Jetzt aber schnell: Vor einem Sandwurm sollte man seine Beine in die Hand nehmen. © Warner Bros. Pictures
Kino

„Dune“-Verfilmungen: Am Wüstenplaneten die Zähne ausgebissen

1965 erschien der erste „Dune“-Roman. In der nachfolgenden Zeit wurden die Bücher mehrere Male verfilmt. David Lynch brachte „Dune“ 1984 ins Kino, Alejandro Jodorowskys Version blieb ein Projekt.

Wenn man die Arbeit von Science-Fiction-Autoren als Weltenschöpfung begreift, dann hat der Amerikaner Frank Herbert (1920-1986) in sechs Romanen um den Wüstenplaneten Dune eine der komplexesten Welten überhaupt erfunden. Das erste Buch erschien 1965, heimste sofort Preise ein und wurde von Herbert bis 1984 in fünf Fortsetzungen zur monumentalen Saga ausgeschmückt.

David Lynch sprang als Regisseur für Ridley Scott ein

Auf tausenden Seiten entrollt Herbert einen Stoff, der Religion, Politik, Ökologie und Ökonomie umfasst und vom Kampf zweier Dynastien erzählt. Schauplatz ist die Sandwelt des Planeten Arrakis, Teil eines kosmischen Imperiums der Menschheit. Das Fürstenhaus der Atreiden wird angeführt von Paul. Er hat seherische Fähigkeiten und wird als Messias verehrt.

Ein Sujet, das Kinomacher auf den Plan rief. In der Verfilmung von David Lynch (der für Ridley Scott einsprang) spielte Kyle MacLachlan diesen Paul, Musiker Sting verkörperte einen Gegner und Rivalen. Der Produzent kürzte Lynchs Film von über drei auf etwas mehr als zwei Stunden. Kritiker bemängelten prompt die fehlende Tiefe und das wirre Drehbuch des filmischen Torsos, das Visuelle kam besser weg.

Lynchs Verfilmung wurde zum Flop des Kinojahres 1984

An der Kinokasse sprangen magere 27 Millionen Dollar heraus, bei Produktionskosten von 42 Millionen. Der Flop des Kinojahres 1984. Schon um 1974 hatte sich der SciFi- und Comic-Szenarist Alejandro Jodorowsky an „Dune“ die Zähne ausgebissen. Noch heute gilt sein Vorhaben als einer der größten Filme, die leider nie gemacht wurden.

Was der Mann plante, ist in Frank Pavichs Doku „Jodorowskys Dune“ von 2013 zu sehen. Pink Floyd sollten die Musik beisteuern, Comic-Zeichner Moebius und „Alien“-Schöpfer H.R. Giger das Design verantworten. Salvador Dalí, Mick Jagger und Orson Welles waren als Darsteller angefragt.

Denis Villeneuve küsste „Dune“ wieder wach

In Storyboards und farbigen Zeichnungen war der Film weit gediehen. Was dem Projekt das Genick brach, waren seine Monumentalität und die Kosten. Ähnlich wie Lynch (der ursprünglich eine Trilogie im Sinn hatte) steuerte Jodorowsky auf eine Spiellänge von vielen Stunden zu, kolportiert werden zehn!

Kein Wunder, dass die Finanziers kalte Füße bekamen. Zumal der Massenappeal von SciFi-Stoffen damals nicht bewiesen war – „Star Wars“ lief erst 1977 im Kino. Nach dem Kassen-Desaster von Lynchs „Dune“ lag der Stoff mit dem Stempel „unverfilmbar“ im Dornröschenschlaf. Bis Denis Villeneuve ihn wachküsste, ausgestattet mit großem Budget und den Trick-Illusionen von heute.

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