanken Fuß“, wirken direkt filigran. Die neue Skulptur lädt nicht nur zum Besuch der aktuellen Ausstellung „Art about Shoes“ der Ludwiggalerie ein, sondern bezieht sich auch allgemein auf deren langjährigen Pop-Art-Schwerpunkt.

Zudem steht sie, so Christine Vogt, an der „Haupteinfallschneise zum Centro – und das ist das Einkaufszentrum mit den meisten Schuhläden.“

Beleuchtung geplant

Heiner Meyer betonte die unterschiedliche Wirkung seines Kunstwerks: „Wenn man mit dem Auto vorbeifährt, nimmt man nur Schemen wahr, mit dem Fahrrad erkennt man dann schon Schuhe.“ Im Übrigen freue er sich, wenn es richtig Frühling werde und sich seine „Red Heels“ dann vom Grün der Bäume abhöben. Zeitnah soll es auch eine Beleuchtung geben.

Das lässt sich für die ursprünglich für Freitag (19.3.) geplante feierliche Einweihung der Skulptur leider nicht sagen. Sie muss aufgrund der aktuellen Corona-Grundverordnung auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

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