Ein Blick auf die Menschen zeigt die Dimension der Raumschiffe, die in „Dune“ in Flammen aufgehen. © Warner Bros
Kino

Film „Dune“ wird den „Wüstenplanet“-Romanen endlich gerecht

Mit „Dune“ (ab 16.9. im Kino) wagt sich Denis Villeneuve an einen Stoff, bei dem andere scheiterten. In Bildern, die große Leinwände brauchen, zeigt er, wie es geht.

Als nach der Vorführung Kenner der Bücher sagen, der Film sei dicht an Frank Herbert, ist das ein Kompliment. Endlich ein Kinostück, das dem epischen Atem der „Wüstenplanet“-Romane gerecht wird und die Erzählstränge nicht verstümmelt.

„Dune“ ist als ein Mehrteiler angelegt

Wobei man sagen muss, dass Denis Villeneuves „Dune“ als Mehrteiler angelegt ist, wie ein Schrift-Insert („Kapitel 1“) deutlich macht. Was auch das Finale unterstreicht, wo Timothée Chalamet über einen gigantischen Sandwurm staunt, der einen Reiter trägt: „Wow, Desert-Power!“, sagt er im englischen Original. „Und das ist erst der Anfang“, meint die Frau im Beduinenkostüm, verkörpert von der aparten Zendaya.

Wird „Dune“ nicht zum Kassengift, findet die Saga also eine Fortsetzung. Dass der Film floppt, ist unwahrscheinlich, bringt er doch frischen Wind, Wüstenpower und mehr, ins Genre des SciFi-Blockbuster-Kinos. Dessen Parameter werden von den „Star Wars“- und „Star Trek“-Streifen definiert. Ihr Futurismus setzt auf Roboter, intelligente Computer, auf Gleiter-Schlachten und die Wunder avancierter Technik.

„Dune“ beschreibt ein feudalistisches Mittelalter

Bei „Dune“ sieht man wenig davon. Es gibt riesige klobige Raumschiffe, dazu Helikopter mit Libellenflügeln, doch keine Steuerpulte blinkender Dioden. „Dune“ beschreibt eher ein feudalistisches Mittelalter, wo Planeten als Lehen verliehen werden, Krieger dem Herzog Treue schwören und mit der Klinge kämpfen.

Der Planet ist eine archaische Welt, geprägt von den Elementen. Zum einen die brennende Sonne, dann Sand und Dünen, die der Film in hitzeflirrenden Totalen atmosphärisch schön in Szene setzt. Momente von Weite und Erhabenheit, die unbedingt die große Leinwand brauchen.

Kolonisten wollen „Spice“ und verdrängen die Ureinwohner

„Spice“ ist das Gold des Planeten, ein Halluzinogen, das Raumpiloten den Kurs finden lässt, teuerster Stoff im Universum. Nur seinetwegen sind Kolonisten dort, die alle Ureinwohner („Fremen“) gewaltsam in die Wüste abdrängten.

Herzog Leto Atreides (Oscar Isaac) ist der neue Herrscher. Auf Befehl des Imperators löst er die Harkonnen ab, die einem monströs fetten Baron (Stellan Skarsgard) folgen und ihre Rivalen später überfallen.

Es darf sich auf „Dune“-Fortsetzungen gefreut werden

Letos Sohn Paul (Timothée Chalamet) flieht mit seiner Mutter (Rebecca Ferguson) in die Wüste. Er hat seherische Gaben und besondere Kräfte, die Fremen halten ihn für den Messias.

Hans Zimmers Musik zimmert zu grell, sonst gefällt die Mischung: Verrat und Scharmützel. Gute Tricks, Schauwerte, Natur-Panoramen. Mythisch sakrales Raunen und eine Botschaft zu Raubbau und Ökologie. Ein junger Held, der die Frau seiner Träume trifft. Und das ist erst der Anfang!

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Kultur-Redaktion
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